Christine Stampe
dänische Adlige und Mäzenin
From Wikipedia, the free encyclopedia
Christine Stampe, geborene Dalgas (* 20. April 1797 in Fredericia; † 5. Mai 1868 auf Gut Nysø bei Præstø), war eine dänische Adlige und eine der Hauptförderinnen des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen.

Leben

Christine Dalgas wurde am 20. April 1797 in Fredericia geboren. Sie war die Tochter des Schweizer Pfarrers Jean Marc Dalgas (1756–1811), der mit seiner Familie nach Dänemark gezogen war und die Gemeinde in Fredericia übernommen hatte und Maria Franciska Esther, geb. Aldebert (ca. 1762–1813), seiner deutschen Frau.[1] Ihre Eltern starben früh und so verbrachte sie ihre Jugend bei zwei Brüdern in Italien. Durch einen, der dänischer Konsul in Neapel war, lernte sie mehrere Dänen kennen und durch den anderen ihren späteren Ehemann, Henrik Stampe (1794–1876). In Neapel heirateten sie am 12. Februar 1820 und zogen nach Dänemark. Nach dem Tod seines Vaters im Jahr 1827 erbte ihr Mann die Baronie Stampenborg. Sie hatten sieben Kinder, von denen drei jung starben. Für die Erziehung der anderen vier Kinder standen ihr ausländische Gouvernanten und dänischen Hauslehrer zur Seite. Ihr Mann war psychisch labil und so kümmerte sich Christine Stampe auch um die Verwaltung des Anwesens über lange Zeiträume mit autoritärer Hand.[2]
Neben ihrer Tätigkeit in der Verwaltung der Güter und des Haushalts war Christine Stampe interessiert an Kunst, malte und ließ Familienmitglieder und auch sich selbst porträtieren. Diese Werke, die unter anderem von Constantin Hansen, P. C. Skovgaard und weitere Malern geschaffen wurden, schmückten die Wände des Gutshauses Nysø. Für den Bildhauer Bertel Thorvaldsen richtete sie ein Atelier ein und er hielt sich dort nach seiner Rückkehr aus Rom im Jahr 1839 auf. Auf dem Gut führte Christine Stampe einen literarischen Salon und dieser wurde von prominenten Gästen aus Kunst, Politik und Wissenschaft besucht. Zu den Gästen zählten König Christian VIII. und Königin Caroline Amalie, Hans Christian Andersen, Adam Oehlenschläger und der Kunsthistoriker Niels Laurits Høyen. Das gesellschaftliche Leben spielte sich entweder auf Gut Nysø oder an den wechselnden Wohnsitzen der Familie in Kopenhagen ab.[2]
Christine Stampe starb am 5. Mai 1868 auf Gut Nysø bei Præstø.
Ihre Memoiren über Thorvaldsen, Baroness Stampes Erinnerungen an Thorvaldsen, wurden 1912 veröffentlicht und trugen maßgeblich zur Wiederbelebung des Interesses an seinem Werk bei.[3]
Kinder
- Henrik Lensbaron Stampe (1821–1892)
- Holger Frederik Lensbaron Stampe-Charisius (1822–1904)
- Kirsten Marie Elisabeth „Elise“ Baroness Stampe (1824)
- Jean August Carl Louis Fritz Stampe (1826–1830)
- Christian Emil Stampe (1828–1830)
- Christian Herman Stampe (1831–), Besitzer von Aldershvile und kaiserlicher österreichischer Dragoneroffizier
- Jeanina Baroness Stampe (1833–1861)