Cathrin Kahlweit

deutsche Journalistin und Publizistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Cathrin Kahlweit (* 11. Oktober 1959 in Göttingen) ist eine deutsche Journalistin und Publizistin.

Cathrin Kahlweit (2022)

Ausbildung und Berufsweg

Nach dem Abitur am Theodor-Heuss-Gymnasium in Göttingen studierte sie Politikwissenschaft und Russisch zunächst an der University of Oregon, dann in Tübingen und Göttingen, ergänzt durch ein Semester am Puschkin-Institut in Moskau. 1985 schloss sie das Studium mit dem Staatsexamen an der Georg-August-Universität zu Göttingen ab.

Nach einem Trainee-Programm bei der Dresdner Bank durchlief sie die Journalistenausbildung an der Henri-Nannen-Schule in Hamburg.[1]

1989 trat sie in die Redaktion der Süddeutschen Zeitung (SZ) in München ein. Von 1994 bis 1999 war sie SZ-Korrespondentin in Frankfurt am Main. 2007 übernahm sie in Berlin die Leitung des Redaktionsteams der neuen politischen Talkshow Anne Will,[2] kehrte aber schon 2008 zur SZ zurück.[3]

2012 übernahm sie das Korrespondentenbüro der SZ in Wien und berichtete auch über die Entwicklungen in Ungarn und der Ukraine. 2014 berichtete sie von Schauplätzen des Kriegs im Donbass.[4] In Kommentaren warf sie der russischen Seite vor, Aggressor in dem Konflikt zu sein.[5] Sie sah sich deshalb nach eigenen Worten einem „Shitstorm“ ausgesetzt.[6]

Von 2017 bis 2020 war sie Korrespondentin für das Vereinigte Königreich und Irland mit Sitz in London.[7] Im Sommer 2020 kehrte sie nach Wien zurück, wo sie auch für den Südosten der EU zuständig war.[8]

Mit Ende 2024 beendete sie ihre Tätigkeit für die Süddeutsche Zeitung, als Österreich-Korrespondentin folgte ihr Verena Mayer nach.[9] Seit Februar 2025 schreibt die nun als freie Journalistin arbeitende Cathrin Kahlweit für die österreichische Wochenzeitung Falter.[10]

Familie

Cathrin Kahlweit ist die Tochter des Physikprofessors und SPD-Politikers Manfred Kahlweit. Sie ist mit dem Autor George Deffner verheiratet und hat drei Kinder.

Nominierungen, Preise und Auszeichnungen

  • 2006 Dietrich Oppenberg-Medienpreis[11]
  • 2008 nominiert für den Theodor-Wolff-Preis für die Reportage: „Gefangen im Unaussprechlichen“[12]
  • 2009 Karl-Buchrucker-Preis[13]
  • 2018 nominiert für European Press Prize in der Kategorie „herausragende Berichterstattung“ für: „Geschichte ohne Ende“[14]
  • 2023 auf der Short-List des Stern-Preises in der Kategorie „Geschichte des Jahres“ für: „Einmal Hölle und zurück“[15]
  • 2023 nominiert für den Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie „Thema des Jahres“ für: „Einmal Hölle und zurück“[16]
  • 2023 nominiert für den European Press Prize in der Kategorie „Special Award“: „Einmal Hölle und zurück“[17]
  • 2025 Ehrenpreis für das Lebenswerk bei der Wahl zu den „Journalistinnen und Journalisten des Jahres 2025“ (medium magazin)[18]

Bücher

  • Architekten des Umbruchs: 85 Politiker des neuen Ost-Europa im Porträt. S.Fischer Verlag, Frankfurt a. M. 1993, ISBN 3-10-038502-0
  • Damenwahl : Politikerinnen in Deutschland. Verlag C. H. Beck, München 1994, ISBN 3-406-37459-X
  • mit Renate Künast: Träume sind mir nicht genug : was jetzt geschehen muss. Verlag Herder, Freiburg 2009, ISBN 978-3-451-30199-5
  • mit George Deffner: Pubertäter : wenn Kinder schwierig und Eltern unerträglich werden. Piper Verlag, München 2011, ISBN 978-3-492-27230-8
  • als Hrsg.: Jahrhundertfrauen : Ikonen - Idole - Mythen. Verlag C. H. Beck, München 1999, ISBN 3-406-42101-6
  • als Hrsg.: Ein Traum von Mann : 30 Bekenntnisse. Piper Verlag, München 2004, ISBN 3-492-04568-5

Einzelnachweise

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