Chorangiom
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Ein Chorangiom oder Chorioangiom, lateinisch Chroangioma placentae, von altgriechisch χόριον chórion, deutsch ‚Haut, Leder, Nachgeburt‘, altgriechisch ἀγγεῖον angeion, deutsch ‚Gefäß‘ und altgriechisch -ωμα -ôma, deutsch ‚Tumor, Pathologie‘, ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße (Gefäßtumor) in der Plazenta vom Chorion ausgehend. Meist handelt es sich um eine Hämangiom oder Hamartom.[1][2]
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| O43.8 | Sonstige pathologische Zustände der Plazenta |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
Die Erstbeschreibung erfolgte im Jahre 1798 durch den englischen Arzt John Clarke (1761 – 1815).[3]
Verbreitung
Pathologie
Diese Veränderungen treten meist in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf. Sie sitzen überwiegend auf der dem Fötus zugewandten Seite und können auch gestielt sein.[7] Als möglicher Auslöser wird verminderte Sauerstoffversorgung vermutet, da sie gehäuft am Rande der Plazenta zu finden sind. Sie sind häufiger bei Syndromen mit Wachstumsstörungen zu finden wie beim Beckwith-Wiedemann-Syndrom.[2] Etwa 80 % sind kleiner als 10 mm.[2]
Einteilung
Nach ihrem Gewebeaufbau (Histologie) kann eine Einteilung erfolgen in:[5]
- angiomatös mit zahlreichen Blutgefäßen
- zellulär mit geringer Vaskularisation
- degenerativ
Klinische Bedeutung
Meist handelt es sich um Zufallsbefunde ohne Bedeutung. Bei größeren Tumoren von mehreren Zentimeter Durchmesser können arteriovenöse Shunts zu kreislaufbedingter Schädigung des Föten führen.[1][2][8]
Komplikationen
Mögliche Komplikationen bei größeren Chorangiome sind:[1][2]
- Polyhydramnion
- Hydrops fetalis
- erhöhtes Risiko einer Vorzeitigen Plazentalösung, Frühgeburt und Fehlgeburt
- mögliche Anämie, Kardiomegalie und Thrombozytopenie des Neugeborenen
- erhöhte Wahrscheinlichkeit für kindliche Leberhämangiome bei besonders großen Chorangiomen.
Diagnose
Die Diagnose kann bei der Pränataldiagnostik durch Sonografie, besonders im Doppler-Verfahren, sowie nach der Geburt durch Untersuchung der Plazenta erfolgen.[1]
Literatur
- A Albert, Magdalena Steber, Lea Wiedenmann, Monika Rehn, Karen Ernestus: Ungewöhnlich großer Tumor der Plazenta. In: Die Gynäkologie. 2023, Band 56, Nummer 5, S. 367–369 doi:10.1007/s00129-023-05076-y.
- C. Lež, R. Fures, Z. Hrgovic, S. Belina, J. Fajdic, K. Münstedt: Chorangioma placentae. In: Rare tumors. Band 2, Nummer 4, Dezember 2010, S. e67, doi:10.4081/rt.2010.e67, PMID 21234259, PMC 3019602 (freier Volltext).