Hanan J. Ayalti
jiddischer Schriftsteller
From Wikipedia, the free encyclopedia
Hanan J. Ayalti (geboren als Chanan Klenbort 15. November 1910 in Sopoćkinie, Bezirk Grodno, Russisches Kaiserreich; gestorben 20. Januar 1992 in New York City) war ein polnisch-US-amerikanischer jüdischer Schriftsteller.
Leben
Chanan Klenbort lernte Hebräisch zu Hause und in der Schule. Während des Ersten Weltkriegs floh die Familie vor der Front nach Russland. Ab 1918 besuchte Klenbort im nunmehr polnischen Grodno eine Jeschiwa und zwei Jahre lang ein hebräisches Gymnasium in Białystok. Im Jahr 1929 emigrierte er nach Palästina, wo er unter dem Namen Ayalti in hebräischer Sprache sein erstes Buch veröffentlichte. 1933 zog er weiter nach Frankreich und studierte an der Sorbonne. 1936 ging er als Kriegsreporter nach Spanien, darüber schrieb er den Roman Der Hotel Vos Eksistirt nit.
Zurück in Paris lernte er die vor den Nationalsozialisten geflohenen deutschen Emigranten Heinrich Blücher und Hanna Arendt, der er Hebräisch-Unterricht erteilte, kennen. Zu dem Freundeskreis gehörte auch die deutsche Emigrantin Charlotte Sempell (1909–1998), die er 1940 heiratete, die Psychoanalytikerin Irena Klenbort (1943–1991) war ihre Tochter. Nach der deutschen Besetzung Frankreichs 1940 flüchteten sie nach Uruguay. Von dort gelang ihnen 1946 die Einreise in die USA, wo Charlotte Klenbort als Lehrbeauftragte am Brooklyn College Arbeit fand.
Ayalti war in New York Redaktionssekretär für das zionistische Wochenblatt Yidisher kemfer. Er schrieb für verschiedene jüdische Zeitungen, so auch für die Zeitschriften Commentary und Midstream. Er veröffentlichte in den USA mehrere in Jiddisch geschriebene Romane, die zum Teil als Fortsetzungsroman in der Zeitung Forverts erschienen. Ayalti gab eine Sammlung jüdischer Redensarten heraus, die auch ins Deutsche übersetzt wurde.
Werke (Auswahl)
- Bamekhilot. Roman. Tel Aviv, 1933/4 (he)
- „Bum“ un keytn. Wilna, 1936 (yi)
- „Boom“ and Chains: A Yiddish Novel Set in Israel/Palestine. Übersetzung ins Englische Adi Mahalel. Jerusalem: World Union of Jewish Studies, 2022
- Tate un Zun. Montevideo, 1943 (yi)
- Der Hotel Vos Eksistirt nit. Roman. Montevideo, 1944 (yi)
- Yidishe Shprikhverter. New York: Schocken, 1949 (yi)
- Je länger ein Blinder lebt, desto mehr sieht er : Jiddische Sprichwörter. Übersetzung: H. C. Artmann. Frankfurt am Main: Insel, 1965
- Der Tshek un di Eybikeyt. Erzählungen. Montevideo, 1950 (yi)
Literatur
- Ayalti, Hanan J., in: Encyclopaedia Judaica, 1972, Band 3, Sp. 993f.
- Ayalti, Khonen, in: Leksikon Fun Der Nayer Yidisher Literatur (en)
- Berl Kagan: Leksikon fun Yidish-Shraybers. Brooklyn, NY: Berl Kagan, 1986, S. 13
- Adi Mahalel: The Tunnels and Chains in the Hebrew and Yiddish Works of Ayalti, in: Jewish Studies Quarterly, 2025, S. 164–184
Weblinks
- Literatur von und über Ayalti, Hanan J. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Hanan J. Ayalti, 81; Wrote Yiddish Works, Nachruf bei NYT, 25. Januar 1992
- Papers of Hanan Ayalti , bei cjh
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ayalti, Hanan J. |
| ALTERNATIVNAMEN | Klenbort, Chanan; Ayalti, Khonen |
| KURZBESCHREIBUNG | jiddischer Schriftsteller |
| GEBURTSDATUM | 15. November 1910 |
| GEBURTSORT | Sapockin, Rajon Hrodna |
| STERBEDATUM | 20. Januar 1992 |
| STERBEORT | New York City |