Castello Doria (Angri)
Burg in Kampanien, Italien
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Das Castello Doria ist eine mittelalterliche Burg im Ortszentrum von Angri in der italienischen Region Kampanien. Die Burg war im Laufe der Geschichte im Besitz mehrerer Adelsfamilien und gehörte zuletzt der Familie Doria, die im 17. Jahrhundert das Lehen Angri für die bemerkenswerte Summe von 40.100 Dukaten gekauft hatte. 1908 verkaufte die Familie die Burg, einschließlich der Villa, für 90.000 Lire an die Gemeindeverwaltung.
| Castello Doria | ||
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Castello Doria in Angri | ||
| Staat | Italien | |
| Ort | Angri | |
| Entstehungszeit | 9. Jahrhundert (Ersterwähnung) | |
| Burgentyp | Niederungsburg | |
| Erhaltungszustand | restauriert und umgebaut | |
| Geographische Lage | 40° 44′ N, 14° 34′ O | |
| Höhenlage | 28 m s.l.m. | |
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Geschichte
Die Anlage ist erstmals in 9. Jahrhundert erwähnt.[1] 1290 belehnte König Karl II. von Neapel Pietro de Baheriis mit der Burg. Während des Kampfes um die Thronfolge von Neapel mit dem Haus Aragón wurde sie mehrmals belagert, darunter auch von Braccio da Montone, der den Turm der Anlage niederbrannte. Der Bergfried ist der älteste Teil, was man an dem Baumaterial (weicher und harter Tuffstein, Terrakottascherben, und Feuerstein) und der imposanten, hohen und breiten, kreisrunden Form erkennt. Er stammt vermutlich aus normannischer Zeit.[1]
Im 16. Jahrhundert, ließ Marcantonio Doria die Burg vom Architekten Antonio Francesconi umfangreich umbauen und in einen Adelssitz verwandeln.[2] Dabei ging der mittelalterliche Charakter der Anlage verloren. Unter anderem wurden die Gebäude an die Höhe des Bergfriedes angepasst und die Anlage mit einem schönen Park umgeben, mit üppigen Blumenbeete und alten Baumbestand. Der Eingang zeigt klassizistische Verzierungen und in der Mitte befindet sich ein kleiner, künstlicher Hügel mit einer Grotte.[3][4]
1908 kaufte die Gemeinde unter Bürgermeister Antonio Adinolfi, die Burg und nutzte sie als Rathaus und Stadtgefängnis. Der Park wurde der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und im Burghof, der früher von den Bauern zum Dreschen des Getreides genutzt wurde, wurde ein Kriegerdenkmal errichtet.
Beim Erdbeben in der Irpinia 1980 wurde das Castello Doria schwer in Mitleidenschaft gezogen. Nach vierjährigen Restaurierungsarbeiten konnte der Bau schließlich wieder als Rathaus genutzt werden.
Zwischen 2018 und 2022 wurde die Anlage vollständig restauriert. Eine Nutzung als Stadtmuseum ist geplant.
Beschreibung
Die von einem Graben umgebene Burg ist in drei Teile mit zwei Türmen, einem Eingangshof und einer großen Treppe im Stil des 18. Jahrhunderts geteilt. Es gibt eine Fassade mit einem Rundturm, der mit Zinnen versehen ist. Vom Kreuzgang aus gelangt man in den Castri-Saal, in den Burgsaal des Signore della Terra und zu den Räumlichkeiten des Burgherrn, des Burgwächters und den Kerkern. Der Kreuzgang wurde zu einem grandiosen Atrium umgebaut, an das ein Eisengittertor mit dem Adler der Dorias anschließt. Aus dem Atrium gelangt man über eine Treppe, die sich wie die Flügel eines Falken öffnet, in den Bergfried und zum Piano nobile. Der Palast der Dorias wurde im 18. Jahrhundert vom Architekten Francesconi entworfen.
Literatur
- Giancarlo Forino: Il rione Ferrovia di Angri, storia di una contrada e della sua chiesa intitolata alla Madonna della Pace. Cooperativa Centro Iniziative Culturali, 2002, abgerufen am 20. August 2025 (italienisch).
- Tiziana Mancini, Bürgermeister Umberto Postiglione (Herausgeber), Kulturassessor Girolamo Pepe (Herausgeber), Gianni Rossi (Herausgeber): Angri, Territorio di transiti - Aspetti della cultura artistici legati all’esame di alcuni monumenti angresi. Electa Napoli, 1997, S. 45–46, abgerufen am 20. August 2025 (italienisch).
- Nicola della Monica: Le grandi famiglie di Napoli, le vicende, gli aneddoti, le curiosità mondane dei tanti illustri casati protagonisti della storia partenopea – Edizione 2. Newton & Compton, Rom, 2007, S. 172, abgerufen am 20. August 2025 (italienisch).
- Don Vincenzo Pastore: Angri-Dalla preistoria ai nostri giorni - Volume secondo - Capitolo XVII: Il Castello. Arti Grafiche Palumbo & Esposito, Cava de’ Tirreni, Februar 1981, S. 641, abgerufen am 20. August 2025 (italienisch).
- Vorwort von Bürgermeister Dott. Giampolo Mazzola: Le strade di Angri, la toponomastica, i personaggi, le storie – Stradario–Parte Prima. Comune Angri, 2008, S. 126–129, abgerufen am 20. August 2025 (italienisch).
Weblinks
- L’anima angioina di Angri: il Castello Doria. E.Campania, abgerufen am 20. August 2025 (italienisch).

