Chris Kiwomya
englischer Fußballspieler
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Christopher Mark „Chris“ Kiwomya (* 2. Dezember 1969 in Huddersfield) ist ein ehemaliger englischer Fußballspieler und aktueller ‑trainer. Als Stürmer war er vor allem als Torjäger von Ipswich Town bekannt und schoss diesen Verein 1992 in die neu gegründete Premier League. Nach dem Ende seiner aktiven Karriere wechselte er ins Trainerfach und war zwischen 2021 und 2024 diesbezüglich hauptverantwortlich für die Britischen Jungferninseln.
| Chris Kiwomya | ||
| Personalia | ||
|---|---|---|
| Voller Name | Christopher Mark Kiwomya | |
| Geburtstag | 2. Dezember 1969 | |
| Geburtsort | Huddersfield, England | |
| Größe | 178 cm | |
| Position | Sturm | |
| Junioren | ||
| Jahre | Station | |
| 1986–1987 | Ipswich Town | |
| Herren | ||
| Jahre | Station | Spiele (Tore)1 |
| 1987–1995 | Ipswich Town | 224 (51) |
| 1995–1998 | FC Arsenal | 14 (3) |
| 1997 | → Le Havre AC (Leihe) | 7 (0) |
| 1997 | → Selangor FC (Leihe) | 12 (7) |
| 1998–2001 | Queens Park Rangers | 86 (25) |
| 2001–2002 | Aalborg BK | 4 (0) |
| Stationen als Trainer | ||
| Jahre | Station | |
| 2013 | Notts County | |
| 2021–2024 | Britische Jungferninseln | |
| 1 Angegeben sind nur Ligaspiele. | ||
Sportlicher Werdegang
Karriere als Spieler
Kiwomya wurde Ende 1969 in Huddersfield geboren und wuchs in Bradford auf. Von dort beobachtete er gerne Spiele von Leeds United. Dazu waren Laurie Cunningham und John Barnes seine frühen Helden, die, wie er, als dunkelhäutige Spieler Vorreiter im englischen Fußball waren und sich erfolgreich rassistischen Anfeindungen erwehrten. Kiwomya, dessen familiäre Wurzeln in Uganda und Jamaika liegen, startete die eigene Fußballerlaufbahn im Jahr 1986 bei Ipswich Town, nachdem er von Scouts in seiner Schülermannschaft entdeckt worden war. Obwohl sich auch andere Vereine für ihn interessiert hatten, fiel die Wahl auf Ipswich, da Kiwomya die Atmosphäre dort als „familiär“ ansah und der Verein den Ruf besaß, jungen Spielern in der Profimannschaft Chancen zu geben. So unterschrieb er im März 1987 dort bereits seinen ersten Profivertrag. Der Verein war im Sommer zuvor in die zweite Liga abgestiegen und befand sich nach der vormals „goldenen Ära“ unter Bobby Robson im Umbruch. Zur Saison 1987/88 übernahm John Duncan das Traineramt bei den „Tractor Boys“, verfehlte die Ränge zu den Aufstiegs-Playoffs aber recht deutlich. In der folgenden Spielzeit 1988/89 beförderte er den jungen Kiwomya regelmäßiger in die Profielf, wenngleich sich die Ausbeute von zwei Treffern in 26 Zweitligapartien bescheiden gestaltete. Im Mai 1990 trat John Lyall Duncans Nachfolge an und unter seinem bereits dritten Trainer gelang Kiwomya der sportliche Durchbruch. Nach einer zweistelligen Toreanzahl in der Saison 1990/91 war er in der anschließenden Spielzeit 1991/92 vereinsintern bester Torjäger mit 16 Ligatreffern und damit maßgeblicher Faktor für den Aufstieg als Zweitligameister in die neu gegründete Premier League. Dass er auch auf national höchstem Niveau mithalten konnte, zeigte er in den folgenden zweieinhalb Jahren mit insgesamt 18 Premier-League-Toren, bevor er im Januar 1995 für die Ablösesumme von 1,5 Millionen Pfund zum FC Arsenal wechselte.
Dass sich diese Entscheidung als nachteilig herausstellen sollte, lag daran, dass der maßgebliche Interessent bei Arsenal Trainer George Graham, der nur wenige Wochen später aufgrund eines Bestechungsskandals in Ungnade fiel, entlassen wurde. Zunächst schien die Karriere weiter nach Plan zu verlaufen und unter dem neuen Trainer Stewart Houston schoss er innerhalb von vier Tagen einen Treffer gegen Nottingham Forest und einen „Doppelpack“ gegen Crystal Palace. Der Konkurrenzdruck auf den Stürmerpositionen mit Paul Merson, Ian Wright, Alan Smith, John Hartson und Kevin Campbell war jedoch derart groß, dass er nach vierzehn Premier-League-Einsätzen zum Ende der Saison 1994/95 (es blieb bei drei Toren) nach einem erneuten Trainerwechsel zu Bruce Rioch in die Reservemannschaft degradiert wurde. Bereits im Januar 1996 wurde ihm die Freigabe für einen Vereinswechsel erteilt, aber zunächst versuchte sich Kiwomya durch stetiges Arbeiten in der Ersatz-Elf für höhere Aufgaben zu empfehlen, zumal sich der Profikader unter Arsène Wenger von Grund auf erneuerte. In der zweiten Jahreshälfte lieh ihn Arsenal dann nach Frankreich zum AC Le Havre und danach nach Malaysia zum Selangor FC (an der Seite von Tony Cottee) aus. In Südost-Asien gewann er den Malaysia Cup und schoss im Finale ein Tor. Nach seiner Rückkehr im Jahr 1998 wechselte Kiwomya nach Ende des Vertrags bei den „Gunners“ ablösefrei zu den Queens Park Rangers in die zweite Liga.[1]
Das Engagement bei „QPR“ war zunächst auf ein Jahr ausgelegt und ähnlich wie bei Arsenal verließ auch hier Trainer Ray Harford, der ihn verpflichtet hatte, kurz darauf den Verein und wurde von Gerry Francis beerbt. Kiwomya versuchte sich im Training hochmotiviert anzubieten und ignorierte dabei weitgehend Probleme an der Achillessehne. Dadurch wechselten sich gute Phasen, in denen er seine Stärken in der Schnelligkeit, präzisen Laufwegen und Torgefährlichkeit ausspielte, immer wieder mit Verletzungspausen ab. In der taktischen Ausrichtung mit zwei Stürmern agierte er dabei oft mit dem groß gewachsenen Peter Crouch an seiner Seite und zeigte sich dabei, obwohl sie als „ungleiches Paar“ galten, effektiv. In der Saison 1999/2000 absolvierte er 44 von 46 Zweitligaspielen, bevor er sich nach einem weiteren Jahr aus dem englischen Fußball verabschiedete. Im August 2001 schloss er sich dem Aalborg BK in Dänemark an, löste den Vertrag aber in gegenseitigem Einvernehmen mit dem Verein verletzungsbedingt kurze Zeit danach schon wieder auf. Zu Beginn der Jahres 2002 spielte er nochmals bei Grimsby Town vor, jedoch kam es dort zu keiner Übereinkunft.[2][3][4]
Traineraktivitäten
Kiwomya betreute in der Saison 2007/08 den U-14-Nachwuchs in der Arsenal Academy und kehrte im Juli 2008 zu Ipswich Town zurück, um dort als Entwicklungscoach in der Reservemannschaft zu arbeiten.[5] Als Roy Keane neuer Cheftrainer in Ipswich wurde, zeichnete Kiwomya fortan für die U-18-Auswahl verantwortlich und wurde für die Saison 2010/11 wieder zur Reservemannschaft zurück beordert. Diese Mannschaft war recht erfolgreich und gewann den Titel in der Football Combination East Division. Kiwomya galt als „Entdecker“ von Talenten wie Jordan Rhodes und Connor Wickham, die später den Sprung in den Profibereich mit ihren Wechseln zu Huddersfield Town[6] und dem AFC Sunderland schafften.[7] Im Mai 2011 endete Kiwomyas Trainerzeit in Ipswich.[8]
Im Februar 2012 bat ihn mit Keith Curle der Trainer von Notts County eine Abteilung zur Teamentwicklung aufzubauen. Anfang Februar 2013 übernahm er nach Curles Entlassung interimistisch die Cheftrainerrolle.[9] Nach nur einer Niederlage aus zehn Spielen stattete ihn der Drittligist Ende März 2013 mit einem Dreijahresvertrag als neuen Cheftrainer aus.[10] Für die folgende Saison 2013/14 versuchte Kiwomya ein junges Team und Spielern mit hohen technischen Fertigkeiten aufzubauen, wozu die Leihengagements von Callum McGregor (von Celtic Glasgow) und Jack Grealish (von Aston Villa) zählten. Trotz eines Achtungserfolgs im Ligapokal gegen den FC Liverpool, als Kiwomyas Team erst nach Verlängerung verlor, verlief die Saison nicht nach Wunsch und nach dem Absturz auf den letzten Platz einigten sich die Partien im beiderseitigen Einvernehmen auf eine Vertragsauflösung.[11]
Im Jahr 2021 wurde Kiwomya Trainer der Britischen Jungferninseln. Seine ersten beiden offiziellen Länderspiele im Juni 2022 gegen die Cayman Islands endeten daheim und auswärts beide mit einem 1:1-Remis; es waren die ersten Punkte in der Geschichte der CONCACAF Nations League. Bei seinem fünften Einsatz an der Seitenlinie besiegte seine Mannschaft im September 2023 die Turks- und Caicosinseln mit 3:1, was den ersten Erfolg in der CONCACAF Nations League und gleichzeitig den ersten Sieg seit elf Jahren darstellte.[12] Mit einem Erfolg im März 2024 gegen die Amerikanischen Jungferninseln im Elfmeterschießen gelang den Britischen Jungferninseln erstmals der Einzug in die Gruppenphase der Qualifikation für eine WM-Endrunde. Dort blieb man jedoch mit vier Niederlagen ohne Punkt. Im März 2025 wurde Kiwomya von dem Spanier David Pérez als neuer Trainer beerbt.[13]
Titel/Auszeichnungen
- Malaysia Cup (1): 1997
Weblinks
- Chris Kiwomya in der Datenbank von soccerbase.com (englisch)
- Chris Kiwomya in der Datenbank von weltfussball.de