Carl Schenkling
deutscher Lehrer und Entomologe
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Carl Schenkling (auch Karl Schenkling) (* 18. Februar 1835 in Döblitz bei Wettin an der Saale; † 20. September 1911 in Laucha) war ein deutscher Lehrer und Entomologe. Sein Sohn Sigmund Schenkling war ein deutscher Lehrer sowie Entomologe und Koleopterologe.
Leben
Schenkling besuchte das Lehrerseminar zu Eilenburg und war anschließend Lehrer in Teutschenthal, Burgheßler, Grochlitz und zuletzt 43 Jahre lang in Laucha. Seine Zeit als Käfersammler begann hier, dabei beschränkte er sich auf deutsche und speziell thüringische Käfer. Fast alle Tiere seiner Sammlung sind von ihm selbst gesammelt worden, nur wenige hat er im Tausch erworben.
Sein Werk „Die deutsche Käferwelt“ (1886), das als eines der ersten die Biologie der Käfer berücksichtigt und die Figuren in Lebensbildern auf kolorierten Tafeln zeigt, hat leider nicht die verdiente Verbreitung gefunden. Dagegen hat das „Taschenbuch für Käfersammler“ sechs Auflagen erlebt, und von den „Etiketten für Käfersammlungen“ konnte der Verfasser noch im letzten Jahr die fünfte Auflage anfertigen. Außer einigen kleineren Mitteilungen in der „Deutschen Entomologischen Zeitschrift“ hat er besonders in der „InsektenBörse. Internationales Wochenblatt der Entomologie“ zahlreiche Artikel über Käfer veröffentlicht, wie er überhaupt durch Aufsätze vielfältiger Art (in Roßmäßler’s „Aus der Heimat“, in der „Natur“, im „Sonntagsblatt“ der „Volkszeitung“ u. a.) zur Popularisierung der Naturwissenschaften viel beigetragen hat.
Die Deutsche Entomologische Gesellschaft, der er seit ihrer Gründung 1881 angehörte, ernannte ihn 1903 zum korrespondierenden Mitglied. Erst als sein Sehvermögen im Alter nachließ, hörte er auf entomologisch tätig zu sein, und schenkte seine Käfersammlung dem Deutschen Entomologischen National-Museum. Geehrt wurde er für seine Tätigkeit als Lehrer mit der Ordensklasse Adler des Hohenzollern’schen Hausordens, und nachdem er 1905 sein fünfzigjähriges Amtsjubiläum gefeiert hatte, erhielt er den Kronenorden 4. Klasse. Nach seiner am 1. Oktober 1905 erfolgten Pensionierung siedelte er nach Berlin über, konnte sich aber an das großstädtische Leben nicht gewöhnen und ging schon nach einem Jahr nach Laucha zurück.
Der Tod seiner Frau 1908, mit der er 48 Jahre zusammenlebte, war für ihn ein schwerer Schlag, von dem er sich nicht mehr so recht erholen sollte. Am 20. September 1911 verschied er nach kurzer Krankheit im Alter von 76 Jahren.[1]
Werke
- Taschenbuch für Käfersammler (mit 750 Käfer-Beschreibungen). Erstausgabe 1883. weblink
- Die deutsche Käferwelt: Allg. Naturgeschichte der Käfer Deutschlands sowie ein praktischer Wegweiser, der deutschen Käfer leicht und sicher bestimmen zu lernen; mit 1 Schwarz und 23 Farbendruck–Tafeln. (1886)
- Etiketten für Käfer-Sammlungen. (1889)