Christian Bérard

französischer Künstler, Illustrator und Designer From Wikipedia, the free encyclopedia

Christian Bérard, auch genannt Bébé (* 20. August 1902 in Paris; † 13. Februar 1949 ebenda) war ein französischer Bühnenbildner, Designer, Grafiker, Künstler, Illustrator und Modezeichner.

Selbstporträt (1948)

Leben

Bérard war ein Sohn des Stadtarchitekten André Bérard und dessen Frau Marthe (geborene de Borniol) und stammte aus einer bürgerlichen Pariser Familie. Er verlor seine Mutter in jungen Jahren und begann 1920, nach dem Besuch des Lycée Janson-de-Sailly, ein Studium an der Académie von Paul Ranson. Dort stand er unter dem Einfluss von Édouard Vuillard und Maurice Denis.[1] Bereits in jungen Jahren er vom Ballett und vom Theater fasziniert und füllte nach den Aufführungen, die er gemeinsam mit seinen Eltern besucht hatte, Bücher mit Skizzen und Zeichnungen und übte seine Fähigkeiten durch das Kopieren der Kleider und Roben aus den Modezeitschriften seiner Mutter.[2]

In der Pariser Galerie Pierre stellte Bérard 1925 erstmals Bilder aus, was zu einer Kooperationen mit Fabrikanten wie Jean-Michel Frank (1895–1941), mit Galeristen wie Jacques Bonjean, Pierre Colle oder Vertretern des Art déco führte. Schon früh zeigte sich dabei sein außergewöhnliches Talent für die Darstellung der menschlichen Figur. In den Jahren 1926 bis 1930 war Bérard Teil einer neuhumanistischen oder -romantischen Künstlergruppe, zu der auch die Brüder Eugène und Leonid Berman, Thérèse Debains, Joseph Floch, Kristians Tonny und Pawel Tschelitzjew gehörten und die von dem Pariser Kunstkritiker Jerzy Waldemar Jarociński (Waldemar George, 1893–1970) unterstützt wurde. Ab 1934 stellte Bérard seine Gemälde nicht mehr aus und wandte sich stattdessen anderen künstlerischen Ausdrucksformen zu. Er hatte ein besonderes Interesse daran Theaterdekorationen und Kostüme zu entwerfen. Ab 1929 arbeitete er an Projekten für die Ballets Russes de Monte-Carlo und die Ballets des Champs-Élysées eng mit dem russischen Dichter, Tänzer und Librettisten Boris Kochno[1] zusammen, mit dem er rund 20 Jahre zusammenlebte.[2]

Er entwarf 1930 das Bühnenbild und die Kostüme für ein Ballett von Serge Lifar. In den 1930er und 1940er Jahren nahmen Bérard und Frank eine wichtige Rolle in der Entwicklung des französischen Theaterdesigns ein. Er arbeitete mit Jean Cocteau und Louis Jouvet zusammen. Als Modedesigner war er unter anderem für Coco Chanel, Elsa Schiaparelli und Nina Ricci oder ab 1935 für das Modemagazin Vogue tätig. Bérard veröffentlichte auch Beiträge in anderen Modezeitschriften wie Harper’s Bazaar. Für Christian Dior, mit dem er befreundet war, und Marcel Boussac wirkte er 1946 an der Gestaltung der neuen Dior-Boutique in der Pariser Avenue Montaigne Nr. 30 mit.[1] Er schuf neben Bühnen- und Kostümbildern, Mode- und Buchillustrationen auch Wandgemälde, dekorativen Paravents und Inneneinrichtungen oder Teppiche.

Grabstelle, Cimetière du Père-Lachaise in Paris

Bérard starb unerwartet bei Proben zu dem Stück Les Fourberies de Scapin auf der Bühne des Théâtre de Marigny. Die Trauerfeier fand in der Kirche Saint-Sulpice statt und er wurde auf dem Friedhof Père-Lachaise beigesetzt. Zu seinem Andenken komponierte Francis Poulenc sein Stabat Mater, und Jean Cocteau widmete ihm seinen Film Orpheus.[1] Die Schriftstellerin Gertrude Stein, die bereits mehrere seiner Gemälde erworben hatte, verfasste bereits 1934 das Gedicht Christian Bérard, das in ihrem Werk Portraits And Prayers abgedruckt wurde.[3]

Werke (Auswahl)

Bühnenbilder/Kostüme

Porträts

  • Jean Cocteau
  • Pierre Coutin
  • Boris Kochno
  • Emilio Terry
  • Madame L.

Filmbeteiligung

Literatur

Einzelnachweise

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