Chrysa Chatzivasileiou
griechische Feministin, Widerstandskämpferin und Kommunistin
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Chrysa Chatzivasileiou (griechisch Χρύσα Χατζηβασιλείου; geboren 1904; gestorben 14. November 1950 in Budapest) war eine griechische Feministin und Widerstandskämpferin. Als Mitglied der Kommunistischen Partei Griechenlands (KKE) war sie außerdem eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der griechischen und internationalen kommunistischen Bewegung.

Leben und politische Karriere
Chrysa Chatzivasileiou wurde in Kleinasien geboren und kam mit ihrer Familie nach der Kleinasiatischen Katastrophe als Flüchtling nach Griechenland.[1] Schon in ihrer Jugend widmete sie sich der Arbeiterbewegung und wurde 1924 Mitglied der KKE. Sie verfügte über organisatorische Fähigkeiten und zeichnete sich durch politische Integrität und großen Wissensdurst aus. In der Partei stieg sie in die Führungsgremien auf und war als Funktionärin auf internationaler Ebene tätig. Sie konnte sich in einem politischen Umfeld profilieren, in dem Frauen selten als gleichberechtigte Kämpferinnen anerkannt wurden. Die Emanzipation der Frauen war ihr eine Herzensangelegenheit. Sie strebte an, dass Frauen eine gleichberechtigte Teilhabe an der kommunistischen Arbeiterbewegung erhielten, zu einer Zeit, als Frauen nur selten die klassenbezogenen und patriarchalischen Zwänge durchbrachen.[2]
Chrysa Chatzivasileiou arbeitete in den 1930er Jahren als Schreibkraft des Zentralkomitees der Partei und anschließend der sowjetischen Botschaft. Später studierte sie an der Kommunistischen Arbeiteruniversität des Ostens (Κομμουνιστικό Πανεπιστήμιο Εργαζομένων της Ανατολής) in Moskau, wo sie die russische Sprache erlernte.[3]
Während der Metaxa-Diktatur wurde sie zusammen mit anderen Parteimitgliedern auf die Insel Kimolos verbannt. Als sich die Verbannten 1940 freiwillig zum Krieg gegen die Italiener meldeten – die Männer als Soldaten, die Frauen als Krankenschwestern, wurde ihr Angebot abgelehnt. Angesichts der Gefahr, an die Nazis ausgeliefert zu werden, beschlossen die Verbannten, von der Insel zu fliehen.[4]
Im September 1941 gründete Chrysa Chatzivasileiou zusammen mit anderen die EAM, die auch unter dem Namen ELAS bekannte Griechische Volksbefreiungsarmee, die die größte organisierte Widerstandsgruppe gegen die deutsch-italienischen Besatzer wurde. Im Jahr 1942 wurde sie zum ordentlichen Mitglied des Politbüros der KKE gewählt.[3] Bereits beim 6. Parteitag 1935 war sie als erste Frau in den Zentralausschuss der KKE gewählt worden.[5] Zehn Jahre später wurde sie im Oktober 1945 wieder als einzige Frau in den Zentralvorstand gewählt. Während des Bürgerkriegs (1945–1949) blieb Chrysa Chatzivasileiou in Athen und übernahm gemeinsam mit Nikos Ploumpidis die politische Leitung der illegalen Organisationen der KKE, die in der Hauptstadt aktiv waren.[3]
Nachdem sie im Oktober 1948 zur Präsidentin der Panhellenischen Demokratischen Frauenunion (PDEG), der Frauenorganisation der KKE, gewählt worden war, vertrat sie Griechenland beim zweiten Weltkongress der Internationalen Demokratischen Frauenföderation (IDFF) 1948 in Budapest. Dort sagte sie in einer Ansprache folgende Worte über ihre Mitkämpferinnen: „Die Frauen Griechenlands haben gezeigt, dass sie ebenso viele Lasten schultern können, wie sie Rechte einfordern und durchsetzen. Sie begnügen sich nicht nur mit den Aufgaben der Kämpfer im Hinterland, sondern haben zu den Waffen gegriffen und dem Feind auf Augenhöhe die Stirn geboten. 15 % der Truppenstärke der DSE (Demokratischen Armee Griechenlands, Δημοκρατικός Στρατός Ελλάδας) besteht aus Frauen...“[6]
Im Januar 1949 entband man sie aus gesundheitlichen Gründen von ihren politischen Aufgaben. Sie starb 1950 in Budapest an Leukämie. Im Jahr 1975 wurden ihre sterblichen Überreste überführt und auf dem Ersten Athener Friedhof beigesetzt. Sie war mit Petros Roussos verheiratet, der ebenfalls ein führendes Mitglied der KKE war.[3]
Literatur
- Το κομμουνιστικο κομμα ελλαδας και το γυναικειο ζητημα (Die Kommunistische Partei Griechenlands und die Frauenfrage), Kentriki Epitropi tou KKE, 1946.