Christian Rovsing
dänischer Ingenieur, Geschäftsmann und Mitglied des Europa-Parlaments
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Christian Foldberg Rovsing (* 2. November 1936 in Rødovre; † 22. Dezember 2025[1]) war ein dänischer Ingenieur, Unternehmer und Politiker. Er war für die Konservative Folkeparti von 1989 bis 2004 und von 2007 bis 2009 Mitglied des Europa-Parlaments.
Leben
Familie
Seine Eltern waren der Direktor und Diplomingenieur Johannes Rovsing (1909–1982) und Edith Foldberg (1908–1991). Er war seit 1978 mit der Tierärztin Kristine Elbæk verheiratet.
Beruflicher Werdegang
Christian Rovsing machte 1955 sein Abitur und wurde 1961 cand. polyt. an Dänemarks Technischer Universität. Während der Studienzeit war er von 1959 bis 1960 Vorsitzender des Polytechnischen Vereins und Aufsichtsratsmitglied des Polytechnischen Buchhandels und Verlags ab 1960.
Er arbeitete von 1961 bis 1963 für IBM in Schweden, USA und Frankreich. Im Jahr 1963 gründete er die Firma Christian Rovsing A/S im Keller seiner Eltern. Die Firma spezialisierte sich auf Datenkommunikation, EDV-Systeme und Elektronik im Raumfahrtsbereich. Die Firma mit 600 Mitarbeitern (1981) belieferte die amerikanische Raumfahrtsverwaltung und die europäische Raumfahrtorganisation ESA. Rovsing war auch Direktor der Firma Advanced Computing Center A/S.
Die Firmen waren weltweit konkurrenzfähig, z. B. gewann Rovsing 1975 einen Vertrag zur Bearbeitung und Archivierung der Daten des Wettersatelliten Meteosat, was zum Bau des Computers CR80 führte, von dem bis 1981 mehr als 500 Stück verkauft wurden.
1984 meldete Christian Rovsing A/S Konkurs an. Rovsing setzte als Direktor der Firma Chr. F. Rovsing A/S fort. Außerdem war er von 1989 bis 1992 Direktor der Mobicom A/S, 1994–2000 Aufsichtsratsvorsitzender der Danionics A/S und ab 1998 Vorsitzender der Rovsing Management A/S.
Um 1970 wurde er als Raumfahrtsexperte im Fernsehen während der Mondlandungen bekannt. Ihm wurde 1982 der Technologiepreis und 1984 die IEEE Centennial Medal verliehen. Christian Rovsing war Protektor des Vereins Experimenterende Dänische Radioamateure und Ehrenmitglied der Dänischen Gesellschaft für Raumfahrtforschung.
Politische Laufbahn
Als gebürtiger Rødovrer war Rovsing von 1966 bis 1972 Mitglied des Gemeinderats von Rødovre und von 1974 bis 1978 Mitglied des Amtsrats von Kopenhagen, gewählt als Mitglied der Konservativen Folkeparti (Volkspartei).
Nach einigen Jahren ohne politische Ämter war er von 1987 bis 1990 Ersatzkandidat für das Folketing. 1989 wurde er in das Europäische Parlament gewählt, dem er bis 2004 angehörte. Bei der Wahl 2004 wurde er als Ersatzkandidat für Gitte Seeberg gewählt, für die er im November 2007 eintrat, als sie ins Folketing gewählt wurde. Im Europaparlament war er Mitglied des Außenpolitischen Ausschusses und der Delegationen für die Verbindungen mit den Golfstaaten, hierunter Jemen.
Literatur
- Merete Harding, P. H. Bendtsen: Chr. F. Rovsing. In: Dansk biografisk leksikon. 3. Auflage, 1979–1984, aktualisierte Online-Ausgabe
- Virtus Schade: Kendte danskere i privatportræt, Forenede Udgivere A/S 25, 1994, ISBN 87-90065-04-2
Weblinks
- Christian Rovsing in der Abgeordneten-Datenbank des Europäischen Parlaments
- Christian Rovsing. denstoredanske.lex.dk