Carola Metzner-Nebelsick
deutsche Prähistorikerin
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Carola Metzner-Nebelsick (geborene Metzner, * 21. März 1962 in Berlin) ist eine deutsche Prähistorikerin.
Leben
Von 1981 bis 1991 studierte Metzner-Nebelsick Ur- und Frühgeschichte, Kunstgeschichte, Alte Geschichte und Germanistik (Mittelhochdeutsche Sprache und Literatur) an der FU Berlin, der Universität München und der Oxford University (Queen’s College) und schloss das Studium mit dem Magister Artium an der Freien Universität Berlin ab. 1993 wurde sie bei Bernhard Hänsel an der FU Berlin im Fach Ur- und Frühgeschichte promoviert. Für diese Studie erhielt sie 1994 den Förderpreis der Südosteuropa-Gesellschaft in München.
An ein Forschungsstipendium des Deutschen Archäologischen Instituts (1994–95) schloss sich eine Tätigkeit als Wissenschaftliche Hochschulassistentin am Institut für Prähistorische Archäologie der FU Berlin (1995–2003) an. 2005 habilitierte sie sich an der FU Berlin im Fach Ur- und Frühgeschichte / Prähistorische Archäologie.
2005/06 vertrat sie die Professur für Ur- und Frühgeschichtliche Archäologie am Institut für Archäologie, Bauforschung und Denkmalpflege der Universität Bamberg und lehrte 2005 bis 2007 am Archäologischen Lehrstuhl der Uniwersytet Kardynała Stefana Wyszyńskiego in Warschau. Zudem war sie von 2006 bis 2007 als wissenschaftliche Angestellte am Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt in Halle tätig.
2007 erhielt Metzner-Nebelsick den Ruf als Professorin an den Lehrstuhl für Vor- und Frühgeschichte am Institut für Vor- und Frühgeschichtliche Archäologie und Provinzialrömische Archäologie der Universität München als Nachfolgerin von Volker Bierbrauer. Sie leitete dieses Institut von 2007 bis 2026 und war zudem von 2010 bis 2016 Direktorin des Departments für Kulturwissenschaften und Altertumskunde der Fakultät 12 der LMU. Von 2012 bis 2019 war sie auch Sprecherin verschiedener in München basierter Forschungsgruppen bzw. Graduiertenschulen. Außerdem übernahm sie die Ämter der Dekanin (2017–2019) und Prodekanin (2019–2021) an der Fakultät für Kulturwissenschaften der LMU. Seit Oktober 2025 ist Metzner-Nebelsick Vizepräsidentin für den Bereich der Geisteswissenschaften der LMU.
Zu ihren wissenschaftlichen Schwerpunkten gehören die Erforschung der europäischen Bronzezeit und Eisenzeit, die Archäologie von Reiternomaden, Gräberfeldforschung, Hortfund- und Ritualforschung, Frauen in den vorchristlichen Metallzeiten, Statusrepräsentation und Eliten sowie Sozialstrukturen in der Bronze- und frühen Eisenzeit. Im Rahmen eines DFG-finanzierten Projektes erforscht sie in Lăpuş (Maramureş, Nordwestrumänien) ein Kultgebäude der späten Bronzezeit.
Carola Metzner-Nebelsick ist seit 2007 ordentliches Mitglied und seit 2019 Mitglied in der Zentraldirektion des Deutschen Archäologischen Instituts (DAI). Von 2007 bis 2011 war sie stellvertretende Referentin des Kuratoriums des FWF (österreichischer Wissenschaftsfonds), in der Sektion Geistes- und Sozialwissenschaften, Abt. Altertumswissenschaften. Außerdem war sie von 2012 bis 2020 Mitglied im DFG-Fachkollegium 101 "Alte Kulturen". Im wissenschaftlichen Beirat des Instituts für Orientalische und Europäische Archäologie der Österreichischen Akademie für Wissenschaften (OREA) war sie von 2013 bis 2019 Mitglied. 2014 wurde sie als korrespondierendes Mitglied in die Österreichische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.[1] Seit 2018 ist sie ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften und Literatur Mainz und seit 2024 sachverständiges Mitglied im Landesdenkmalrat des Bayerischen Landtags.
Metzner-Nebelsick ist mit dem US-amerikanischen Prähistoriker Louis D. Nebelsick verheiratet.
Schriften (Auswahl)
- Der „thrako-kimmerische“ Formenkreis aus der Sicht der Urnenfelder- und Hallstattzeit im südöstlichen Pannonien. Vorgeschichtliche Forschungen 23. Rahden/Westf. 2002.
- Studien zur bronze- und früheisenzeitlichen Herrschaftssymbolik zwischen Skandinavien, Karpatenbecken, Kaukasus und den Steppen Eurasiens am Beispiel des Stilkreises von Michałków. Habilitationsschrift Berlin 2004 (Drucklegung in Vorbereitung, erscheint in der Reihe Prähistorische Archäologie Südosteuropas. Verlag Marie Leidorf)
- (mit C. Kacsó) Rapoarte preliminare asupra cercetărilor în necropola tumulară de la Lăpuş 2007–2008. Vorbericht über die Forschungen in der Hügelnekropole von Lăpuş 2007–2008 (Baia Mare 2009).
- (Hrsg.) Rituale in der Vorgeschichte, Antike und Gegenwart. Interdisziplinäre Tagung vom 1.–2. Februar 2002 in Berlin. Internationale Archäologie Arbeitsgemeinschaft, Symposium, Tagung, Kongress (Rahden/Westf. 2003).
- (Hrsg. mit C. Becker, M.-L. Dunkelmann/H. Peter-Röcher/M. Roeder/B. Teržan) Xpóvoç. Beiträge zur prähistorischen Archäologie zwischen Nord- und Südosteuropa. Festschrift für Bernhard Hänsel. Internationale Archäologie Studia honoraria 1 (Espelkamp 1997).
- (Hrsg. mit Ortwin Dally) Heilige Orte, Heilige Landschaften. Archäologischer Anzeiger Deutsches Archäologisches Institut 1. Halbband 2006.
- mit Martina Blecic, Matija Cresnar, Bernhard Hänsel, Anja Helmut, Elke Kaiser (Herausgeber): Scripta praehistorica in honorem Biba Teržan (= Situla. Band 44). Narodnega Muzeja Slovenije, Ljubljana 2007, ISBN 978-9-616-16953-0.
- (Hrsg. mit P. Anreiter/E. Bánffy/L. Bartosiewicz/W. Meid) Archaeological, Cultural, Linguistic Heritage. Festschrift for Erzsébet Jerem in Honour of her 70th Birthday. Archaeolingua 25 (Budapest 2012).
- (mit R. Müller, S. Sievers) Die Eisenzeit 800 v. Chr. – Christi Geburt. In: S. von Schnurbein (Hrsg.): Atlas der Vorgeschichte. Europa von den ersten Menschen bis Christi Geburt (Stuttgart 2009), S. 150–225.
Weblinks
- Literatur von und über Carola Metzner-Nebelsick im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Homepage an der Universität München
- Carola Metzner-Nebelsick auf Academia.edu
- Interview auf den Seiten des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt