Christa Hammer
deutsche Feinmechanikerin und Unternehmerin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Christa Hammer (geboren 12. März 1924 in Leipzig; gestorben 27. Dezember 2019 ebenda) war eine deutsche Feinmechanikerin und Unternehmerin.
Leben
Christa Hammer wurde am 12. März 1924 als Tochter des Feinmechanikers Johannes Hammer geboren. Bereits früh war sie regelmäßig im elterlichen Betrieb zum Bau von Messgeräten für medizinische, psychologische und physiologische Zwecke. Als Leipzig im Zweiten Weltkrieg vom 3. auf den 4. Dezember 1943 bombardiert wurde, wurde ihr Elternhaus schwer getroffen und ihre Eltern starben in dem Bombenangriff. Christa Hammer war 19 Jahre und trat ohne Ausbildung ihr Erbe an und übernahm die Verantwortung für die Firma Johannes Hammer – wissenschaftliche Apparate. Zu dem Zeitpunkt arbeiteten etwa 100 Personen dort und das Fabrikgebäude, welches ihr Vater 1942 erworben hatte, war noch nicht abbezahlt.[1]
Das Unternehmen produzierte während des Kriegs im Mehrschichtbetrieb Präzisionsinstrumente und Ersatzteile für den Flugzeugbau der Erla-Maschinenwerke in Heiterblick. Sie beschäftigten zu der Zeit auch mindestens acht osteuropäische Zwangsarbeiterinnen. Christa Hammer führte mit der Hilfe ihrer Belegschaft das Unternehmen durch die letzten Kriegsjahre und machte eine Ausbildung, die sie 1948 mit dem Gesellenbrief abschloss. Christa Hammer war die erste Feinmechanikerin der DDR. Ihre Meisterausbildung schloss sie 1952 ab. Danach durfte sie ihre Firma offiziell „Meisterwerkstatt“ nennen.[1]
Da sie das technische Niveau weiter erhöhen und neue Geräte in ihrer Firma konstruieren wollte, absolvierte Christa Hammer ein Diplomstudium an der Ingenieurschule in Jena. Das Studium schloss sie 1959 als Diplom-Ingenieurin ab. Nach dem Krieg wurden Messgeräte für Medizin, Chemie oder Tierzucht gefertigt und medizinische Apparate repariert, sowie Nähmaschinen und Personenkraftwagen umgebaut. Ihr gelang es, der Verstaatlichung zu entgehen und selbstbestimmt zu arbeiten. Feinmechanische Produkte, die sie in ihrem Werk fertigte, wie ein selbst entwickelte Pendelhärtemesser für Lacke und Kunststoffe, wurden im In- und Ausland verkauft. Dadurch flossen auch Devisen in die DDR. Sie schaffte es auch während der Zeiten der Mangelwirtschaft, ihre Produktion aufrechtzuerhalten und war bis ins hohe Alter in der Werkstatt tätig.[1]
Stets versuchte Christa Hammer, neue Märkte zu erschließen und so die Firma vielfältig aufzustellen. Sie pflegte auch die Firmenräume und Feinmechanikerwerkstatt bis zu ihrem Tod am 27. Dezember 2019.[1][2]
Nachleben
In den Räumlichkeiten ist die Firmenausstattung 1940er-Jahre erhalten geblieben. Die Werkstatt von Christa Hammer in der Hans-Poeche-Straße 7 wurde unter Denkmalschutz gestellt.[1]