Chrysanthemumsäure

chemische Verbindung From Wikipedia, the free encyclopedia

Chrysanthemumsäure ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Carbonsäuren. Sie zählt zu den monocyclischen Monoterpenen mit Cyclopropan-Gerüst. Das (+)-trans-Isomer ist der in der Natur vorkommende Säurebestandteil von Pyrethrin I, einem Insektizid aus der Gruppe der Pyrethrine.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Chrysantemumsäure
(1R,3R)-(+)-Chrysanthemumsäure
Allgemeines
Name Chrysanthemumsäure
Andere Namen
  • (1R,3R)-2,2-Dimethyl-3-(2-methyl-1-propenyl)cyclopropansäure
  • (+)-trans-Chrysanthemumsäure
Summenformel C10H16O2
Kurzbeschreibung

farblose bis hellgelbe Flüssigkeit[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 225-067-5
ECHA-InfoCard 100.022.788
PubChem 16747
ChemSpider 15876
Wikidata Q5114537
Eigenschaften
Molare Masse 168,23 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig[1]

Schmelzpunkt

17–21 °C[3]

Brechungsindex

1,477[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[1]
Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 315319
P: 305+351+338[1]
Toxikologische Daten

98 mg·kg−1 (LD50, Maus, intraperitoneal)[1]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C
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Eigenschaften

Chrysanthemumsäure ist eine farblose bis hellgelbe Flüssigkeit.[1]

Vorkommen

Chrysanthemumsäure kann aus Blütenköpfen von Korbblütlern der Gattung Chrysanthemum gewonnen werden.[4]

Tanacetum cinerariifolium (Syn.: Chrysanthemum cinerariifolium)[5]

In einigen verwandten Arten von Wucherblumen wie der Dalmatinischen Insektenblume (Tanacetum cinerariifolium) sind die gebildeten Monoterpene Zwischenprodukte für die Synthese von Pyrethrinen.[6]

Daneben wurden Chrysanthemylester auch als Pheromone von Arten der Schmierläuse gefunden, beispielsweise als Sexpheromon der zitrophilen Wolllaus Pseudococcus calceolariae.[7]

Synthesewege

In Pflanzen werden die ersten Schritte der Biosynthese von Chrysanthemumsäure ausgehend von Dimethylallylpyrophosphat (DMAPP) durch die Chrysanthemyl-Diphosphat-Synthase (CDS) katalysiert, einem der Farnesyl-Diphosphat-Synthase verwandten Enzym. Dabei wird zunächst das Chrysanthemyl-Diphosphat (CPP) erzeugt, indem zwei Moleküle DMAPP miteinander reagieren unter Abspaltung von Pyrophosphat (PPi):

Synthese
Synthese

Bei den in Pflanzenzellen vorliegenden Bedingungen katalysiert das Enzym auch den nächsten Schritt, in dem aus CPP durch Abspaltung des Diphosphatrestes nun Chrysanthemol wird. Mit dieser enzymatischen Hydrolyse ist CDS bifunktionell und entfaltet Chrysanthemol-Synthase-Aktivität. Die anschließende Oxidation des monocyclischen Monoterpenalkohols führt dann zu Chrysanthemumsäure.[8]

Unter Ausnutzung dieses Syntheseweges lässt sich mit klonierten E. coli-Stämmen enantiomerenreine (+)-trans-Chrysanthemumsäure gewinnen.[9]

Im Labor lässt sich der Ethylester der Chrysanthemumsäure durch Umsetzung von 2,5-Dimethyl-hexa-2,4-dien mit Diazoessigsäureethylester über Übergangsmetallkatalysatoren gewinnen,[10] durch anschließende Hydrolyse wird Chrysanthemumsäure erhalten.

Einzelnachweise

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