Charles Augins

US-amerikanischer Schauspieler, Tänzer, Regisseur und Choreograf From Wikipedia, the free encyclopedia

Leben

Augins war das älteste von fünf Kindern von Margaret Elizabeth „Mary“ Adams und James Levering Augins. Bereits mit neun Jahren lernte er Stepptanz in einem Freizeitprogramm des Arlington Recreation Department. Er besuchte die Washington-Lee High School und begann im Alter von 15 Jahren eine Ballettausbildung an der Jones-Haywood School of Ballet in Washington, D.C., gegründet 1937 von Doris Jones und Clara Haywood, zwei wegweisenden Tanzpädagoginnen, die in der Zeit der Rassentrennung klassischen Ballettunterricht für afroamerikanische Schüler ermöglichten. Später setzte er seine Ausbildung an der Harkness Ballet School in New York City fort. Im Rahmen seiner prägenden Ausbildungsjahre arbeitete Augins eng mit bedeutenden – meist afroamerikanischen – Choreografen in den gesamten Vereinigten Staaten zusammen, darunter Doris Jones.[4]

Er starb im Alter von 81 Jahren an den Folgen einer Krebserkrankung und wurde in seiner Heimatstadt beigesetzt.[4] Über Lebenspartner und mögliche Kinder sind keine öffentlichen Quellen verfügbar.

Karriere

1964, im Alter von 21 Jahren, wirkte Augins an frühen Aufführungen der Capitol Ballet Company mit – einem 1961 von Doris Jones mitbegründeten integrierten Ensemble. Dort tanzte er Werke mit ihrer Originalchoreografie und entwickelte seine Fähigkeiten in Schauspiel, Tanz und kollaborativer künstlerischer Arbeit weiter, bevor sich ihm größere professionelle Möglichkeiten eröffneten.[4]

Im Jahr 1968 schloss sich Augins dem Tourneetheater des Broadway‑Musicals Hallelujah, Baby! an. Von 1975 bis 1977 und erneut in den Jahren 1992 und 1993 war er dann als Choreograf und Regisseur selbst am Broadway in New York tätig.[5][6][7]

Seinen internationalen Durchbruch hatte er 1977, als er nach London zog, um in der West‑End‑Produktion von Bubbling Brown Sugar am Prince of Wales Theatre mitzuwirken – einer Revue, die den Jazz und den Tanz der Harlem Renaissance feierte. Als Teil des Ensembles sang er Hintergrundstimmen und tanzte komplexe Choreografien. 1981 choreografierte er Ray Davies’ erstes Musical Chorus Girls am Theatre Royal Stratford East in London. Einen bedeutenden Teil seiner Karriere lebte und arbeitete Augins im Vereinigten Königreich, wo er später als Dozent und Leiter an der London Contemporary Dance School tätig war.[4][6][7]

Ab Ende der 1970er-Jahre wirkte er auch im Film und Fernsehen als Choreograf und Schauspieler mit. So trat er 1981 in der britischen Fernsehserie Blake’s 7 auf. Eine kleine Filmrolle hatte er bereits 1978 in den Filmen Inspektor Clouseau – Der irre Flic mit dem heißen Blick als Vic Vancouver sowie in Warlord.[1][2][3]

Bekannt wurde er vor allem dem britischen Publikum als der Bordcomputer „Queeg 500“ in der britische Science-Fiction-Serie Red Dwarf. Er wirkte in der Serie ab 1988 auch als Choreograf, beispielsweise für eine Tanzszene der Folge Parallel Universe. Für den Film Die Reise ins Labyrinth aus dem Jahr 1986 arbeitete er ebenfalls als Choreograf und sprach zudem eine der Puppen. 1989 trat er in der Jeff‑Goldblum‑Komödie Das lange Elend unter der Regie von Mel Smith als er selbst auf.[1][2][3] Im deutschen Sprachraum wurde Augins unter anderem von Sven Christensen und Kurt Goldstein synchronisiert.[8]

Neben seiner Arbeit als Choreograf, Regisseur und Schauspieler auf der Bühne und vor der Kamera war er auch als Sänger tätig. So steuerte er Hintergrundgesang für Künstler wie Amii Stewart bei und veröffentlichte 1982 eine Coverversion des Holland–Dozier–Holland‑Lieds Baby I Need Your Loving als Single. Nach der Zusammenarbeit mit David Bowie bei der Produktion von Jim Hensons Die Reise ins Labyrinth verantworte er auch die Choreografie für eines seiner Musikvideos, arbeitete aber auch mit Künstlern wie Sting zusammen.[4]

Zur Jahrtausendwende kehrte er in die Vereinigten Staaten zurück, wo er den langjährigen Vorsitz der Tanzabteilung der Duke Ellington School of the Arts in Washington, D.C., übernahm, die er bereits 1973 mitbegründet hatte. Er führte kulturelle Austauschprogramme mit Institutionen wie der Bolshoi‑ und der Kirow‑Ballettschule ein, die den Schülern damit eine internationale Perspektive ermöglichten.[4]

Auszeichnungen und Nominierungen

  • 1977: Nominiert für den Laurence Olivier Award in der Kategorie „Performance of the Year in a Musical“ für Bubbling Brown Sugar
  • 1991: Gewinn des Laurence Olivier Award in der Kategorie „Best Theatre Choreographer“ (englisch Bester Theaterchoreograf) für Five Guys Named Moe
  • 1991: Nominiert für den Laurence Olivier Award in der Kategorie „Best Director of a Musical“ für Five Guys Named Moe
  • 1994: Nominiert für den Helen Hayes Award in der Kategorie „Outstanding Choreography, Resident Production“ für Five Guys Named Moe
  • 1999: Nominiert für den Helen Hayes Awards in der Kategorie „Outstanding Choreography, Resident Production“ für The Fix

Neben den genannten Auszeichnungen wurde er zudem mit NAACP Award, dem L.A. Theatre Ovation Award (1994), dem Living Legend Award der Stadt Washington (2016), D.C. und 2019 mit dem Creed Award der Duke Ellington School of the Arts geehrt – als erster Preisträger.[4]

Filmografie (Auswahl)

Theater (Auswahl)

  • 1975: Treemonisha (Uris Theatre und Palace Theatre, Broadway, New York City)[5]
  • 1976: Let My People Come (Morosco Theatre, Broadway, New York City; wurde nie eröffnet)[5]
  • 1976–1977: Guys and Dolls (Broadway Theatre, Broadway, New York City)[5]
  • 1977: Bubbling Brown Sugar (West-End-Produktion, London)[6]
  • 1978: Twelfth Night (Theatertournee des Old Vic, London)[9]
  • 1980–1981: Kiss Me, Kate (Bristol Old Vic – Theatre Royal)[9]
  • 1981: Chorus Girls (Theatre Royal Stratford East, London)
  • 1987: This is My Dream (Theatre Royal Stratford East, London)[9]
  • 1990–1995: Five Guys Named Moe (Theatre Royal Stratford East und Lyric Theatre, London)[9]
  • 1992–1993: Five Guys Named Moe (Eugene O’Neill Theatre, Broadway, New York City)[5]
  • 1994–1985: Five Guys Named Moe (Hippodrome, Bristol, und Theatre Royal, Bath)[9]
  • 1997: The Fix (West-End-Produktion, London)[6]
  • 1998: The Fix (Arlington, Vancouver)[6]

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI