Carlo Giuseppe Testore
italienischer Geigenbauer
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Leben und Wirken

Carlo Giuseppe Testore gilt als der Stammvater und bedeutendster Vertreter einer der führenden italienischen Geigenbauerfamilien des 17. und 18. Jahrhunderts.[3] Er ließ sich 1687 in Mailand nieder, heiratete 1689[4] und war Schüler von Giovanni Batista Grancino, dessen Werk er fortführte.[5] Speziell für seinen Lehrmeister hat er 1693 noch eine fünfsaitige Violine gefertigt.[6] Die Instrumente der Geigenbauerfamilie Testore nahmen sich überwiegend die Streichinstrumente von Amati, aber auch jene von Stradivari und Guarneri zum Vorbild.[7] Sie werden heute hoch geschätzt und gehandelt,[8][9] ohne allerdings das Spitzenniveau der Meisterinstrumente aus Cremona (Amati, Guarneri und Stradivari) zu erreichen.[10]
Weitere bekannte Geigenbauer dieser Familie sind vor allem:
- Carlo Giuseppes ältester Sohn: Carlo Antonio Testore (ca. 1690–1765). Auch er gilt als bedeutender Geigenbauer. Im Alter arbeitet er gemeinsam mit seinem Sohn Giovanni Testore (1724–1765). Er wohnte in der Contrada Larga und hatte – wie sein Vater – ein Ladenschild: Zum Adler, weshalb er auch auf Geigenzetteln – vor allem aber beim Brandstempel – einen Adler verwendete.[3]
- Nicht ganz so bedeutend wird der jüngere Sohn von Carlo Giuseppe: Paolo Antonio Testore (ca. 1700–1767) eingeschätzt. Dieser arbeitete zunächst mit seinem älteren Bruder Carlo Antonio zusammen, spezialisierte sich dann aber auf den Bau von Lauten und Gitarren.[3] Auch dessen Sohn Gennario Testore wird als Geigenbauer nicht ganz so hoch bewertet. Beide sparten oft bei der Holzqualität und verzichteten häufig auf das Einfügen der Einlagen am Boden,[3] die sie durch schwarze Linien vortäuschten, was aber den Klang nur geringfügig beeinflusste.
Instrumente der Familie Testore wurden oder werden gespielt u. a. von: Paolo Andreoli,[11] Yuri Abramovich Bashmet,[12] Lara Boschkor, Giovanni Bottesini, Martin Collin, Julia Fischer,[13] Amanda Forsyth, Justus Grimm, Sara Kim,[14] Maria Kouznetsova,[15] Vera Laporeva,[16] Tatjana Masurenko, Raimar Orlovsky, Franziska Pietsch.
Literatur
- Albert Fuchs: Taxe der Streichinstrumente, 17. Auflage, Friedrich Hofmeister Musikverlag, Leipzig 2017, ISBN 978-3-87350-043-3
- Karel Jalovec: Italienische Geigenbauer, Artica Verlag, Prag 1957
- Willibald Leo von Lütgendorff-Leinburg: Die Geigen- und Lautenmacher vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Keller, Frankfurt 1904 (Digitalisat im Internet Archive); 3., erweiterte Auflage, Frankfurter Verlags-Anstalt, Frankfurt 1922 (2 Bände; Digitalisat von Band 2 im Internet Archive); Unveränderter Nachdruck der 6., durchgesehenen Auflage, Schneider, Tutzing 1975, ISBN 3-7952-0061-X (mit einem Ergänzungsband von Thomas Drescher, 1990, ISBN 3-7952-0616-2).
