Carl Wachendorff

Preußischer Kommunalbeamter und Bürgermeister von Bergisch Gladbach From Wikipedia, the free encyclopedia

Carl Wachendorff (* 1806 in Bensberg; † 18. Februar 1881 ebda.) war ein preußischer Kommunalbeamter. Von 1840 bis 1874 war er Bürgermeister der Bürgermeisterei Bensberg im Kreis Mülheim am Rhein in der Rheinprovinz, heute Stadtteil von Bergisch Gladbach.[1][2][3]

Carl Wachendorff

Leben und Wirken

Julius Carl Wachendorff[4] wurde im Jahr 1806 als viertes Kind des Steuereinnehmers Peter Joseph Wachendorff und seiner Ehefrau Regina Louise, geb. Kaesmann, in Bensberg geboren.[5][6]

Wachendorff wurde im Jahr 1840 zum Bürgermeister der Bürgermeisterei Bensberg in Nachfolge von Heinrich Wessel ernannt. In seine 34 Jahre dauernde Amtszeit fielen unter anderem die Deutsche Revolution 1848/1849, sowie die Kriege von 1864, 1866 und 1870/71.

Für die kommunale Verwaltung war Einführung der Gemeindeordnung für die Rheinprovinz von 1845 von Bedeutung.[7] Demnach wurde der Bürgermeister auf Lebenszeit als Beamter der Landesverwaltung und Ortspolizeibehörde berufen wurde. Die erstmal im Sommer 1846 gewählten Gemeindevertreter wurden hingegen nur auf sechs Jahre gewählt und sie durften sich nur beratend und ausschließlich zu Gemeindeangelegenheiten äußern. Die führte zu einem bis etwa 1849 andauernden Konflikt zwischen Wachendorff und dem Gemeinderat.[1]

Carl Wachendorff legte sein Amt als Bürgermeister zum 30. April 1874 aus gesundheitlichen Gründen nieder. Zu seinem Nachfolger wurde der damalige Bürgermeister von Ruppichteroth, Theodor Heider, bestimmt.[8] Carl Wachendorff starb am 18. Februar 1881 und wurde am 22. Februar auf dem Friedhof Bensberg beigesetzt.[9]

Lokale Geschichte

In der Amtszeit von Carl Wachendorff entwickelten sich die Lebensbedingungen in der Region mit großer Geschwindigkeit. Unter anderem wurden 1853 das Bensberger Erzrevier (als bergrechtlicher Gerichtsbezirk und als Bezirk der bergamtlichen Verwaltung) und die Bensberg-Gladbacher Zinkhütte gegründet. 1858 wurde eine höhere Schule in Bensberg eingerichtet. 1867 wurden als erste lokale Zeitung der Bensberg-Gladbacher Anzeiger ins Leben gerufen und das Krankenhaus „Maria Hilf“ als Vorläufer des Vinzenz-Pallotti-Hospitals im Alten Schloss Bensberg eröffnet.1870 wurde die 1868 eröffnete Eisenbahnlinie von Mülheim nach Gladbach der Bahnstrecke Köln-Mülheim–Lindlar von Gladbach bis Bensberg verlängert und am 15. Oktober 1870 in Betrieb genommen.[3][10]

Würdigung und Auszeichnungen

Carl Wachendorff wurde wegen seiner erfolgreichen Bemühungen um den Ausbau des regionalen Straßennetzes der Straßenbaupionier von Bensberg genannt.[11] Neben der Förderung des Schulwesens und des Bergbaus sind auf Wachendorffs Initiative vor allem der Ausbau und die Finanzierung sämtlicher Ausfallstraßen Bensbergs zurückzuführen. In den 1850er Jahren wurden die Straßen nach Spitze und Dürscheid, nach Bergisch Gladbach, Frankenforst und Refrath ausgebaut. Außerdem entstanden die Straßen Rösrath-Paffrath und Untereschbach-Immekeppel.[12]

Wachendorff wurde zum Ritter des Roten Adlerordens ernannt und war Inhaber des Königlichen Kronen-Ordens.[9] Seit Ende der 1950er Jahre trägt eine Straße im Bergisch Gladbacher Stadtteil Lückerath seinen Namen.

Familie

Wachendorff war mit Wilhelmine Caroline Elisabeth, geb. Fromm (* ca. 1809 in Bensberg, + 11.12.1887 ebda.) verheiratet.[13][14]

Einzelnachweise

Siehe auch

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