Chinuclidin

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Chinuclidin ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der bicyclischen, tertiären Amine.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Chinuclidin
Allgemeines
Name Chinuclidin
Andere Namen
  • 1-Azabicyclo[2.2.2]octan (IUPAC)
  • ABCO
Summenformel C7H13N
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 100-76-5
EG-Nummer 202-887-1
ECHA-InfoCard 100.002.625
PubChem 7527
ChemSpider 7246
Wikidata Q1864086
Eigenschaften
Molare Masse 111,18 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,1334 g·cm−3 (48 °C)[1]

Schmelzpunkt

158–160 °C[1]

Dampfdruck

1,5 mmHg (20 °C)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 301310315318
P: 262280301+310+330302+352+310305+351+338+310[2]
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Es hat strukturelle Ähnlichkeit mit 1,4-Diazabicyclo(2.2.2)octan (DABCO), welches auch am zweiten Brückenkopf ein Stickstoff-Atom trägt. Es ist die Stammverbindung der Chinuclidine, von der zahlreiche Derivate abgeleitet werden können.

Chinuclidin kommt in der Natur nicht vor; als Strukturelement ist es aber in Chinin, Chinidin und in weiteren Chinolin-Alkaloiden enthalten.

Geschichte und Synthese

Über diese chemische Verbindung wurde im Jahre 1909 von Karl Löffler und Fritz Stietzel berichtet.[3] Der kroatische Chemiker Vladimir Prelog und Mitarbeiter fanden, dass die beschriebene Substanz nicht rein sein konnte, und publizierten 1937 eine neue Synthese, die auch zum Patent angemeldet wurde.[4][5] Prelogs Synthese besteht aus mehreren Reaktionsschritten (Stufen), von denen nur die letzte als Formelschema wiedergegeben werden soll.

Synthese von Chinuclidin nach Prelog et al., letzte Stufe
Synthese von Chinuclidin nach Prelog et al., letzte Stufe

3-(2-Bromethyl)-1,5-dibrompentan wurde in einem Autoklaven mit einer 20-prozentigen Lösung von wässrigem Ammoniak in Methanol auf 130–140 °C erhitzt. Nach 3-stündigem Erhitzen wurde aufgearbeitet, und Chinuclidin in 50 % Ausbeute erhalten. Es wurde als farblose, campher-ähnliche Substanz mit Schmelzpunkt 158–159 °C beschrieben.

Verwendung

Das Hydrochlorid des Chinuclidins wurde pharmakologisch untersucht. Es erniedrigt stark den Blutdruck des Kaninchens und der Katze und kontrahiert stark die glatte Muskulatur, z. B. den Dünndarm des Meerschweinchens oder die Dorsalmuskulatur des Blutegels.[6] Diese Wirkungen beruhen auf der Interaktion mit den muskarinischen Acetylcholin-Rezeptoren.

In der Synthesechemie kann Chinuclidin, das an einer Ionischen Flüssigkeit immobilisiert wird, als Katalysator für eine Baylis-Hillman-Reaktion verwendet werden.[7]

Einzelnachweise

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