Chamissoschule

Mädchengymnasium in Berlin-Schöneberg From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Chamissoschule war ein Mädchengymnasium im Bayerischen Viertel im heutigen Berliner Ortsteil Schöneberg, benannt nach dem Naturforscher Adelbert von Chamisso. Die Schule war stark von Juden besucht und erlitt einen Schülerschwund aufgrund der Verfolgung der Juden, die zur Schließung führte.

SchulformMädchengymnasium
Gründung1900
Schließungca. 1941
Schnelle Fakten Schulform, Gründung ...
Chamissoschule
Schulform Mädchengymnasium
Gründung 1900
Schließung ca. 1941
Adresse Barbarossaplatz 5
Ort Berlin-Schöneberg
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 29′ 32″ N, 13° 20′ 59″ O
Schüler bis zu 1000
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Geschichte

Im Zuge des starken Bevölkerungswachstums in Berlin zur Wende zum 20. Jahrhundert bestand ein Bedarf nach höherer Bildung für Mädchen in Schöneberg. Im April 1900 wurde die Städtische Höhere Mädchenschule als zehnklassige höhere Mädchenschule gegründet.[1][2] Das Lyzeum erhielt 1908 den Namen Chamisso-Schule. Sie wurde Ende der 1930er Jahre aufgrund der massiven nationalsozialistischen Verfolgungen und Deportationen von Jüdinnen und Juden aus dem Bayerischen Viertel aufgelöst.

Gebäude

Die Schule am Barbarossaplatz wurde unter Leitung des Architekten und Baustadtrates Paul Egeling 1907 fertiggestellt und war das erste eigenständige Gebäude für höhere Mädchenbildung in Schöneberg. Über den Renaissance-Säulen am Eingangsportal thront in der Mitte Pallas Athene, die altgriechische Göttin der Weisheit, begleitet von Allegorien der Natur- und Geisteswissenschaften. Die Baukosten betrugen inklusive Turnhalle und Nebenanlagen 899.249,32 Mark.[3] Während des Zweiten Weltkriegs fungierte das Gebäude als Lazarett. Die kriegsbeschädigte Schule wurde später als Infektionskrankenhaus bis 1975 genutzt. In das halb zerstörte Gebäude zogen anschließend vorübergehend die Volkshochschule Schöneberg und die Finkenkrug-Sonderschule ein. Der Wiederaufbau und Umbau des Gebäudes begann Ende 1986. Seit der Wiedereröffnung 1990 teilen sich die Albert-Einstein-Volkshochschule und die inklusive Grundschule am Barbarossaplatz das Gebäude.

Schülerzahlen

Die Entwicklung der Schülerzahlen reflektiert die Verfolgung und Ausgrenzung der jüdischen Bevölkerung. Schrittweise wurden auf lokaler Ebene Schüler in jüdische Einrichtungen gezwungen oder ganz aus insbesondere höheren Schulen gedrängt. Der Schulbesuch wurde ab 1942 verboten. Die Chamissoschule hatte zu diesem Zeitpunkt jedoch schon aufgrund geringer Schülerzahlen geschlossen.

Weitere Informationen evangelisch, katholisch ...
evangelisch katholisch jüdisch diff. sonst. Gesamt
1920/21[4] 490 29 243 08 770
1921/22[5] 418 21 237 14 690
1925/26[6] 373 27 216 13 629
1929/30[7] 370 21 156 16 02 565
1933[8] 162 513
1936[8] 025 „Volljuden“ und 11 „Mischlinge 364
1939[8] 003 „Mischlinge 330
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Schulleiter

  • 1920/21 Brandes[4]
  • 1921/22–1929/30 Johannes Teufer[5][9][7]
  • 1930/31–19334/35 Erich Chudzinski
  • 1935/36–1937/38 Erich Chudzinski (beurlaubt), Dr. Georg Meinhard (stellv.)[10][11]
  • 1938/39–1939/40 Paul Weitzke[12]

Ehemalige

Bekannte Schüler

Bekannte Lehrer

Einzelnachweise

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