Chicago Tapes
Musikalbum von Angelika Niescier
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Chicago Tapes ist ein Musikalbum von Angelika Niescier. Die am 5. und 6. Mai 2025 in Chicago entstandenen Aufnahmen erschienen 2026 auf Intakt Records.
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| Studioalbum von Angelika Niescier | ||||
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Veröffent- |
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Aufnahme |
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Format(e) |
CD, Download | |||
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Titel (Anzahl) |
9 | |||
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57:52 | ||||
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Besetzung |
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Hintergrund
Bei diesem Projekt arbeitete die Altsaxophonistin Angelika Niescier mit dem Vibraphonisten Jason Adasiewicz, der Flötistin Nicole Mitchell, dem Schlagzeuger Mike Reed, dem Alt- und Tenorsaxophonisten Dave Rempis und dem Bassisten Luke Stewart zusammen. Die deutsche Saxophonistin hatte 2012 während eines Besuchs im Mittleren Westen der USA erstmals Kontakte zu ihren musikalischen Partnern geknüpft. Es sollte jedoch mehr als ein Jahrzehnt dauern, bis diese Beziehung sich in einem gemeinsamen Album manifestierte. In dieser Zeit nahm sie in Chicago zusammen mit der Cellistin Tomeka Reid und der aus Kalifornien stammenden Savannah Harris das Album „Beyond Dragons“ (2023) auf.
Titelliste
- Angelika Niescier: Chicago Tapes (Intakt CD 446)
- Rejoice, Disrupt, Resist 8:20
- Poranek 2:54
- SAMO (bsqt) 11:11
- Ext. 17 3:40
- Great Horned Owl 3:51
- Fluxed 7:58
- Bouncin’ the Ledge 9:21
- Perigeo 5:40
- E Randolph Street 5:17
Die Kompositionen stammen von Angelika Niescier.
Rezeption
Niesciers Album wurde von der Jazzkritik gelobt; Chicago Tapes sei „eine Feier des reflektierten Free Jazz“ meinte Ulrich Rüdenauer (Frankfurter Allgemeine Zeitung).[1]
Angelika Niescier habe ihren Aufenthalt in Chicago hervorragend genutzt, meint Dave Sumner in Daily Bandcamp. Ihr Album würde die Auseinandersetzung der Altsaxophonistin mit der Musikszene der Windy City fortsetzen. Das Ensemble agiere frei und ungezwungen in einer komplexen und vielschichtigen Klanglandschaft. Es würde eine gewisse Unbeständigkeit herrschen – und doch füge sich alles harmonisch zusammen und ergebe ein einzigartiges Klangbild, eine Fülle, in der die kleinen, pulsierenden Elemente im Ganzen aufgehen.[2]
Nach Ansicht von Dave Corroto, der das Album in All About Jazz rezensierte, fühlt sich ihre Rückkehr nach Chicago im Jahr 2025 für Chicago Tapes sowohl wie ein Höhepunkt als auch wie eine Feier an, ein triumphales Eintauchen in das zeitgenössische Jazzidiom der Stadt. „Chicago Tapes“ würde Niescier nicht als Gast auf der Durchreise zeigen, sondern als fest integrierte Stimme der Chicagoer Improvisationsszene. Es sei ein Zeugnis tiefen Zuhörens, gemeinsamer Geschichte und kreativen Vertrauens. Die Musik ehre das Erbe der Stadt und entwickle ihren Sound mit Dringlichkeit und Überzeugung weiter.[3]
Obwohl das Sextett sich in freier Improvisation dem Vokabular des Free Jazz bedient, würde es doch sorgfältig ausgearbeiteten Kompositionen treu bleiben, in denen die Formkonturen in Klangausbrüchen verschwimmen und so eine ausgesprochene Spontaneität entsteht, schrieb Nicolas Dourlhès (Citizen Jazz). Niescier führe die Hörer durch kontrollierte Strukturen, die die Wirkung der Musik verstärken und ihr stets die Richtung weisen. Die kraftvolle, zum Überschwang anregende Wirkung werde durch Präzision und Treffsicherheit ergänzt, was dieses Album zu einem durchschlagenden Erfolg mache.[4]
Weblinks
- Angelika Niescier: Chicago Tapes. In: Bandcamp. (englisch).