Charles Winninger

US-amerikanischer Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Charles Winninger (* 26. Mai 1884 in Athens, Wisconsin; † 27. Januar 1969 in Palm Springs, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler, der erfolgreich in Film, Fernsehen, Radio und Theater wirkte. In den Jahren 1915 bis einschließlich 1960 war er in mehr als 70 Film- und Fernsehproduktionen zu sehen.

Charles Winniger (1909)

Leben und Karriere

Charles Winninger, dessen Familie zum großen Teil aus Unterhaltungskünstlern bestand, begann seine Showkarriere bereits im Kindesalter an der Seite von seinen Eltern. Die Schule hatte er bereits mit acht Jahren verlassen. Die erste Station seiner langen Karriere waren verschiedene Vaudeville-Shows. 1910 trat er zum ersten Mal am Broadway auf, in der Musikkomödie The Yankee Girl. In den 1910er- und 1920er-Jahren wurde Winninger zu einem bekannten Gesicht an den Broadway-Bühnen; er spielte dort in über einem Dutzend Produktionen, meist Musicals oder Komödien.[1] Seinen wohl größten Theatererfolg hatte er im Jahre 1927, als er in der Uraufführung des Musical-Klassikers Show Boat von Jerome David Kern und Oscar Hammerstein die Rolle des liebenswürdigen Mississippi-Dampfschiffskapitäns Cap’n Andy darstellte. Diese Rolle sollte er erneut in der gleichnamigen Verfilmung von James Whale aus dem Jahre 1936 darstellen.

Sein Filmdebüt hatte Winninger bereits 1915 absolviert, doch während der Stummfilmzeit blieben seine Auftritte in diesem Medium Mangelware. Erst mit Beginn des Tonfilms Anfang der 1930er Jahre übernahm Winninger regelmäßig Nebenrollen in Hollywood. Zwar war er dort auch vorwiegend in komödiantischen Rollen zu sehen, er trat aber auch in ernsten Filmen wie Night Nurse und Die Sünde der Madelon Claudet auf. Winninger spezialisierte sich mit seinen weißen Haaren und seiner kleinen, korpulenten Gestalt vor allem auf die Darstellung von etwas schrulligen, aber gutherzigen Vätern, Doktoren, Onkeln oder Showmännern. Neben Carole Lombard und Fredric March spielte er einen trotteligen Landarzt aus Vermont in der Screwball-Komödie Denen ist nichts heilig (1937), der Lombard fälschlicherweise eine tödliche Krankheit diagnostiziert. Außerdem verkörperte er Washington Dimsdale, den versoffenen Sheriff einer korrupten Kleinstadt, in der Westernkomödie Der große Bluff (1939) mit Marlene Dietrich und James Stewart. In den 1940er Jahren arbeitete Winninger vor allem für MGM, wo er als Vater von Judy Garland in Little Nellie Kelly (1940) und Mädchen im Rampenlicht (1941) besetzt wurde. In dem Musicalhit Jahrmarkt der Liebe (1945) verkörperte er einen Familienvater und Farmer aus Iowa. Eine seiner wenigen Hauptrollen hatte er 1953 als exzentrischer Kleinstadtrichter aus den Südstaaten in John Fords nostalgischer Komödie Wem die Sonne lacht. In den 1950er-Jahren übernahm er auch einige Parts im aufkommenden Fernsehen, ehe er sich nach seinen letzten beiden Kinofilmen im Jahr 1960 ins Privatleben zurückzog.

Ab 1912 war Winninger mit der Schauspielerin Blanche Ring (1871–1961) verheiratet, neben der er auch in mehreren Stücken auftrat. Dadurch war der Schauspieler Cyril Ring sein Schwager. Winninger und Blanche Ring trennten sich bereits Ende der 1920er-Jahre, ließen sich aber erst im Jahr 1951 scheiden. Ebenfalls 1951 heiratete Winninger die Schauspielerin Gertrude Walker (1902–1995), mit der er bis zu seinem Tod – im Jahr 1969 mit 84 Jahren – verheiratet war. An ihn erinnert ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame in der Kategorie Radio – für seine profilierte, aber heute nur noch wenig bekannte Radioarbeit, in deren Zusammenhang er unter anderem ab 1932 seine eigene Radiosendung Showboat Hour hatte.[2]

Filmografie (Auswahl)

Commons: Charles Winninger – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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