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Christine Kron

deutsche Ethnologin, Afrikanistin und Museumsleiterin From Wikipedia, the free encyclopedia

Christine Kron (geboren am 3. März 1962 als Christine Stelzig in Rosenheim; gestorben am 10. Februar 2017 in München) war eine deutsche Ethnologin, Afrikanistin und Museumsleiterin, die sich besonders mit den Kulturen Afrikas befasste. Von 2011 bis 2017 war sie Direktorin des Museum Fünf Kontinente in München. Kron war Autorin zahlreicher Katalogbeiträge und wissenschaftlicher Fachartikel.

Leben und Wirken

Christine Kron studierte Ethnologie, Geschichte und Afrikanistik. Nach dem Studium in Oxford und Auslandsaufenthalten in Mali (Feldforschung) und Paris (am damaligen Musée de l’Homme) war sie an Völkerkundemuseen in Berlin, Paris und München tätig. Ihr Volontariat absolvierte sie unter Hans-Joachim Koloss im Ethnologischen Museum Berlin.[1][2] Viel beachtet wurde ihre Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum unter Dietrich Wildung und dem Kunstsammler Udo Horstmann.[3] Nach Stationen in Basel und Hamburg[4] war sie am Museum der Weltkulturen in Frankfurt zunächst kommissarische Leiterin, dann Direktorin (2008–2010). Dort baute sie die Sammlung zeitgenössischer afrikanischer Kunst aus.

Von April 2011 bis zu ihrem Tod nach kurzer schwerer Krankheit im Februar 2017 war sie als Nachfolgerin von Claudius Müller Direktorin des Museums Fünf Kontinente in München. In dieser Zeit hat sie das Haus durch tiefgreifende konzeptionelle Veränderungen und eine zeitgemäße Ausrichtung entscheidend und nachhaltig geprägt. Ihr wohl sichtbarster Verdienst war die umfassende strategische Neupositionierung des Hauses. Unter ihrer Leitung wurde das einstige Staatliche Museum für Völkerkunde am 9. September 2014 in „Museum Fünf Kontinente“ umbenannt. Begleitet wurde dies von einem neuen Logo und dem Leitmotiv „Weltoffen seit 1862“, womit sie das Museum für neue Besuchergruppen öffnete. Christine Kron stieß auch die kritische Aufarbeitung der eigenen Sammlungsgeschichte an. Unter ihrer Führung wurde beispielsweise 2014 die vielbeachtete Ausstellung „From Samoa with Love?“ mit der Kuratorin Hilke Thode-Arora realisiert, die sich erstmals explizit mit Deutschlands kolonialer Vergangenheit auseinandersetzte. Zudem forcierte Kron als Museumsleiterin die Provenienzforschung (Herkunftsforschung) und bezog Herkunftsgesellschaften aktiv mit ein – so etwa in den sensiblen Dialogen um historische kamerunische Objekte wie den „Schiffschnabel“ (tangé) der Duala. Als Direktorin unterstützte sie leidenschaftlich Kuratoren wie Stefan Eisenhofer im Sammeln und Ausstellen zeitgenössischer Kunstwerke aus den jeweiligen Regionen (wie Afrika oder Asien) und verankerte dies fest in der Programmatik und in den Dauerausstellungen des Museums. Unter ihrer Ägide ermöglichte sie auch namhafte, teils politisch und ökologisch engagierte Sonderausstellungen wie etwa „Letzte Ölung Nigerdelta“ (2012) oder „Últimos Testigos. Die letzte Rebellion der Maya“ (2016).[5][6]

Publikationen (Auswahl)

  • Diplomaten und Wesire (Hrsg., mit Peter Schienerl) 1988.
  • Abenteuer Kunst: Der Tanz der Tiere. Afrikanische Masken. Prestel, 1997
  • Nicht zum Spielen allein. Afrikanische Puppen aus der Sammlung Udo Horstmann. Völkerkundesammlung der Hansestadt Lübeck 2001/2; Städtische Museen Freiburg – Adelhausermuseum für Natur- und Völkerkunde 2003
  • Afrika am Museum für Völkerkunde zu Berlin 1873–1919: Aneignung, Darstellung und Konstruktion eines Kontinents (Dissertation). Centaurus Verlag & Media 2004
  • Ritual oder Spiel? Puppen aus Afrika und Ägypten. Berlin, Ägyptisches Museum und Papyrussammlung 2004.
  • Letzte Ölung Nigerdelta. Das Drama der Erdölförderung in zeitgenössischen Fotografien. (Hrsg., mit Stefan Eisenhofer und Eva Ursprung) München, Staatliches Museum für Völkerkunde, 2012
  • Regenwald (Hrsg., mit Christian Feest). Theiss, Konrad, 2015
  • Últimos Testigos. Die letzte Rebellion der Maya (Hrsg.). Hirmer, 2016.

Einzelnachweise

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