Christian Ernst von Solms
preußischer Landrat
From Wikipedia, the free encyclopedia
Christian Ernst Graf von Solms (auch zu Solms-Baruth) (geb. 1. Mai 1706 in Baruth/Mark; gest. 6. Mai 1748 ebenda) war ein preußischer Landrat.

Leben
Christian Ernst Graf von Solms war Angehöriger des Adelsgeschlechts Solms. Er gehörte eigentlich zum Haus Solms-Baruth (m. Klitschdorf), welches einst aus den älteren Linien Solms-Laubach/respektive von dort Solms-Sonnenwalde entstand. Als Nachgeborener wurde er nicht mit Grundbesitz ausgestattet. Christian Ernst war der zweite Sohn des Johann Christian Graf von Solms (* 8. Oktober 1670; † 17. Oktober 1726), Erbherr in Klitschdorf/Wehrau und dessen Ehefrau Helene Constanze (* 11. Oktober 1677; † 22. Mai 1753), geb. Henckel von Donnersmarck. Solms bildete mit seiner Familie einen kleinen genealogischen Nebenzweig, nicht mehr mit direkten Bezug zu den namensgebenden Herrensitzen in Brandenburg und der Niederlausitz, so in Baruth (Mark), Golßen und Kasel-Golzig. Der Besitz des Vaters in Klitschdorf fiel später an die Baruther Cousins. Sein Großvater war Johann Georg III. von Solms. Von seinem Onkel Friedrich Siegmund II von Solms in Baruth stammen die Nachfahren der folgenden sechs Generationen in der Besitzesfolge auf Schloss Baruth bis 1944/1945.
Christian Ernst war auf dem Ende des 17. Jahrhunderts gegründeten Pädagogium der Franckeschen Stiftung in Halle a. d. S. Im Jahr 1726 nahm er dann ein Studium an der Universität Wittenberg auf. 1743 wurde er zum ersten Landrat des Kreises Pleß ernannt. Auf ihn war unüblicherweise auch ein Teil der Amtsbefugnisse mehrerer Landeshauptleute übergegangen.[1] Das Amt übte er bis 1747 aus, sein Nachfolger wurde Erdmann Jaroslav von Skrbensky. Ab 1748 amtierte er nochmals als Landrat im Kreis Leobschütz.
Er setzte sich in seinen Funktionen dort insbesondere für die Evangelische Kirche in Schlesien ein.[2]

Familie
Christian Ernst Graf von Solms war in erster Ehe seit Juli 1730 mit Julie Henriette (1705–1739), geb. von Morawitzky und Rudnitz verheiratet. Die Ehe blieb kinderlos. Nach ihrem Tod heiratete er am 19. Oktober 1740 in zweiter Ehe Gräfin Johanna Eleonore Josepha,[3][4] geb. Henckel von Donnersmarck (* 15. April 1710 in Oderberg; † 6. Mai 1774 in Zwickau). Aus dieser Ehe ging der Sohn Johann Constantin (* 5. September 1744; † 1. Juni 1748) hervor.
Literatur
- Carl (Karl) Hermann Friedrich Johann Hopf: Historisch-Genealogischer Atlas seit Christi Geburt bis auf unsere Zeit. Abtheilung I: Deutschland. Verlag Friedrich Andreas Perthes, Gotha 1858, Baruth/Klitschdorf unten rechts. S. 363.
- Rudolph zu Solms-Laubach: Geschichte des Grafen- und Fürstenhauses Solms. Verlag C. Adelmann, Frankfurt am Main 1865, Vita, S. 459, $ 108.
- Édouard Maria Oettinger, Hugo Schramm: Moniteur des Dates, contenant un million de renseignements biographiques, généalogiques et historiques. Band Supplement, C. Richard Gärtner-Verlag Bernhard Hermann, Leipzig 1873, S. 99.
- Hans Jessen: Jahrbuch der Schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität zu Breslau. Band XVIII: Universität Breslau, Duncker & Humblot, Berlin 1973, ISBN 3-428-03053-2, S. 117.
- Rolf Straubel: Biographisches Handbuch der preußischen Verwaltungs- und Justizbeamten 1740–1806/15. Hrsg. H.K.z. B., K. G. Saur Verlag, München 2009, S. 961; ISBN 978-3-598-23229-9, S. 961.