Centonisation

From Wikipedia, the free encyclopedia

Centonisation, (von lat. cento ‚Flickwerk‘) ist die Bezeichnung für ein musikalisches Kompositionsverfahren, bei der eine Melodie aus bekannten melodischen Formeln oder Versatzstücken bereits vorhandener Melodien zusammengefügt wird. Die Cento-Technik gilt als grundlegend für Teile des Repertoires des Gregorianischen Chorals[1] wie auch des byzantinischen Gesangs der Ostkirche[2].

Die Centonisation beschränkt sich nicht nur auf die Melodik, sondern auch auf die Textierung liturgischer Gesänge, analog zum literaturwissenschaftlichen Begriff Cento. Die Kompilation von Texten aus unterschiedlichen Quellen, insbesondere von Bibelversen, die im Original nicht unmittelbar aufeinanderfolgen oder aus verschiedenen Büchern der Bibel stammen, war im Mittelalter allgemein üblich.[3]

Im engeren Sinn wird die Bezeichnung für gregorianische Melodien verwendet, deren Teilabschnitte unterschiedlichen Modi angehören. Centonisation in diesem Sinn gehört neben der Modulation zu den Techniken, in denen sich zeigt, dass sich gregorianische Gesänge in das theoretisch geschlossene System der Tonarten oft nicht eindeutig einordnen lassen.[4]

Siehe auch

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI