Christiane Rösinger

deutsche Musikerin und Journalistin From Wikipedia, the free encyclopedia

Christiane Rösinger (* 6. Januar 1961 in Rastatt) ist eine deutsche Musikerin, Autorin und Journalistin.

Christiane Rösinger (2010)
Schnelle Fakten
Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[1]
Lieder ohne Leiden
 DE9903.03.2017(1 Wo.)
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Leben und Werk

Christiane Rösinger wuchs in Hügelsheim bei Rastatt auf und zog nach einer Lehre zur Buchhändlerin 1985 nach West-Berlin, wo sie Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft studierte und als Hilfskraft am Peter-Szondi-Institut arbeitete.[2][3] Dort bewegte sie sich Mitte der 1980er Jahre im Umfeld des „Fischbüros“.[4] 1988 gründete sie zusammen mit Almut Klotz, Heiner Weiß, Kathrin Fitzner und Funny van Dannen die Band Lassie Singers, die sich 1998 auflöste. 1998 gründete sie ebenfalls mit Almut Klotz das Label Flittchen Records. Seit 1998 ist Christiane Rösinger der Kopf der Band Britta, die sie zusammen mit Britta Neander und Julie Miess gründete. Daneben schreibt sie für verschiedene Zeitungen (u. a. taz, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, „Berliner Seiten“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung) vor allem über Themen, die mit Popmusik und Popkultur in Verbindung stehen.

2003 erlitt Rösinger mit 42 Jahren einen Schlaganfall und direkt danach einen schweren Unfall und konnte mehrere Monate nicht arbeiten.[5][6] Im März 2008 erschien ihr erstes Buch, Das schöne Leben, in dem sie in kurzen autobiografischen Texten vom Leben auf dem Dorf und vom Leben in der Stadt erzählt. Seit August 2008 schreibt sie eine wöchentliche Kolumne für den österreichischen Radiosender fm4. Im Oktober 2010 veröffentlichte Rösinger ihr erstes Soloalbum Songs Of L. And Hate, auf dem Andreas Spechtl von Ja, Panik für die Arrangements verantwortlich zeichnet.[7] Diesem folgte 2017 Lieder ohne Leiden, auf dem sie abermals mit Spechtl zusammenarbeitet (Instrumentierung und Gesang). Ihre Tochter singt dabei im Background.[8] Thematisch dreht sich das Album um das Altern, was der Song Joy Of Ageing bündelt. Dort reihen sich zudem collagenartig Zitate von Bertolt Brecht, The Smiths oder der Münchener Band Schwermut Forest.[8]

In den 1990er Jahren betrieb Rösinger die wöchentliche Veranstaltungsreihe Flittchenbar in der Maria am Ostbahnhof. Seit Dezember 2010 veranstaltet sie diese musikalische Themen-Gala monatlich im Kreuzberger Südblock. 2016 steuerte sie Musik zum sogenannten „Fussical“ (ein Musical über Fußball) Der Spielmacher im Hebbel am Ufer bei.[9] Für das Stück Feminista Baby – Premiere 2017 im Deutschen Theater – schrieb sie die Musik und spielte auch mit. Im Herbst 2019 hatte ihr erstes Musical Stadt unter Einfluss[10] Premiere im Hebbel am Ufer. Für das wohnungspolitische Musical schrieb sie den Text und die Songs, führte Regie und spielte selbst mit.[11]

Über einen gemeinsamen Aufenthalt in den USA schrieb die österreichische Schriftstellerin Stefanie Sargnagel 2023 das autofiktionale Buch Iowa, zu dem Rösinger „korrigierende Fußnoten“ verfasste.[12] 2026 veröffentlichte Rösinger mit The Joy of Ageing ein Buch über das Älterwerden, in dem sie persönliche Erinnerungen und Geschichten für analytische Beobachtungen zu Altersdiskriminierung, negativen Alterszuschreibungen und der Vermarktung des Alters nutzt.[13] Einzelne Inhalte des Buches waren zuvor in ihrer taz-Kolumne Aus dem Leben einer Boomerin angelegt.[13] Bei der Buchpremiere im Berliner Hebbel am Ufer las Rösinger zusammen mit Doreen Kutzke, Julie Miess und Andreas Schwarz; Claudia Fierke übernahm dabei eine Übersetzung aus dem Badischen.[13] In ihrem zuvor am HAU gezeigten Stück Leben im Liegen deuteten sich bereits Motive des Buches an, darunter die von ihr behandelte „Alterspubertät“.[13]

Privates

Rösinger lebt seit 1985 in Berlin-Kreuzberg (SO 36). Sie hat eine Tochter und zwei Enkel.[3][14]

Auszeichnungen

  • 2011 war sie mit ihrem Album „Songs of L. and Hate“ für den Echo-Kritikerpreis nominiert.[15]
  • 2020 wurde sie mit dem Rio-Reiser-Sonderstipendium des Musicboard Berlin ausgezeichnet.[16]
  • 2025 wurde sie mit dem Göttinger Elch ausgezeichnet.[17]

Diskografie

  • Lassie Singers: Die Lassie Singers helfen Dir. 1991, Sony Music/Columbia.
  • Lassie Singers: Sei À Go Go. 1992, Sony BMG.
  • Lassie Singers: Stadt, Land, Verbrechen. 1995, Sony BMG.
  • Lassie Singers: Hotel Hotel. 1996, Sony BMG.
  • Lassie Singers: Rest Of. 1998, Flittchen Records.
  • Lassie Singers: Best Of. 1998, Flittchen Records.
  • Britta: Irgendwas ist immer. 1999, Flittchen Records.
  • Britta: Kollektion Gold. 2001, Flittchen Records.
  • Britta: Lichtjahre voraus. 2003, Flittchen Records.
  • Britta: Das schöne Leben. 2006, Flittchen Records.
  • Britta: Best of Britta. 2018 Staatsakt
  • Christiane Rösinger: Songs of L. and Hate. 2010, Staatsakt.
  • Christiane Rösinger: Lieder ohne Leiden. 2017, Staatsakt.

Bibliografie

Theater

  • 2016: Der Spielmacher – Ein Fussical. Hebbel am Ufer (Berlin)
  • 2017: Feminista Baby! Deutsches Theater (Berlin)
  • 2019: Stadt unter Einfluss – Ein wohnungspolitisches Musical. Hebbel am Ufer (Berlin).
  • 2020/21: Legends of Entertainment. Tour mit Stefanie Sargnagel und Denice Bourbon,[18] u. a. an der Volksbühne Berlin[19]
  • 2021: Planet Egalia – Ein feministisches Singspiel. Hebbel am Ufer (Berlin).[20]
  • 2023: Die große Klassenrevue. Hebbel am Ufer (Berlin).[21]
  • 2025: Leben im Liegen. Hebbel am Ufer (Berlin).[22]

Hörspiel

  • 2023: Planet Egalia – Ein feministisches Musical. (WDR)[23]

TV

Einzelnachweise

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