Christian Benjamin Erfurth

deutscher Kantor in Weimar und Naturforscher From Wikipedia, the free encyclopedia

Christian Benjamin Erfurth (* 1. September 1819 in Kleinneuhausen; † 17. Oktober 1893 in Großebersdorf) war ein deutscher Kantor in Weimar und Naturforscher.

Leben

Christian Benjamin Erfurth war in Weimar Hofkantor, Hoforganist und Seminarleiter. Bekannter und bedeutender war er seinerzeit als Naturforscher. Heute ist er jedoch so gut wie vergessen, wenn man von einigen Fachleuten einmal absieht.

Da er Lehrer werden wollte, besuchte er um 1835/40 das Weimarer Lehrerseminar. Nach seinem Abschluss im Jahre 1842 erhielt er eine Anstellung als Lehrer an der Bürgerschule in Weimar. Schon 1846 wurde er zum Lehrer am Großherzoglichen Lehrerseminar zu Weimar und zugleich zum Hofkantor und Hoforganisten an der Hofkirche berufen. Am Seminar unterrichtete er vorwiegend Naturkunde, aber auch Geographie, Landwirtschaft, Obstbaumzucht und Singen. Zeitweise, wohl um 1860, war er nebenamtlich Lehrer am Sophienstift, einer Bildungsanstalt für Töchter höherer Stände, die 1854 eröffnet wurde, tätig. 1865 heiratete er Johanna Friederike Henriette Charlotte Sladeck, mit der er einen Sohn hatte.

Im August 1888 gehörte er anlässlich der Feier des 100-jährigen Bestehens des Lehrerseminars, das 1788 von Herzog Carl August gegründet und zuerst von Johann Gottfried Herder geleitet wurde, dem Festausschuss an. Er wurde mit dem großherzoglichen Falkenorden (Ritter II. Klasse) im Januar 1892 ausgezeichnet. Im gleichen Jahr beging er sein 50. Dienstjubiläum. In diesem Jahr wurde er feierlich aus dem Schuldienst entlassen. Erfurth war Mitglied des Botanischen Vereins für Thüringen „Irmischia“, dessen Bezeichnung auf Thilo Irmisch zurückgeht, des Botanischen Vereins für Gesamt-Thüringen und des Thüringischen Botanischen Vereins. Da er in der „Zeitschrift für die Gesammten Naturwissenschaften“, herausgegeben vom Naturwissenschaftlichen Verein für Sachsen und Thüringen, der in Halle sässig war, einen Beitrag veröffentlichte, war er wohl auch Mitglied dieses Vereins. Davon gehen Klaus-Jörg Barthel und Jürgen Pusch, denen hier fast alle biographischen Angaben zu Erfurth zu verdanken sind, aus. Auf der zweiten Sitzung der Sektion Erfurt des Botanischen Vereins für Thüringen „Irmischia“ am 12. Februar 1882 in Weimar sprach er über den Zusammenhang der meteorologischen Verhältnisse mit der Flora und legte zugleich seine Beobachtungsergebnisse vor. Er wies damit auch auf den Kern seiner jahrzehntelangen naturwissenschaftlichen Bemühungen. Er hielt am 7. Juli 1992 letztmalig einen Vortrag auf der Frühjahrs-Hauptversammlung des Thüringischen Botanischen Verein in Gera. Bei diesen verwies er auf den Zusammenhang von Bodenbeschaffenheit und Zeitpunkt des Erblühens bzw. der Fruchtreife bestimmter Pflanzen. Seit 1868 war er in Weimar meteorologischer Beobachter, was sich auch in seinen meteorologischen Berichten und in seinen zahlreichen Mitgliedschaften naturwissenschaftlicher Vereine und seiner Vortragstätigkeit in denselben zeigte.[1] Seine Ergebnisse fanden große Beachtung. Er betätigte sich eben auch als Botaniker und schrieb auch ein Buch über Weimars Flora.[2] So stand er auch mit auswärtigen Meteorologen wie u. a. dem Direktor des Königlich Preußischen Instituts für Meteorologie in Berlin Gustav Hellmann (1854–1939) im Austausch.[3] Von seinen Publikationen hatte dieses insbesondere für den Schulunterricht bestimmte Werk, das er der Großherzogin Sophie von Sachsen-Weimar-Eisenach widmete, die nachhaltigste Wirkung gehabt. Die Vollständigkeit war hierbei wesentlich für den Erfolg. Die konnte Erfurth wesentlich auch durch die Unterstützung von Karl Haussknecht und dessen Herbarium erlangen.[4] Allerdings ist nichts über ein Herbarium von Herfurth und dessen Verbleib bekannt. Der einzige Herbarbeleg ist im Herbarium Haussknecht in Jena. Es handelt sich dabei um Hymenolobus procumbens, der bei Frankenhausen, auf Salzboden gefunden und eingesammelt wurde.

Als Komponist von Kirchenmusik hatte er sich in seiner Eigenschaft als Hofkantor und Hoforganist in Weimar nicht betätigt oder es ist zumindest nichts davon bekannt.

Literatur

Werke

  • Christian Benjamin Erfurth: Flora von Weimar mit Berücksichtigung der Culturpflanzen, Hermann Böhlau, Weimar 1867. Zweite Auflage 1882.

Einzelnachweise

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