Carl Clobes

deutscher Maler From Wikipedia, the free encyclopedia

Carl Clobes (* 27. Juli 1912 in Kassel; † 15. Januar 1996 in Tückelhausen) war ein deutscher Maler. Er schuf Wandmalereien, Bilder in öffentlichen und sakralen Räumen, Glasfenster und Mosaiken.

Leben und Wirken

Carl Clobes wurde bereits im achten Lebensjahr durch die Stadt Kassel in einem Zeichen- und Malkurs für künstlerisch begabte Kinder gefördert. Von 1926 bis 1929 erlernte er das Malerhandwerk und besuchte zeitgleich die Kunstgewerbeschule in Kassel. Ab 1930 studierte Clobes an der Berliner Akademie (Vereinigte Staatsschulen für freie und angewandte Kunst, Berlin-Charlottenburg, Klasse Professor Ferdinand Spiegel). 1934/35 reiste er mit seinem Bruder in einem selbstgebauten Segelboot über Dänemark nach Frankreich und Italien bis Nordafrika. Zurück an der Preußischen Akademie der Künste wurde er Meisterschüler. Es entstanden zahlreiche Freundschaften unter anderem mit Hubert Berke, Arnold und Paul Bode, Emy Roeder und Gustav Seitz. Von 1940 bis 1941 war Karl Clobes Stipendiat der Villa Massimo der Deutschen Akademie in Rom.

1941 heiratete er die Kunstmalerin Elisabeth Freitag. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Während des Zweiten Weltkriegs war Clobes von 1943 bis 1946 Soldat der Wehrmacht und geriet in Kriegsgefangenschaft. In Berlin ausgebombt, zog die Familie 1947 nach Tückelhausen bei Würzburg in Unterfranken.

Im Rahmen des Wiederaufbaus der Diözese Würzburg gestaltete er in den neu erbauten Kirchen sowie bei den Kirchenrenovierungen Wände und Decken mit Freskomalerei, auch durch Mosaiken, Glasfenster und freistehende Altarbilder. Die Aufträge zur künstlerischen Gestaltung von sakralen und öffentlichen Gebäuden lagen schwerpunktmäßig im unterfränkischen Raum (Würzburg, Dettelbach, Riedenheim, Marktbreit, Obersinn, Rottenbauer und anderen), aber auch in München, Schweinfurt, Münster, Marl, Borken und Berlin. Als Spätwerk schuf er 1990 eine künstlerische Ergänzung für den fehlenden Mittelteil des Flügelaltares aus dem 14. Jahrhundert in der Klosterkirche Nikolausberg in Göttingen.[1][2]

Clobes unternahm Studienreisen durch ganz Europa, über Irland bis in den sizilianischen Süden und die westlichen europäischen Atlantikküsten, bereiste wiederholt den Athos, Griechenland und die östlichen Mittelmeerinseln wie Patmos und immer wieder den Vorderen Orient von Ägypten, Israel bis Kleinasien.

Ausstellungen

  • 1936 bis 1939: Ausstellungen in Berlin (Preußische Akademie, Kronprinzenpalais, Galerie von der Heyde, Galerie Buchholz)
  • 1948: Bielefeld (Galerie Fischer)
  • 1948: Kassel (Galerie Lomesch)
  • 1949: Große Kunstausstellung im Haus der Kunst, München, und in der Galerie für christliche Kunst, München.
  • 1953 und 1957: Würzburg (Otto-Richter-Halle)
  • 1962: Schweinfurt, zusammen mit Bildhauer Gustav Seitz (Leiter der Bildhauerklasse an der Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg)
  • 1962: Ausstellung Otto-Richter-Halle Würzburg
  • 1972: Städtische Galerie Würzburg, zusammen mit der Kunstmalerin Elisabeth Freitag und dem Bildhauer Julius Bausenwein
  • 1982: Städtische Galerie Würzburg
  • 1992: Marmelsteiner Kabinett in Würzburg
  • 1997: „Die Unruhe der Wahrheit“: Nikolausberg, Göttingen

Ehrungen

Werke (Auswahl)

  • Fresken in Maria Hilf (Schweinfurt), Burkardushaus (Würzburg), Marienkapelle (Wü-Heidingsfeld) und St. Thekla (Ochsenfurt), Jesserndorf
  • Großflächige Stadtansichten von Würzburg und Ochsenfurt für das jeweilige Rathaus
  • Große Tafelbilder für Kindergarten (Hagen / T.W., Osnabrück) und Altenheime (Würzburg, Belm bei Osnabrück)
  • Zahlreiche Kreuzwege im Würzburger Raum, in Ochsenfurt, München, Obernbreit, Regensburg, Münster, Borken
  • Glasfenster u. a. in Königstein, Obersinn, Preunschen, Ochsenfurt, Bad Neustadt, Waldsassen und Berlin (Hedwigskathedrale)
  • Mosaiken im Ursulinenkloster und Dom (Würzburg)

Literatur

  • Karl Clobes zum 80. Geburtstag. Marmelsteiner Kabinett, Würzburg 1992.
  • Karl Clobes, Elisabeth Freitag, Julius Bausenwein. Städt. Galerie, Würzburg 1972.
  • Kartäusermuseum Tückelhausen. Ein Museum der Diözese Würzburg. Kunstverlag Lindberg, 1997.
  • Die Unruhe der Wahrheit. 42 Bilder von Karl Clobes. Göttingen 1997.
Commons: Karl Clobes – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI