Christine Craig
jamaikanische Lyrikerin und Erzählerin
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Christine Angela Craig (* 24. Juni 1943[1] in Kingston[2]) ist eine jamaikanische Lyrikerin und Erzählerin, die für den Gedichtband Poems All Things Bright & Quadrille for Tigers und die Kurzgeschichtensammlung Mint Tea and Other Stories bekannt wurde.[3] Ihre Gedichte nehmen oftmals feministische Blickwinkel auf patriarchale Strukturen ein, etwa in Elsa’s Version.[4]
Leben
Christine Craig wurde 1943 als Tochter von Winston und Linda Lynch[1] in Kingston geboren. Als Kind hielt sie sich oft bei ihren Großeltern in der ländlichen Region St. Elizabeth auf.[2] Sie arbeitete zunächst in London als persönliche Assistentin für die Spastics Society (1964–1967) und als Volontärin für den Guardian (1967). Sie heiratete den jamaikanischen Künstler Karl „Jerry“ Craig (von dem sie sich später wieder trennte)[2] und wurde Mutter von zwei Töchtern.[1]
Craig war dann als freiberufliche Autorin tätig. 1970 erschien ihr erstes Buch. Neben dem Schreiben engagierte sie sich für Frauenrechte und war von 1975 bis 1977 als Assistentin am Aufbau des neu gegründeten „Women’s Bureau“ (heute Bureau of Women’s Affairs’) in Kingston beteiligt, einer staatlichen Einrichtung für Frauenfragen, die aus einer Abteilung des Premierminister-Büros hervorgegangen war. 1977/1978 war Craig kommissarische Direktorin des „Women’s Bureau“.[1] Danach studierte sie Anglistik und Massenkommunikation an der University of the West Indies, wo sie 1980 mit dem Bachelor abschloss.[2] Anschließend arbeitete sie in Kingston als Kundenbetreuerin für die Unternehmen Mediamix Ltd. (1981–1982) und Lindo NCK Ltd. (1982–1983).[1] Im Jahr 1989 nahm sie am International Writing Program der University of Iowa teil.[5]
Von 1990 bis 1998 war Craig als Editorin des Jamaica Gleaner in Miami tätig. In den 1990er Jahren lehrte sie auch Englische Literatur an der University of the West Indies und als Adjunct Professor of Fiction and Commercial Writing an der Barry University.[2] Später lebte und arbeitete sie in Fort Lauderdale (Florida).[2]
Wirken
Christine Craigs erste Veröffentlichung war das Kinderbuch Emanuel and His Parrot (1970), dem Emanuel Goes to Market (1971) folgte.[4] Beide Bücher wurden von ihrem damaligen Ehemann Karl Craig illustriert.[2] Mit dem Gedichtband Quadrille for Tigers (1984) begründete Christine Craig ihr lyrisches Schaffen; im Jahr 2010 erschien bei Peepal Tree Press eine Doppelausgabe mit All Things Bright.[3] Ihre Kurzgeschichtensammlung Mint Tea and Other Stories (1993) festigte ihren Ruf als Erzählerin und gehört bis heute zu ihren meistzitierten Werken.[6] Zu ihren Sachpublikationen zählt Guyana at the Crossroads (1992, mit Denis Watson).[4] Craig trat beim Talking Trees Literary Festival auf, wo sie aus All Things Bright las.[7] Als Mentorin und Leiterin von Arbeitskreisen brachte sie sich ins Drawing Room Project ein und verband Schreibarbeit mit gemeinschaftlichen Aktivitäten.[6] Im karibischen Literaturdiskurs wird ihr Werk als Verbindung persönlicher, häuslicher, politischer und weiblicher Blickwinkel beschrieben.[8] Diese Sichten bündelt sie in Gedichten wie Elsa’s Version, das ausdrücklich patriarchale Normen kritisiert.[4]