Christian Rainer
österreichischer Journalist und Herausgeber
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Christian Rainer (* 13. Dezember 1961 in Gmunden) ist ein österreichischer Publizist und Medienmanager. Er war 25 Jahre lang Chefredakteur und Herausgeber des Nachrichtenmagazins profil. Rainer lebt in Wien und im Salzkammergut.

Leben und Ausbildung
Rainer wuchs mit zwei Brüdern in Ebensee im Salzkammergut auf. Sein Vater, Helmut Rainer, war ein Chemiker und Industriemanager, seine Mutter Johanna, geborene Zwierzina, war eine vertriebene Sudetendeutsche.
Er besuchte das Gymnasium in Gmunden, maturierte nach einem USA-Auslandsjahr 1979 in High Point, North Carolina, und 1980 in Gmunden. Er studierte an der Universität Wien Rechtswissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Philosophie. 1985 promovierte er in Rechtswissenschaft. 1986/87 leistete er den Militärdienst im Österreichischen Bundesheer ab.
Rainer ist der Neffe des österreichischen Malers Arnulf Rainer. Er ist Vater von Zwillingstöchtern. Rainer bezeichnet sich selbst als begeisterten Skifahrer, Segler und Bergsteiger und als „miserablen Fußballspieler“.
Berufliche Karriere
Journalist wurde Christian Rainer nach eigenem Bekunden „durch Zufall, aber nicht zufällig“, als er sich Mitte der 1980er-Jahre angesichts der Waldheim-Affäre neben vielen anderen Persönlichkeiten der österreichischen Zivilgesellschaft erstmals politisch engagierte. Von 1986 bis 1988 verfasste er Features für den ORF-Hörfunk und schrieb in der Wiener Wochenzeitung Falter, wo er Leiter des innenpolitischen Desks wurde.
Seine journalistische Laufbahn führte ihn – obwohl niemals einer politischen Partei nahestehend – 1988 zur Arbeiter-Zeitung, wo er als Wirtschaftsredakteur begann, nach einem Jahr zum Ressortleiter für Wirtschaft und Finanzen aufstieg und zuletzt bis 1990 Stellvertretender Chefredakteur war. Im Anschluss daran war er Leiter des Ressorts Wirtschaft und Finanzen der WirtschaftsWoche Österreich und bis 1997 deren Chefredakteur.
Von Mai 1997 bis Herbst 2008 war Rainer Herausgeber und Chefredakteur des Wirtschaftsmagazins trend. Ab Juli 1998 war er zusätzlich Herausgeber und Chefredakteur des Nachrichtenmagazins profil. Im Dezember 2022 gab Rainer bekannt, dass er sich „mit großer Dankbarkeit und in allerbestem Einvernehmen mit Eigentümern und Redaktion“ ab März 2023 von profil zurückziehen werde, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden.[1]
Rainer galt als längstdienender Chefredakteur eines deutschsprachigen Qualitätsmediums. In seiner Zeit bei profil produzierte er über 1200 Ausgaben des Wochenmagazins, schrieb neben vielen anderen Texten rund 1000 Leitartikel und trieb die Digitalisierung des Magazins voran. Rainer galt als Spitzenverdiener unter Österreichs Journalisten. In Branchenblättern wurde ein Jahresgehalt von mehr als 300.000 Euro brutto angenommen.[2]
Seit seinem Rückzug als Herausgeber und Chefredakteur arbeitet Rainer national und international für eine Vielzahl von Medien, Organisationen und Unternehmen als Publizist, Manager und Berater. Darunter finden sich unter anderem der Verband Österreichischer Zeitungen, die Austria Presse Agentur, die Vorarlberger Nachrichten, Die Presse, Der Standard, Die Zeit, ORF, Puls 24, Puls 4, Servus TV und diverse Dienstleistungs- und Industriekonzerne.
Sonstige Tätigkeiten
Christian Rainer ist unter anderem Aufsichtsrat der Wiener Zeitung GmbH, der Wiener Zeitung Digitale Publikationen GmbH und Vorstand der Österreichischen Medienakademie. Er war er von 2019 bis 2023 Präsident der European Business Press EBP (inzwischen EBM), die den European Manager of the Year nominiert und rund 15 Jahre in deren Board of Directors. Er war über viele Jahre Beirat von Plan International, Mitglied der Nestroy-Jury und Beirat des Bank Austria Kunstforum. Er ist seit rund 25 Jahren Vorstandsmitglied der Ludwig Boltzmann Gesellschaft, Vorstandsmitglied der Gesellschaft der Freunde der Österreichischen Nationalbibliothek, Member of the Strategic Council des ISTA (Institute of Science and Technology Austria) und Beirat des M100 Sanssouci Colloquium.
Er kuratierte Buchprojekte, trat in Hunderten von Radio- und TV-Sendungen auf und produzierte eine große Menge an Podcasts und Bewegtbildmaterial. Er hält regelmäßig Vorträge im In- und Ausland, moderiert Diskussionsrunden und Veranstaltungen und tritt weiterhin häufig in Radio- und TV auf.
Auszeichnungen
- 2015: Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[3]
- 2019: Mostdipf-Preis[4]
- 2024: Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich[5][6]
- diverse journalistische Ehrungen und Auszeichnungen
Negativpreise
- 2013 „Rosa Handtaschl“, verliehen durch das österreichische Frauennetzwerk Medien[7]
Weblinks
- Eintrag zu Christian Rainer im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon)