Charles Kushner

US-amerikanischer Immobilienentwickler und ehemaliger Rechtsanwalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Chanan „Charles“ Kushner (* 16. Mai 1954 in Elizabeth, New Jersey) ist ein US-amerikanischer Immobilienentwickler und ehemaliger Rechtsanwalt, der 1985 die Kushner Companies gründete. Im Juli 2025 wurde er von Präsident Donald Trump als Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich bestellt.

Charles Kushner (2025)

Laufbahn

Charles Kushner wurde am 16. Mai 1954 als Sohn von Joseph Berkowitz und Rae Kushner geboren, die als jüdische Überlebende des Holocaust nach Amerika kamen[1], wo sein Vater ein erfolgreiches Immobiliengeschäft in New Jersey aufbaute. Seine Mutter war in Budapest geboren worden, während sein Vater aus Polen kam. Seine Eltern gaben ihm den Namen Chanan, nach einem Onkel mütterlicherseits, der während des Holocausts in einem Konzentrationslager gestorben war.[2] Kushner wuchs mit seinem Bruder Murray und seiner Schwester Esther in New Jersey auf und machte seinen Abschluss an der Hofstra University School of Law im Jahr 1979.

1985 gründete Kushner gemeinsam mit seinem Vater das Immobilienunternehmen Kushner Companies. Bis 1999 verwaltete Kushner Companies mehr als 10.000 Wohnungen, ein Hausbaugeschäft, Gewerbe- und Industrieimmobilien sowie eine kleine Bank. Aufgrund seiner guten politischen Kontakte wurde Kushner auch zum Chairman der Port Authority of New York and New Jersey ernannt.[3] 2016 wurde das Vermögen der Familie Kushner auf knapp 1,8 Milliarden US-Dollar geschätzt.[4]

Verurteilungen

Begnadigung von Charles Kushner durch Donald Trump (23. Dezember 2020)

Am 30. Juni 2004 wurde Kushner von der Federal Election Commission zu einer Geldstrafe von 508.900 Dollar wegen illegaler Wahlkampfspenden verurteilt.[5] 2005 bekannte er sich im Rahmen eines Vergleichs mit New Jerseys Staatsanwalt Chris Christie in 18 Anklagepunkten wegen illegaler Wahlkampfspenden, Steuerhinterziehung und Zeugenbeeinflussung schuldig. Der Vorwurf der Zeugenbeeinflussung ergab sich aus Kushners Vergeltungsmaßnahmen gegen William Schulder, den Ehemann seiner Schwester Esther, der mit den Bundesermittlern gegen Kushner kooperierte. Kushner heuerte eine Prostituierte an, um seinen Schwager zu verführen und ließ die sexuelle Begegnung zwischen den beiden aufzeichnen und das Band an seine Schwester schicken.[6][3][7]

Kushner wurde zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt und verbüßte seine Haftstrafe in dem Federal Prison Camp, Montgomery in Alabama. Nach 14 Monaten wurde er im August 2006 aus der Haft entlassen. Am 23. Dezember 2020 begnadigte Präsident Trump Kushner und annullierte seine Verurteilung nachträglich. Dies wurde mit Kushners philanthropischen Aktivitäten begründet, darunter Spenden an medizinische Einrichtungen und jüdische Organisationen.[3]

Durch seine Verurteilung verlor Kushner in drei US-Bundesstaaten seine Zulassung als Jurist und er gab die Kontrolle über Kushner Companies an seinen Sohn Jared Kushner ab, blieb allerdings weiterhin an der Leitung des Unternehmens beteiligt. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis verlagerte Kushner seine geschäftlichen Aktivitäten von New Jersey nach New York City. Anfang 2007 kaufte die Kushner Companies das Gebäude 666 Fifth Avenue in Manhattan.[8]

Politik

Unterstützung der Demokratischen Partei

Vor 2015 war Kushner ein Unterstützer der Demokraten; er spendete an Al Gore, Bill Clinton und New Jersey-Gouverneur Jim McGreevey.[3]

Wechsel zu den Republikanern

Im August 2015 spendete Kushner 100.000 Dollar an Make America Great Again, ein Super-PAC, das Trumps Präsidentschaftswahlkampf 2016 unterstützte.[9] Nach der Wahl Trumps wurde sein Sohn Jared zum Senior Advisor von Präsident Trump und war an den Abraham Accords beteiligt.

Ernennung zum US-amerikanischen Botschafter in Paris

Am 30. November 2024 kündigte der designierte Präsident Trump an, dass er Kushner in seiner zweiten Amtszeit zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Frankreich ernennen werde.[10] Kushner hatte zuvor erneut für seinen Wahlkampf gespendet.[11][12] Seine Nominierung wurde am 19. Mai 2025 vom Senat mit 51 zu 45 Stimmen bestätigt.

Vorwurf an Paris, nicht genug gegen den Antisemitismus zu tun

Im August 2025 löste Kushner eine diplomatische Krise aus, indem er einen offenen Brief im Wall Street Journal an den Präsidenten der französischen Republik, Emmanuel Macron, veröffentlichte, in dem er Frankreich vorwarf, nicht genug gegen den „dramatischen Anstieg des Antisemitismus“ zu tun, und seine Hilfe bei der Ausarbeitung eines „ernsthaften Plans“ anbot.[13] Er kritisiert auch französische Positionen zugunsten der Anerkennung eines palästinensischen Staates, was seiner Meinung nach antisemitische Vorfälle befeuert. Frankreich bestellte ihn ins Außenministerium ein und erinnerte daran, dass die Wiener Konvention von 1961 Botschaftern verbietet, sich in die inneren Angelegenheiten eines Landes einzumischen. Er folgte der Einbestellung nicht; stattdessen entsandte er den Geschäftsträger der US-Botschaft.[14] Als lautstarker Gegner der Zwei-Staaten-Lösung zur Beendigung des israelisch-palästinensischen Konflikts verurteilte er am 22. September 2025 die Anerkennung Palästinas durch Frankreich und sagte, es sei ein „Tag der Feier für die Hamas“.[15]

Weiterer Konflikt, Kommentar des US-Außenministeriums zum Tod von Quentin Deranque

Kushner war Anfang 2026 an einem weiteren diplomatischen Konflikt mit der französischen Regierung nach Kommentaren der US‑Vertretung zum Tod des 23‑jährigen Quentin Deranque beteiligt.[16]

Auslöser war die Weiterverbreitung einer Mitteilung des Anti‑Terror‑Büros des US‑Außenministeriums auf X, die den Vorfall in Lyon als Hinweis auf eine wachsende Bedrohung durch linksextreme Gewalt darstellte.[17] Das französische Außenministerium bestellte Kushner zur Stellungnahme; Minister Jean‑Noël Barrot bezeichnete die Einmischung in die nationale Debatte als inakzeptabel und forderte Erklärungen.[18] Berichten zufolge erschien Kushner nicht persönlich zur Vorladung; er ließ sich durch einen Botschaftsvertreter vertreten, was in Paris als Missachtung diplomatischer Gepflogenheiten gewertet wurde.[19]

Als Reaktion forderte Barrot, Kushner dürfe vorerst keinen direkten Zugang mehr zu Mitgliedern der französischen Regierung haben; Außenminister Barrot erklärte, man brauche hier keine Belehrungen.[20] Französische Medien betonten, Paris wolle eine Instrumentalisierung der Tragödie für außenpolitische Zwecke verhindern und die Souveränität des öffentlichen Diskurses verteidigen.[21] Der Vorfall folgte auf frühere Spannungen, etwa Kushners Kritik an Frankreich im Zusammenhang mit Antisemitismus, und wurde vor dem Hintergrund innenpolitischer Sensibilitäten vor Wahlen eingeordnet.[22] Nach Berichten suchten beide Seiten den Dialog: Kushner telefonierte mit Barrot und erklärte, er wolle nicht in die französische Debatte eingreifen; ein persönliches Treffen wurde angekündigt.[23][24]

Familie

Kushner ist mit Seryl Stadtmauer verheiratet. Sein älterer Sohn Jared ist der Ehemann von Ivanka Trump, einer Tochter von Donald Trump. Er hat drei weitere Kinder, darunter seinen jüngeren Sohn Joshua, einen Risikokapitalunternehmer, der mit dem Model Karlie Kloss verheiratet ist.

Kushner traf persönlich mit dem Präsidenten der Harvard University zusammen und spendete 1998 2,5 Millionen Dollar an Harvard. Im folgenden Jahr wurde sein Sohn Jared an der Harvard University aufgenommen, obwohl seine akademischen Leistungen eigentlich nicht für die Ivy League ausgereicht haben sollen.[25]

Einzelnachweise

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