Chartrené

französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Chartrené ist eine ehemalige französische Gemeinde mit 54 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Maine-et-Loire in der Region Pays de la Loire. Sie gehörte zum Arrondissement Saumur. Die Bewohner werden Chartrénéens und Chartrénéennes genannt.

Schnelle Fakten
Chartrené
Chartrené (Frankreich)
Chartrené (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Pays de la Loire
Département Maine-et-Loire
Arrondissement Saumur
Gemeinde Baugé-en-Anjou
Koordinaten 47° 30′ N,  8′ W
Postleitzahl 49150
Ehemaliger INSEE-Code 49079
Eingemeindung 1. Januar 2016
Status Commune déléguée

Kirche Saint-Maurice
Schließen

Der Erlass des Präfekten vom 10. Juli 2015 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Eingliederung von Chartrené als Commune déléguée gemeinsam mit 14 weiteren Orten zur Commune nouvelle Baugé-en-Anjou fest.[1]

Geografie

Karte von Chartrené

Chartrené liegt etwa 32 Kilometer östlich von Angers, etwa 62 Kilometer südwestlich von Le Mans und etwa 26 Kilometer nördlich von Saumur in der Région naturelle des Baugeois. Das Gebiet von Chartrené liegt im Pariser Becken auf einer gewellten Hochebene. Im Südwesten des Ortsgebiets erhebt sich ein bewaldeter Hügel, der mit 97 m die höchste Bodenerhöhung darstellt. Das Zentrum befindet sich auf etwa 40 m Höhe. Chartrené wird hauptsächlich von dem Flüsschen Brocard und seinen zeitweise trockenfallenden Nebenflüssen Ruisseau du Grand Mandon und Ruisseau de l’Étang entwässert.

Umgeben wird Chartrené von der Nachbargemeinde Les Bois d’Anjou und drei Communes déléguées von Baugé-en-Anjou:

Le Vieil-Baugé Bocé
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Cuon
Les Bois d’Anjou

Geschichte

Die Geschichte Chartrenés kann bis ins 6. Jahrhundert zurückgeführt werden, als dieser Platz Quaterniacus hieß. Die Lokalhistoriker gehen davon aus, dass hier in gallorömischer Zeit ein Landhaus stand. Der Name dürfte von Quartini-acum, einem Diminutiv von Quartus abgeleitet sein.

Im 7. Jahrhundert wurde dann der erste Bau der Kirche Saint-Maurice errichtet, nachdem der Bischof von Angers Mainboeuf den Ort eines Wunders besucht hatte. Ende des 10. Jahrhunderts überließ der Graf von Anjou Fulko III. das Land dem Seigneur von Beaupréau, Josselin de Rennes. Erst später, im 11. Jahrhundert, wurde dort von der Abtei Saint-Aubin d’Angers dank Spenden der Familie Chartrené im 11. und 12. Jahrhundert ein Priorat gegründet, das von nun an die Lehnsherrschaft ausübte.

Im 11. Jahrhundert taucht für Chartrené die Bezeichnung Catriniaco auf, im 13. Jahrhundert Chartrené.[2]

Bevölkerungsentwicklung

Chartrené: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
276
1800
 
202
1806
 
145
1821
 
211
1831
 
226
1841
 
214
1846
 
218
1851
 
209
1856
 
216
1861
 
201
1866
 
196
1872
 
167
1876
 
168
1881
 
163
1886
 
173
1891
 
177
1896
 
199
1901
 
172
1906
 
178
1911
 
150
1921
 
140
1926
 
145
1931
 
125
1936
 
140
1946
 
112
1954
 
99
1962
 
96
1968
 
86
1975
 
57
1982
 
44
1990
 
49
1999
 
54
2006
 
55
2013
 
52
2020
 
52
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[3] INSEE ab 2006[4][5][6]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

Der einschiffige Bau der Pfarrkirche Saint-Maurice stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie hat ihren romanischen Stil bewahrt. Die Kirche ist seit 1972 als Monument historique eingeschrieben und birgt zahlreiche Ausstattungsgegenstände, die in der Base Palissy gelistet sind, darunter eine große Anzahl, die als Monument historique der beweglichen Objekte klassifiziert sind.

Der kleine Ort hat noch zwei weitere als Kulturdenkmäler klassifizierte Bauwerke: das Schloss aus dem 14. bis 17. Jahrhundert (Fassaden und Dächer seit 1968 als Monument historique eingeschrieben) und das Pfarrhaus aus dem 17./18. Jahrhundert (Fassaden, Dächer und Scheune seit 1984 als Monument historique eingeschrieben).

Vom Priorat der Benediktiner aus dem 11. Jahrhundert sind nur noch Reste zu sehen. Die Kapelle Sainte Marie-Madeleine wurde 1792 zerstört.

Drei Wassermühlen und eine Windmühle sind über die Gemarkung verteilt.

Freizeit und Tourismus

Auch in Chartrené gibt es eine Anlage für das traditionelle Boulespiel der Gegend, das Boule de fort.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes de Maine-et-Loire. Flohic Editions, Band 1, Paris 2001, ISBN 2-84234-117-1, S. 231–234.
Commons: Chartrené – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI