Checkerboard Cake

Biskuitkuchen From Wikipedia, the free encyclopedia

Checkerboard Cake, auch Chessboard Cake, (englisch für Schachbrettkuchen oder Schachbretttorte, von Checkers für das Damespiel) ist ein Biskuitkuchen, der im Anschnitt wie ein Schachbrettmuster aussieht. Dies wird mit einer dunklen Schokoladenmasse und einer hellen, oft mit Zitrone aromatisierten Masse erzielt, indem beide Biskuitmassen abwechselnd und farblich versetzt ringförmig mittels eines Spritzbeutels in die Backform eingefüllt werden, um ein Schachbrettmuster zu erzeugen.[1] Möglich ist auch das Ausschneiden von Würfeln, Streifen oder Ringen aus verschiedenfarbigen Tortenböden, die dann farblich versetzt übereinandergelegt und mit Creme oder Gelee zusammengefügt werden.[2][3][4] Weiterhin werden auch mit Schachbrettmuster dekorierte Kuchen oder Torten danach benannt.

Nr. 3 zeigt einen „gâteau damier“ (aus The modern baker, confectioner and caterer, 1907)
Checkerboard Cake aus Vanille- und Schokoladen-Biskuit (angeschnitten)

Die französische Variante Gâteau Damier[5][6] oder einfach nur Damier[7] ist eine getränkte Buttercremetorte aus Génoise-Biskuit mit Mandelsplitterrand und Schachbrettmuster-Dekor.[7] Hierzu wird die Génoise-Mandelmasse in Papierkästchen gebacken, die kleinen Vierecke verschiedenfarbig dekoriert und zur „Damenbrett-Torte“ (Damier) zusammengestellt.[8] Die Bezeichnung ist vom Jeu de dames (Damespiel) abgeleitet.

Geschichte

Beginnend mit der Amerikanischen Revolution wurden Kakaobohnen in den Läden verkauft und Kakao wurde zu einer der meist verwendeten Zutaten für Getränke und Kuchen.[9] Zwar gab es schon früher Kuchen mit Schokoladencremefüllung, aber keinen Teig auf Schokoladenbasis.[9] Erst in einem Kochbuch aus North Dakota aus dem Jahr 1892 fügte die Verfasserin einem hellen Kuchenteig in dünne Scheiben geschnittene Schokolade hinzu – „eine sehr feine und neuartige Idee“, wie es hieß; dies war womöglich der Vorläufer von Marmor- und Schachbrettkuchen.[9]

Erstmals namentlich erwähnt wurde ein Checkerboard Cake im Jahr 1897 auf der Messe Lehigh County Fair (Pennsylvania), als 25.000 Menschen das Messegelände von Allentown besuchten und die Zubereitung dieses Vorführkuchens miterlebten. Dann war er in Kochkursen in Philadelphia ein „Hingucker“, mit dem man Gasherde präsentierte oder in Salt Lake City die Backpulver, Mehle und Extrakte vorstellte.[1]

Große Lebensmittelhersteller wie Pillsbury, Betty Crocker, Nestlé und General Mills sponserten nicht nur Backwettbewerbe, sondern begannen um 1920 mit der Herausgabe von Rezeptheften, die ihre eigenen Produkte bewarben, und Backmischungen für Marmorkuchen, Schachbrettkuchen, Cupcakes u. a. wurden weiter vereinfacht und zu Massenprodukten für den breiten Markt.[10]

Schachbrettkuchen, quadratisch

Die ersten Schachbrettkuchen wurden in runden Formen gebacken. Um 1907 ging man dazu über, quadratische Kuchen zu backen, indem man die Massen in Reihen statt in konzentrischen Kreisen einfüllte.[1]

Backform

Die Faszination für diesen Kuchen führte 1928 zur Erfindung einer dreiteiligen Schachbrett-Backform. Das Set enthielt noch zwei Einsätze, die in die Formen passen und das Ineinanderlaufen der hellen und der dunklen Masse beim Einfüllen verhindern sollen (vor dem Backen wird der Einsatz entfernt).[1] 1929 wurden auch in einer deutschen Fachzeitschrift drei Pfannen für Schachbrettkuchen als Neuigkeit für die Hausfrauen vorgestellt.[11]

Die deutsche Tageszeitung Die Welt schrieb 1984 in einer mit Schach dem Einheitskuchen! betitelten Anzeige, dass Zenker und HP ein neues Set von „Schach-Kuchenformen“ entwickelt hätten, bestehend aus drei Backformen und einem „Füll- und Formeneinsatz“, mit dem die Hausfrau „den Teig zum Schachbrett-Kuchen formen“ könne. Die Sets wurden nun in zwei Versionen angeboten, entweder aus Weißblech oder als rote Backform mit Antihaftinnenbeschichtung.[12]

Sonstiges

Der mit Marzipan überzogene, längliche Battenberg Cake ist die britische Variante aus viktorianischer Zeit.[2]

Auch im deutschsprachigen Raum werden Schachbrettkuchen gebacken.[13] Ein Rezept für eine Schachbretttorte von Lovica von Pröpper wurde zum Beispiel schon in einer deutschen Zeitschrift von 1897 veröffentlicht, ein viereckiger Mandelkuchen mit einer wie ein Schachbrett dekorierten Oberfläche.[14] Elisabeth Fülscher führte 1960 in ihrem Kochbuch den „english Battenberg Cake“ mit dem Querverweis „siehe NB. Schachbrett-Cake“.[15]

Commons: Checkerboard Cake – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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