Chester Burleigh Watts
US-amerikanischer Astronom
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Leben
Chester Burleigh Watts kam am 27. Oktober 1889 als Sohn von Joseph Watts und Matilda A Irey in Winchester, im Randolph County (Indiana), zur Welt.[2] Er studierte Astronomie an der Indiana University und nahm 1911 eine Stelle als Rechner am United States Naval Observatory (USNO) an. 1914 setzte er sein Studium an der Indiana University fort, machte dort einen Bachelor-Abschluss und kehrte am 1. Juli 1915 zum USNO zurück, wo er den Rest seiner beruflichen Karriere bis zu seinem Ruhestand am 30. September 1959 verbrachte.
Watts arbeitete von 1915 bis 1919 in der USNO-Abteilung zur Erzeugung von Zeitsignalen und ab 1919 in der Abteilung des 6-Zoll-Passageninstruments, deren Direktor er 1934 wurde.[3] Im Laufe der Zeit nahm er viele Verbesserungen am Instrument vor. Ab den späten 1940ern begann er seine umfangreiche Arbeit an der Kartografierung aller Mondstrukturen am Rand des Mondes, die infolge der Libration Einfluss auf die genaue Mondgestalt haben können. Damit konnten Bedeckungsereignisse sehr viel präziser vorhergesagt werden.[3] Die Daten umfassen 1800 Konturkarten aller möglichen Librationsstellungen im Abstand von 0,2°.[4] Sie hatten während des Kalten Krieges zum Abgleich von Zeiten auf verschiedenen Kontinenten durch Beobachtung desselben astronomischen Ereignisses sogar militärische Bedeutung.[1]
Watts war seit dem 8. August 1917 mit Ada Mae Williams (1890–1973) verheiratet, sie hatten einen Sohn Chester Burleigh Watts Jr (1918 – 2013).[2] Er war Mitglied verschiedener wissenschaftlicher Gesellschaften, American Astronomical Society, Mathematical Association of America, Washington Academy of Sciences, Washington Philosophical Society, Royal Astronomical Society, und er war Vize-Präsident und Vorsitzender der Astronomie-Sektion der American Association for the Advancement of Science.[3] Ferner war in der Internationalen Astronomischen Union aktiv, er war von 1950 bis 1952 Präsident der Kommission 8 für Astrometrie und anschließend bis 1958 Präsident der Kommission 17 für die Bewegung und Gestalt des Mondes.[3] Chester Burleigh Watts starb am 17. Juli 1971 in Annandale (Virginia) im Alter von 81 Jahren.[5]
Ehrungen
- Der 1949 entdeckte Asteroid (1798) Watts ist nach Chester Burleigh Watts benannt.[6]
- 1953 erhielt Watts die Ehrendoktorwürde der Indiana University.[7]
- Am 10. Dezember 1954 wurde Watts zum Mitglied der Royal Astronomical Society gewählt.[8]
- Die National Academy of Sciences verlieh ihm 1955 die James Craig Watson Medal.[9]
- Im Jahre 1973 benannte die Internationale Astronomische Union den Mondkrater Watts offiziell nach Chester Burleigh Watts.[10]
