Christina Nöbauer
österreichische Bildungsreferentin, Sozialarbeiterin und Lokalhistorikerin
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Christina Nöbauer (* 1948 in Vöcklabruck, OÖ) ist eine österreichische Bildungsreferentin, Sozialarbeiterin und Regionalhistorikerin.
Leben
Sie lebt seit 1969 mit kurzen Unterbrechungen im Pinzgau und war beruflich von 1969 bis 2008 in der Jugendwohlfahrt sowie in der Kultur- und Bildungsarbeit beschäftigt. Zusammen mit Theresia Oblasser, Isolde Ellmauer und Rosa Gruber bildete sie die Schreibgruppe „prowinzling“ und brachte 1992 das Buch Rauchzeichen heraus. Weitere Publikationen zur Heimat- und Kulturgeschichte über Salzburg im Nationalsozialismus folgten. Ihr Buch Opfer der Zeit dokumentiert die Schicksale von Bewohnern der Caritas-Anstalt für behinderte Menschen im ehemaligen Franziskanerkloster St. Anton in Bruck an der Glocknerstraße zur Zeit des Nationalsozialismus. Ausgehend von Nöbauers biografischen Forschungen und Erkenntnissen des Historikers Rudolf Leo errichtete die Gemeinde ein Mahnmal für NS-Opfer, das auch den 45 ehemaligen Bewohnern Anstalt St. Anton gedenkt, die im Rahmen der Aktion T4 getötet wurden.[1] Auch bei der Verlegung von Stolpersteinen im Pinzgau wird auf Nöbauers Recherchen zurückgegriffen.[2]
Auszeichnungen
Unter den Top 100 der Salzburger des Jahres 2011 stand Nöbauer an 38. Stelle.
Am 5. Mai 2011 erhielt sie das Verdienstzeichen des Landes Salzburg von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller im Rahmen eines Festaktes in der Alten Residenz verliehen.[3]
Publikationen
Bücher
- Versuch über meinen Vater. Eine Tochter fragt nach. Verlag Anton Pustet, Salzburg 2026, ISBN 978-3-7025-1211-8.
- mit Peter M. Kohlbacher: Zwischen Kochtopf und Drudenfuß. Die Entdeckung einer Handschrift aus dem Pinzgau des 18. Jahrhunderts. Saalfelden am Steinernen Meer 2018, ISBN 978-3-200-05813-2.
- Opfer der Zeit. Über das Schicksal ehemaliger BewohnerInnen der Caritas-Anstalt St. Anton in der Zeit des Nationalsozialismus. Studienverlag, Innsbruck/Wien/Bozen 2016, ISBN 978-3-7065-5849-5.
- Walter Reschreiter (unter Mitarbeit von Johannes Hofinger und Christina Nöbauer): Lebens(un)wert: „NS-Euthanasie in Land Salzburg“. Begleitpublikation zur Ausstellung der Laube sozialpsychiatrische Aktivitäten GmbH. Edition Tandem, Salzburg 2006, ISBN 978-3-9501-5708-6.
- mit Theresia Oblasser, Isolde Ellmauer und Rosa Gruber: Rauchzeichen – Auswahl aus Texten einer Schreibgruppe. Arge Region Kultur, Horn 1992, ISBN 978-3-95001-480-8.
Beiträge
- Kaplan Thomas Pöschl und der Ritualmord an Anna Maria Einzinger. In: Life has a Name, 1, 2026, S. 13–16.
- Maria Arnreiter, Gertrud Breyer, Christina Nöbauer, Ingrid Queteschiner: Das Ansehen der Bäuerin. (Herausgegeben vom Bergland-Aktionsfonds und der österreichischen Bergbauernvereinigung.) Wien 1987.