Wikiwand AI

Chenaud

ehemalige französische Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Chenaud (Aussprache [ʃəˈno], okzitanisch Chanaur) ist ein Ort und ehemalige französische Gemeinde mit 359 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehörte zum Arrondissement Périgueux. Die Einwohner werden Canahoriens und Canahoriennes genannt.

Schnelle Fakten
Chenaud
Chenaud (Frankreich)
Chenaud (Frankreich)
Staat Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Dordogne
Arrondissement Périgueux
Gemeinde Parcoul-Chenaud
Koordinaten 45° 13′ N,  6′ O
Postleitzahl 24410
Ehemaliger INSEE-Code 24118
Eingemeindung 1. Januar 2016
Status Commune déléguée

Ehemaliges Bürgermeisteramt (Mairie)
Schließen

Der Erlass des Präfekten vom 14. Dezember 2015 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2016 die Eingliederung von Chenaud als Commune déléguée zusammen mit der früheren Gemeinde Parcoul zur Commune nouvelle Parcoul-Chenaud fest.[1]

Geografie

Lagekarte von Chenaud

Chenaud liegt etwa 48 Kilometer südsüdwestlich von Angoulême, etwa 56 Kilometer südwestlich von Nontron und etwa 48 Kilometer westnordwestlich von Périgueux im Westen des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Charente. Der Ort befindet sich am Übergang der Région naturelle des Ribéracois zur Région naturelle der Double, im touristisch benannten Landesteil des Périgord vert. Chenaud liegt im Einzugsgebiet der Dordogne und wird entwässert von der Dronne, die das Ortsgebiet im Norden begrenzt, den Flüsschen Ribouloir, Ponty, Riou Basset, Bourliou sowie von verschiedenen kleineren Fließgewässern.

Das Ortsgebiet erstreckt sich über eine hügelige, im Süden reichlich bewaldete, im restlichen Ortsareal im Gegensatz dazu wenig bewaldete Landschaft, die im Norden vom breiten Tal der Dronne begrenzt wird. Die Höhen der Erhebungen nehmen nach Süden hin zu, erreichen dabei selten Höhen von über 100 m. Der topografisch höchste Punkt liegt mit 113 m im Süden nahe der Grenze zur Nachbargemeinde Saint Aulaye-Puymangou und nahe des Lieu-dits Aux Chutelles, der tiefste Punkt befindet sich mit 26 m im äußersten Südwesten beim Austritt der Dronne aus dem Ortsgebiet. Das Zentrum liegt im Dronne-Tal auf etwa 42 m Höhe.

Umgeben wird Chenaud von vier Nachbargemeinden und vom weiteren Ortsteil von Parcoul-Chenaud:

Saint-Quentin-de-Chalais (Charente) Les Essards (Charente)
Bazac (Charente) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt
Parcoul (Parcoul-Chenaud) Saint Aulaye-Puymangou

Etymologie und Geschichte

Der Name des Dorfes wurde 1098 erstmals in der Form Chanaor erwähnt, wenig später in der Variante Canaor (1100) und wurde zu Chanard im 13. Jahrhundert und zu Chanaura im 14. Jahrhundert. Es ist nicht bekannt, wann sich Cha- zu Che- wandelte. Ungeklärt ist auch die Herkunft, die vom Namen einer ursprünglich germanischen Person Chainoaldus abstammen könnte.[2]

Die Entdeckung gallorömischer Überbleibsel zeugt von der Besiedlung des Ortes seit der Jungsteinzeit. Unter anderem wurden ein Messer und eine Franziska aus der Merowingerzeit, ein Marmorsarkophag, aber auch eine antike oder urchristliche Mauer ausgegraben.

Im Jahr 1100 war die geweihte Kirche die eines Priorats, das von der Abtei von Baignes abhängig war.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zog die Bevölkerung massiv in die städtischen Gebiete, weshalb der Bahnhof 1951 endgültig geschlossen wurde.[3]

Bevölkerungsentwicklung

Chenaud: Einwohnerzahlen von 1793 bis 2020
Jahr  Einwohner
1793
 
609
1800
 
457
1806
 
705
1821
 
775
1831
 
793
1836
 
744
1841
 
766
1846
 
761
1851
 
831
1856
 
836
1861
 
776
1866
 
771
1872
 
703
1876
 
684
1881
 
709
1886
 
709
1891
 
666
1896
 
641
1901
 
594
1906
 
597
1911
 
555
1921
 
489
1926
 
532
1931
 
527
1936
 
521
1946
 
527
1954
 
514
1962
 
517
1968
 
456
1975
 
331
1982
 
350
1990
 
313
1999
 
321
2006
 
318
2013
 
329
2020
 
365
Quelle(n): EHESS/Cassini bis 1999,[4] INSEE ab 2006[5][6][7]
Anmerkung(en): Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz

Sehenswürdigkeiten

  • Pfarrkirche Saint-Pierre-et-Saint-Paul, ehemalige Prioratskirche aus dem 12. Jahrhundert, Chor und Kanzel seit 1948 als Monument historique eingeschrieben
  • Mühle von Chenaud aus dem 18. Jahrhundert an der Dronne am Lieu-dit le Logis in der Nähe des Zentrums, heute Wohnhaus
Ursprünglich handelte es sich um eine Getreide- und Ölmühle vom Typ Mühle mit Bug- und Seitenrädern. Zur Mühle gehörten damals landwirtschaftliche Gebäude und ein heute zerstörtes Wohnhaus. Anfang der 1940er Jahre baute Marcel Aymés Bruder das Anwesen in ein Ferienjaus um. Die Schaufelräder verschwanden zugunsten einer Turbine zur Stromerzeugung. Die Mühle wurde mit den landwirtschaftlichen Gebäuden verbunden und dann zu einem einzigen Hauptgebäude umgebaut.[8]
  • Wohnsitz am Lieu-dit Puyvigier aus dem 18./19. Jahrhundert vielleicht an der Stelle eines älteren Gebäudes errichtet

Literatur

  • Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Commons: Chenaud – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

Related Articles

Timelines

Top Qs

Fact Checks