Catharina Rebecca Senckenberg
Ehefrau von Johann Christian Senckenberg
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Catharina Rebecca Senckenberg geb. Mettingh (* 28. Januar 1716 in Hammersbach-Langen-Bergheim; † 11. Dezember 1747 in Frankfurt am Main) war die zweite Ehefrau von Johann Christian Senckenberg und stammte aus einer pietistisch geprägten Beamtenfamilie. Als enge Freundin seiner verstorbenen ersten Frau Johanna Rebecca Senckenberg geb. Riese wurde sie auf deren Wunsch hin seine neue Ehepartnerin. Die Ehe begann Ende 1744, blieb jedoch von Trauer überschattet: Catharina verlor zuerst ihre Stieftochter, dann ihr eigenes Kind, das wenige Monate nach der Geburt verstarb. Auch sie selbst erlag kurz darauf einem Lungenleiden.[1]

Trotz der kurzen Ehe hinterließ sie ein beträchtliches Erbe, das in die Dr. Senckenbergische Stiftung einfloss und das juristische Auseinandersetzungen mit ihrer Familie auslöste. Ihre Erinnerung wurde, wie die aller Verstorbenen im Hause Senckenberg, durch Porträts bewahrt.[1]
Leben
Catharina Rebecca Senckenberg, geborene Mettingh, wurde im Januar 1716 geboren und am 28. Januar 1716 in Bergheim bei Windecken getauft. Sie entstammte einer gebildeten Beamtenfamilie, die im Dienst der Grafschaft Isenburg stand. Sie war die Tochter von Johann Jakob Mettingh, Doktor beider Rechte und Regierungsrat in Bergheim, und seiner Ehefrau Margaretha Elisabetha, geb. Schütz.[1]
Ihre familiären Wurzeln lagen im protestantischen Milieu der frühen pietistischen Bewegung: Ihr Großvater mütterlicherseits war der Separatist Johann Jakob Schütz[2], ein einflussreicher Vertreter des Frankfurter Pietismus und ein enger Weggefährte von Christian Fende, dem Großvater von Johanna Rebecca Senckenberg, der ersten Ehefrau von Johann Christian Senckenberg, ihres späteren Mannes.[1]
Catharina Rebecca erhielt eine umfassende Ausbildung in evangelisch-reformierter Glaubenslehre, Haushaltung, Sprachen und Musik, wie es für Mädchen ihres Standes üblich war. Nach dem Tod ihres Vaters zog sie offenbar mit ihrer früh verwitweten Mutter nach Frankfurt am Main, wo sie diese bis zu deren Tod im Juli 1744 umsorgte.[1]

Am 14. Dezember 1744 heiratete Catharina den Witwer Johann Christian Senckenberg, einen Frankfurter Arzt. Sie war eine Freundin seiner kurz zuvor verstorbenen Ehefrau Johanna gewesen. Da Johanna Rebecca bereits früh Vorahnungen zu ihrem frühen Tod hatte, hatte sie ihrem Ehemann einmal ihre Freundin Catharina Rebecca Mettingh für eine zweite Ehe nach ihrem Tod empfohlen.[3] Auch Christian Fende, der Senckenberg und seine Enkelin Johanna zusammengebracht hatte, schien in der Vermittlung involviert und unterzeichnete den Ehevertrag mit.
Zur Versorgung des Kindes hatte sich Senckenberg wohl für diese Heirat direkt im Anschluss an das Trauerjahr entschlossen.[3] Nach der Hochzeit kümmerte sich Catharina Rebecca um die verbliebene Tochter Anna Margarethe und den Haushalt in der Hasengasse 3, das Elternhaus Senckenbergs in Frankfurt, nahe der Zeil. Doch schon im Juli 1745 starb die Stieftochter an den Folgen einer tuberkulösen Hirnhautentzündung.[1]
Im Herbst 1746 wurde Catharina Rebecca schwanger. Die Schwangerschaft verlief jedoch kompliziert. Sie wurde von ihrem Ehemann ärztlich betreut und litt unter Symptomen wie „brennender Hitze“ und „trockenem Husten“, die auf ein sich verschärfendes Lungenleiden hinweisen.[3] Am 27. Juni 1747 brachte sie einen Sohn zur Welt, Erhard Jakob. Nach nur dreieinhalb Monaten, Anfang Oktober 1747, verstarb das Kind, vermutlich an den Folgen einer tuberkulösen Infektion, die er sich bei der Mutter zugezogen hatte. Kurz drauf starb auch Catharina Rebecca am 11. Dezember 1747 an der Krankheit, nur wenige Wochen nach dem Tod ihres Kindes.[1]
Johann Christian Senckenberg ließ ihr Andenken durch Porträts bewahren, wie er es auch für alle anderen Verstorbenen im Haus Senckenberg tat. Die Gemälde wurden von den Frankfurter Malern Franz Lippold, Anton Sturm und Justus Juncker geschaffen und im Wohnzimmer seines Hauses „Zu den drei kleinen Hasen“ aufgehängt.[1]
Vor ihrer Heirat hatte Catharina Rebecca Senckenberg ein elterliches Erbe, Barvermögen und das Haus samt Mobilien ihrer Mutter, erhalten. Ihr jüngster Bruder Remigius Gerhard Mettingh war kurz vor dem Tod der Mutter 1744 enterbt worden und focht das entsprechende Testament der Mutter vor dem Reichskammergericht an, jedoch ohne Erfolg.[4] In einer „friedfertigen Renunciation“ (Verzichtserklärung) überließ Catharina Rebecca Senckenberg ihrem Bruder trotzdem die Hälfte des Hauses und der Möbel.[1]
Das verbleibende mütterliche Erbe von Catharina Rebecca Senckenberg ging dann nach ihrem Tod 1747 an ihren Ehemann über.[5] Bereits am Tag nach ihrem Tod begann ein langwieriger Rechtsstreit, erneut eingeleitet von Catharina Rebeccas Bruder Remigius Gerhard Mettingh.[5] Als „Leibes-Erbe“ beklagte er, dass er „gegenwärtig keine Kraft über die Hinterlassenschaft“ habe. Zudem stellte er „Rechtmäßigkeit und Anspruch in Frage“, die Johann Christian auf das nachgelassene Vermögen seiner Ehefrau habe, da das Paar nur so kurze Zeit verheiratet gewesen war und es keine überlebenden Kinder aus der Ehe gab.[6] Erneut hatte Remigius Gerhard Mettingh keinen Erfolg mit dem Rechtsstreit, und das Erbe blieb bei Senckenberg.[1]
Der Nachlass von Catharina Rebecca Senckenberg trug später auch zu dem Kapital der von ihrem Ehemann errichteten „Dr. Senckenbergischen Stiftung“ bei, die bis heute besteht.[1]