Charles Davenant
englischer Ökonom und Tory-Politer
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Charles Davenant (* 17. November 1656 in London; † 6. November 1714 in London) war ein englischer Ökonom und Tory-Politiker.
Leben
Charles Davenant war der zweitälteste Sohn des Schriftstellers und Theaterdirektors William Davenant (1606–1668) bzw. der älteste Sohn mit dessen dritter Ehefrau, Henriette Marie du Tremblay. Er besuchte die Cheam grammar school und von 1671 bis 1673 das Balliol College. Kurzzeitig versuchte er als Manager und Anteilseigner des Duke of York’s Theatre in die Fußstapfen seines verstorbenen Vaters zu treten, sein einziges Theaterstück Circe war jedoch kein Erfolg. 1675 erlangte er in Cambridge den juristischen Abschluss LL.D. und wurde Mitglied der Doctors’ Commons. 1678 heiratete er Frances Molins, Tochter des Londoner Arztes James Molins. Aus der Ehe gingen zwei Söhne und sechs Töchter hervor.[1]
Davenant war von 1678 bis 1689 als Commissioner of the Excise (Kommissar für Verbrauchsteuern) tätig. 1685 wurde er für den Wahlkreis St Ives in das House of Commons des Englischen Parlaments gewählt, mit Zustimmung des zu dieser Zeit regierenden Jakob II. Als Mitglied von neun Ausschüssen beschäftigte sich Davenant unter anderem mit Gesetzentwürfen zur Gründung des neuen Parish St. James Piccadilly, zur Verhinderung heimlicher Eheschließungen und zur Entlastung armer Schuldner. Nach der Glorious Revolution wurde er unter den neuen Machthabern seines Commissioner-Amtes enthoben. Er trat wohl auch bei der Parlamentswahl 1689 nicht mehr an, auch wenn er noch im Vorjahr von den Wahlbeauftragten des Königs als Hofkandidat für St. Ives bestätigt worden war.[1]
Während der Regierungszeit Wilhelms III. machte Davenant sich als Tory-Pamphletist und Ökonom einen Namen. Neben Thomas Mun und Josiah Child gehörte er zu den bedeutendsten Theoretikern des Merkantilismus.[2] 1698 wurde er im Wahlkreis Great Bedwyn erneut in das Parlament gewählt. 1701 verlor er diesen Sitz, nachdem er zusammen mit zwei anderen Torys beim Abendessen mit französischen Abgesandten angetroffen worden war, was im Vorfeld der Kriegserklärung Englands gegen Frankreich Fragen bezüglich seiner Loyalität aufwarf. Königin Anne ernannte Davenant jedoch 1705 zum Inspector-General of the Imports and Exports (Generalinspektor für Importe und Exporte), was er bis zu seinem Tod 1714 blieb. Er wurde auf dem Friedhof bei der St Bride’s Church begraben.[1]
Siehe auch
- Kingsche Regel (auch: King-Davenant Law)
Werke
- An Essay on the East India Trade (1697)
- Two Discourses on the Public Revenues and Trade of England (1698)
- An Essay on the probable means of making the people gainers in the balance of Trade (1699)
- A Discourse on Grants and Resumptions and Essays on the Balance of Power (1701)
Literatur
- Hume, L. J. (1974): Charles Davenant on financial administration. History of Political Economy, 6(4), 463-477.
- Groenewegen, P. (1987): Davenant, Charles (1656–1714). In: The New Palgrave Dictionary of Economics. Palgrave Macmillan, London. https://doi.org/10.1057/978-1-349-95121-5_338-1
Weblinks
- www.historyofparliamentonline.org
- www.hetwebsite.net
- Prince Charles to Enter Boarding School; Father's Alma Mater Is Chosen for Him New York Times vom 15. August 1957 ("Among its early students were Charles Davenant, son of Sir William Davenant, the poet,...")