Charles Howard, 11. Duke of Norfolk
englisch-britischer Politiker und Peer
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Charles Howard, 11. Duke of Norfolk (* 15. März 1746; † 16. Dezember 1815) war ein englisch-britischer Politiker und Adliger.

Leben
Charles Howard war der einzige Sohn von Charles Howard, 10. Duke of Norfolk (1720–1786) und dessen Ehefrau Katharine Brockholes (1718–1784), Tochter von John Brockholes. Als Heir apparent seines Vaters führte er ab 1777 den Höflichkeitstitel Earl of Surrey.
Charles Howard schwor dem Katholizismus ab, als er seine politische Laufbahn begann, blieb jedoch ein überzeugter Befürworter der Katholikenemanzipation und lehnte auch den Krieg gegen die amerikanischen Kolonien ab.[1] Er war von 1780 bis 1784 als Abgeordneter für das Borough Carlisle Mitglied des House of Commons und wurde 1783 im Kabinett Portland zum Lord of the Treasury ernannt. Beim Tod seines Vaters beerbte er diesen 1786 als 11. Duke of Norfolk, 29. Earl of Arundel, 11. Earl of Surrey, 9. Earl of Norfolk und 19. Baron Maltravers und wurde dadurch Mitglied des House of Lords. Zudem erbte er das Amt des Earl Marshal, als dessen Stellvertreter (Deputy Earl Marshal) er bereits seit 1782 fungiert hatte. Er war dafür bekannt, sich als Mitglied der Whig-Partei aktiv an der Opposition gegen König Georg III. zu beteiligen. Seit 1782 amtierte er als Lord Lieutenant des West Riding of Yorkshire, wurde aber 1798 aus dem Amt entlassen, weil er auf „Our sovereign’s health — the majesty of the people“ angestoßen hatte.[2] Ab 1807 war er Lord Lieutenant von Sussex und 1810 amtierte er als Mayor von Gloucester.
Er investierte einen beträchtlichen Teil seines Vermögens in den Wiederaufbau und die Renovierung seines Familiensitzes Arundel Castle. Von 1789 bis 1790 war er Großmeister der Freimaurer-Provinz Herefordshire. Von 1794 bis zu seinem Tod amtierte er auch als Präsident der Society of Arts.
1767 heiratete er in erster Ehe Mariana Coppinger, die bereits 1768 bei einer Fehlgeburt starb. In zweiter Ehe heiratete er 1771 Frances FitzRoy-Scudamore (1750–1820), bei der kurz nach der Hochzeit eine Geisteskrankheit diagnostiziert wurde und die daraufhin bis zu ihrem Tod eingesperrt blieb. Er hatte keine ehelichen Kinder, aber sechs uneheliche Kinder aus zwei Beziehungen: Aus einer unehelichen Beziehung mit Elizabeth Stephenson einen Sohn, Henry Frederick Stephenson (1790–1858), der Unterhausabgeordneter wurde. Mit seiner langjährigen Mätresse Mary Ann Gibbon (einer Cousine des Edward Gibbon) hatte er drei Söhne, Matthew Charles Howard-Gibbon (1796–1873), Edward Howard Howard-Gibbon (1799–1849) und Richard Howard-Gibbon, sowie zwei Töchter, Mary Eliza Howard-Gibbon (* 1802) und Caroline Howard-Gibbon (* 1806).
Da er keine legitimen Nachkommen hinterließ, folgte bei seinem Tod 1815 sein Cousin vierten Grades Bernard Edward Howard als 12. Duke of Norfolk.[2]
Weblinks
- Peerage: Norfolk bei Leigh Rayment’s Peerage
- Norfolk, Duke of (E, 1483) bei Cracroft’s Peerage
- Charles Howard, 11th Duke of Norfolk auf thepeerage.com