Chris Bouchillon

US-amerikanischer Country- und Bluesmusiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Christopher Allen Bouchillon (* 21. August 1893 im Oconee County, South Carolina, USA; † 18. September 1968 in West Palm Beach, Florida, USA) war ein US-amerikanischer Country- und Bluesmusiker (Gitarre, Mandoline, Gesang, Sprechgesang), der in der zweiten Hälfte der 1920er Jahre den Talking Blues, einen rhythmischen Sprechgesang, populär machte.

Biografie

Chris Bouchillon wurde am 21. August 1893 im Oconee County in South Carolina geboren. Er lebte die meiste Zeit seines Lebens in Greenville, wo er wie sein Vater John, der in seiner Freizeit Banjo spielte, und seine Brüder Charley und Uris im örtlichen Eisenwerk arbeitete. An den Wochenenden traten die Brüder als Stringband auf, wobei Chris die Mandoline spielte, Charley die Fiddle und Uris Gitarre. Am 7. Juli 1925 nahmen sie als Bouchillon Trio in Atlanta (Georgia) vier Songs auf, von denen jedoch nur einer veröffentlicht wurde, nämlich She Doodle Dooed mit einem Song von George Walburn auf der Rückseite (OKeh 45004).[1][2][3]

Am 4. November 1926 nahmen sie in Atlanta zwei weitere Stücke auf, diesmal unter dem Namen Greenville Trio, jedoch wurde keine dieser Aufnahmen veröffentlicht. Bei dieser zweiten Session entstanden aber auch zwei weitere Aufnahmen, Talking Blues und Hannah, die im Februar 1927 unter Chris Bouchillons Namen als Single veröffentlicht wurden (Columbia 15120-D). Den Talking Blues spielte Chris Bouchillon in einem rhythmischen Sprechgesang ein, da angeblich der Aufnahmeleiter seinen Gesang schrecklich fand. Der Erfolg war überwältigend, und schon bald wurde der Sprechgesang von anderen Musikern kopiert. Die Bouchillon-Brüder ließen 1927 und 1928 weitere Hits bei Columbia folgen.[1][2][3]

Bouchillon begann um 1928 mit seiner zweiten Frau Ethel als Mr. and Mrs. Chris Bouchillon aufzutreten, doch während der Weltwirtschaftskrise gab er die Musik auf und eröffnete schließlich eine chemische Reinigung in Greenville. Später zog er nach Florida, wo er am 18. September 1968 in West Palm Beach in einem Pflegeheim starb.[1][2][3]

Nachwirkung

Nachdem der Talking Blues sich zum Hit entwickelt hatte, kamen bei anderen Labels schon wenig später Musiker mit ähnlichen Stücken auf den Markt. Ende der 1930er Jahre hatte Robert Lunn mit dem Talking Blues von Chris Bouchillon Erfolg. Auch der Folksänger Woody Guthrie hatte das Stück in seinem Repertoire, ebenso in den 1950er Jahren der britische Skifflesänger Lonnie Donegan. In den 1960er Jahren nutzte Bob Dylan die Form des Talking Blues für zahlreiche humorvolle und Protestlieder.[1][2][4]

1987 erschien bei Old Homestead Records das Album Chris Bouchillon – The Original Talking Blues Man, die erste Zusammenstellung der meisten veröffentlichten Songs von Chris Bouchillon. Einzelne seiner Songs sind auf verschiedenen Kompilationen zu finden.[1][3]

Einzelnachweise

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