Castello di Vicalvi

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Das Castello di Vicalvi ist eine Burgruine aus dem 11. Jahrhundert in der Gemeinde Vicalvi in der italienischen Region Latium. Sie liegt auf dem Gipfel eines Hügels in der Nähe des Dorfes im Valle di Comino, das wiederum in der Nähe des mittleren Appennins und des Nationalparks Abruzzen, Latium und Molise liegt. Auch wenn die Burg in Ruinen liegt, so bildet sie doch mit ihren Mauerringen, die fast unbeschädigt sind, ein weitläufiges, befestigtes Gebiet, das es ermöglicht, die verschiedenen Bauphasen, die Funktionen und die Strukturen im Inneren eines größeren Verteidigungssystems zu erkennen, das auch die benachbarten Burgen von Alvito und Picinisco umfasste.

Schnelle Fakten
Castello di Vicalvi
Hauptturm des Castello di Vicalvi

Hauptturm des Castello di Vicalvi

Staat Italien
Ort Vicalvi
Entstehungszeit 11. Jahrhundert
Burgentyp Höhenburg
Erhaltungszustand Ruine
Bauweise Bruchstein
Geographische Lage 41° 41′ N, 13° 43′ O
Höhenlage 583 m s.l.m.
Castello di Vicalvi (Latium)
Castello di Vicalvi (Latium)
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Geschichte und Beschreibung

Die Befestigung gehörte zunächst den Langobarden, den Prinzen von Capua, ging 1017 aber in den Besitz von Montecassino über. Die Mönche behielten sie bis zum Beginn des 13. Jahrhunderts, dann fiel sie an die Familie D’Aquino, die die Festung verstärken ließ, indem sie sie mit einem doppelten Mauerring umschließen ließ.

Nach einem kurzen Besitzerwechsel, zunächst zu den Étendards und dann zurück zu den Grafen D’Aquino, fiel die Burg an die Cantelmos, die aber die Burg in Alvito als Residenz wählten. Sie gaben die Burg von Vicalvi plötzlich auf, sodass sie langsam verfiel. Der Herzog von Alvito entschloss sich Anfang des 19. Jahrhunderts, sie der Familie Celli (die mit der Familie Marsella verwandt war) zu überlassen.

Die Reste ermöglichen es, die ersten Phasen der Befestigung in vorrömischer Zeit, insbesondere im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., zu bezeugen, auch wenn die ersten Dokumente, die die Existenz einer Burg an dieser Stelle bestätigen, erst aus dem Jahr 937 stammen.

Abgesehen von verschiedenen, späteren Erweiterungen sollte der erste eigentliche Umbau im 14. Jahrhundert, in der Zeit des Besitzes der Étendards, stattfinden, basierend auf der Menge horizontaler und vertikaler Strukturelemente, die an den gotischen Stil erinnern, einschließlich des ursprünglich nach innen geneigten Pultdaches.

Die Legende

Die Burg von Vicalvi ist auch in den esoterischen Chroniken für die Erscheinungen bekannt, die sich dort zugetragen haben sollen. Der Sage nach[1][2] soll an diesem Ort eine ehemalige Hofdame, die Signora Incatenata (dt.: Frau in Ketten) aufgetreten sein. Der Name, der ihr zu Unrecht zugeschrieben wird, ist der Geschichte der Burg von Vicalvi und ihrer verschiedenen Lehensherren aus dieser Zeit völlig fremd.[3] Sie soll im 18. Jahrhundert in der Burg gelebt haben,[4][5] und zeigte selbst an, junge Männer umgebracht zu haben, die sie während der Abwesenheit ihres Gatten verführt hatte. Dieser aber ließ sie, als er dies entdeckt hatte, lebend in einen der Türme einmauern.

Einzelnachweise und Bemerkungen

Quellen

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