Chorherrn

Ortschaft im Bezirk Tulln From Wikipedia, the free encyclopedia

Chorherrn ist eine Ortschaft in der Marktgemeinde Tulbing im Bezirk Tulln in Niederösterreich.

Schnelle Fakten
Chorherrn (Dorf)
Ortschaft
Katastralgemeinde Chorherrn
Chorherrn (Österreich)
Chorherrn (Österreich)
Basisdaten
Pol. Bezirk, Bundesland Tulln (TU), Niederösterreich
Gerichtsbezirk Tulln
Pol. Gemeinde Tulbing
Koordinaten 48° 17′ 2″ N, 16° 5′ 19″ Of1
Höhe 210 m ü. A.
Einwohner der Ortschaft 187 (1. Jän. 2025)
Fläche d. KG 1,44 km² (31. Dez. 2023)
Statistische Kennzeichnung
Ortschaftskennziffer 06345
Katastralgemeindenummer 20112
Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS
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187

BW

Lage

Das Grabendorf liegt am südlichen Rand des Tullnerfeldes am Hang des Frauenberges.

Verbauung

Der Hauptplatz liegt an der Grenze zwischen ebenem Gelände und dem Anstieg zum Wienerwald. Die Ortschaft teilt sich in einen Unterort und einen Oberort mit einer kurvig angelegten Gasse auf ansteigendem Terrain.

Geschichte

Der Ort wurde 1143/1147 erstmals urkundlich unter dem Namen Chacharen genannt und scheint danach mit verschiedenen Namen auf: Chareharn (1270), Charchach (1305), Charcharen (1316), Charcherren (1393), Chaarhorn und Charrhorn (1399), Corherrn (1439), Corhern, Chorrherrn und Chorherrn (1617).

Der Name dürfte von dem keltischen Wort Carreg (Feld) stammen, deutet also auf Gutsherrn (Schlossherrn). Die Herren von Charcharen dürften jedoch bereits in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts ausgestorben sein.

Im Jahre 1366 gibt es die erste urkundliche Nachricht von einer Kapelle. In einer Urkunde vom 23. November 1393 wird bereits von einer Kirche zu Chorherrn gesprochen.

1529 hausten die Türken in Chorherrn und brannten die Kirche nieder, welche 1568 wieder aufgebaut wurde. Die Bewohner der Gegend flohen vor Ankunft der Türken in den Tulbinger Kirchenwald, wurden aber von den Türken entdeckt und niedergemetzelt wo von der jetzt noch übliche Name Jammertal stammt. 1683 wurde Chorherrn abermals von den Türken verwüstet.

Aus einem Bericht des Stadtrates Tulln vom 13. Juli 1540 geht hervor das infolge des Auftretens der Pest in Chorherrn, St. Andrä, Wolfpassing und Zeiselmauer etliche Häuser ausgestorben seien. 1590 gab es Schäden durch ein Erdbeben.

1769 dürfte nach Überlieferungen anstelle des alten Pfarrhofes die Schule in Chorherrn errichtet worden sein. 1828 wurde die Straße St. Andrä – Wolfpassing – Königstetten – Tulbing – Chorherrn angelegt. 1829 brannte das herrschaftliche Schloss in Chorherrn ab.

1855 wütete in Chorherrn die Cholera der um die Kirche gelegene Friedhof genügte nicht die Leichen aufzunehmen, so dass ein neuer Friedhof angelegt wurde, welcher Eigentum der Gemeinde ist. Am 14. Jänner 1873 brannten in Chorherrn 14 Häuser und 8 Scheunen ab.

Laut Adressbuch von Österreich waren im Jahr 1938 in der Ortsgemeinde Chorherrn ein Bäcker, ein Fleischer, ein Gastwirt, drei Gemischtwarenhändler, eine Maurermeister, eine Milchgenossenschaft, ein Schneider, ein Schuster, ein Tischler und drei Viktualienhändler ansässig.[1]

Gut Chorherrn - Besitzer

  • 1147 – Die Herrn von Charcharen
  • 1393 – Philippe Pötl Gefeller
  • 1439 – Jakob Seepeekk und Hannes Matseber
  • 1457 – Josef Kolenberger
  • 1562 – Matseber, Achaz von Goldegg und Enkel Albrecht
  • 1607 – Georg Andrä Freiherr von Hofkirchen (durch Kauf)
  • 1635 – Johann Peter Freiherr von Verdenberg (durch Kauf)
  • 1653 – Alexander Freiherr von Verdenberg (durch Kauf)
  • 1666 – Georg Ludwig Graf von Sitzendorf (durch Kauf)
  • 1685 – Maria Clara Adele, Gräfin von und zu Lilienberg geb. Mayer von Vorchenau, nachmalige Gräfin Sollburg
  • 1689 – Johann Reinhart Freiherr von Kurnitz (durch Kauf)
  • 1702 – Johann Leopold Edler von Hörmann durch Kauf von Johann Ludwig Kurnitz
  • 1705 – Josef Julius Hörmann (Sohn des vorigen)
  • 1707 – Johann Jordan Werner Edler von Eccard (durch Kauf vom vorigen)
  • 1712 – Johann Georg Scheller von Ungershausen (durch Kauf vom vorigen)
  • 1737 – Jordan Werner Edler von Eccard (durch Kauf)
  • 1753 – derselbe und seine Gemahlin Elisabeth
  • 1764 – Johann Josef Kornritter von Erenhalm
  • 1768 – Johann Theodor Adelhart von Passel und seine Frau Maria Theresia geb. von Ulrich (durch Kauf)
  • 1802 – Franz Heinrich von Friedensheim
  • 1810 – Johann Angelus von Hollenger
  • 1817 – Conrad Siegmund (durch Kauf)
  • 1817 – Viktoria Prinzessin von Lothringen geb. Gräfin Tolliat von Creneville (durch Kauf)
  • 1832 – Josef Dörffel (durch Kauf)
  • 1837 – Graf Heinrich von Bellegarde (durch Kauf)
  • 1845 – Baronin Henriette Pereira von Arnstein (durch Kauf vom vorigen)
  • 1845 – Otto Graf von Bronz–Steinburg
  • 1845 – Hippolyt Graf von Bronz-Steinberg
  • 1848 – soll das Gut an die Herrschaft Königstetten übergegangen und dann durch Kauf aufgeteilt worden sein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Pfarrkirche Chorherrn
  • Katholische Pfarrkirche Chorherrn hl. Ägidius
  • Pfeilerbildstock mit Nischenaufsatz auf dem Hauptplatz
  • Kapellenbildstock an der Straße nach Wilfersdorf
  • Wetterkreuz auf einer Anhöhe oberhalb des Ortes

Literatur

Commons: Abstetten (municipality Sieghartskirchen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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