Wikiwand AI

Carl Ludwig Lory

Unternehmer, Kunstsammler und Stifter From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Eingang C.L.Lory-Haus
Gedenkstein C.L.Lory vor dem Lory-Haus

Carl Ludwig Lory war Sohn des Arztes Johann Lory in Münsingen.[2] Er absolvierte eine Ausbildung zum Kaufmann in Basel. Mit 19 Jahren zog er nach Moskau, wo er zunächst in einem Handelsunternehmen tätig war und später mit seiner Firma für Farbwaren und Chemikalien die Basler Firma Geigy vertrat. Er wurde zu einem Pionier des schweizerischen Exporthandels im Zarenreich.[1]

1877 trat Lory in den Ruhestand und lebte bis zu seinem Tod in Münsingen im heutigen Loryheim, seinem damaligen Elternhaus.[3] Neben seiner unternehmerischen Tätigkeit engagierte er sich bereits zu Lebzeiten als Mäzen. 1888 stellte er zusammen mit vier weiteren Bürgern Land für ein neues Schulhaus in Münsingen zur Verfügung; von 1890 bis 1907 unterstützte er die Gemeinde durch jährliche Beiträge zur Senkung des Schulgeldes. Für das 1891 eröffnete Krankenhaus in Münsingen finanzierte er eine Senkung des Pflegetarifs.[2]

Er finanzierte den Bau einer Schutzhütte im Gauligebiet. Die 1895 errichtete, zunächst als Lory-Hütte bezeichnete Gaulihütte wurde am 7. Juli 1895 eingeweiht und kurz danach der Sektion Bern des Schweizer Alpen-Club (SAC) geschenkt.[4]

1885 wurde Lory in die Münsinger Sekundarschulkommission gewählt. 1888 stellte er zusammen mit vier anderen Bürgern Land für ein neues Schulhaus zur Verfügung; ab 1890 zahlte er während 17 Jahren jährlich 700–800 Franken, um das Schulgeld zu senken. Beim 1891 eröffneten Krankenhaus finanzierte er eine Senkung des Pflegetarifs von 70 auf 50 Rappen.[2]

Lory hinterliess ein grosses Vermögen, das er testamentarisch hauptsächlich gemeinnützigen Zwecken widmete.[1] Als Haupterbin setzte er die Insel- und Ausserkrankenhauskorporation des Kantons Bern ein. Aus seinem Nachlass erhielt das Inselspital die Mittel für den Bau des später nach ihm benannten Loryspitals.[2] Das Loryspital wurde 1927 bis 1929 nach Plänen von Otto Rudolf Salvisberg und Otto Brechbühl errichtet. Eine Bedingung der Stiftung war, dass das Vermögen nicht für laufende Betriebskosten verwendet werden durfte.[5] Heute gehört es als C.L.Lory-Haus zum Inselspital.[6]

Lory besass eine Sammlung von über 300 Werken der beiden Berner Landschaftsmaler Gabriel Lory der Ältere und Gabriel Lory der Jüngere, mit denen er verwandt war. Die Sammlung gelangte nach seinem Tod als Legat an das Kunstmuseum Bern.[1]

Nach ihm sind auch der Loryplatz südlich vom Loryspital und die Lorystrasse westlich des Loryspitals in Bern benannt.[7]

Literatur

Commons: Loryspital – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks