Chuu Wai
Malerin, Performance-Künstlerin und Aktivistin aus Myanmar
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Chuu Wai Nyein (birmanisch ခြူးဝေငြိမ်း; * 1992 in Yatsauk, Shan-Staat, Burma) ist eine birmanische Malerin, Performancekünstlerin und Aktivistin. Während des Militärputsches in Myanmar engagierte sie sich aktiv in der Opposition. Sie gründete die Bewegung „Schreiben für Recht“, die junge Künstler zusammenbrachte, um Plakate und andere Kunstwerke gegen den Putsch zu schaffen. Sie lebt heute im Exil.[1][2][3]

Leben und Werk
Wai studierte von 2008 bis 2014 an der Technologischen Universität Mandalay, wo sie einen Bachelor-Abschluss in Informationstechnik erhielt. Anschließend studierte sie bis 2015 Kunst an der National University of Arts and Culture, Mandalay. Sie hatte gerade ihr Atelier in Yangon eröffnet, als am 1. Februar 2021 der Militärputsch stattfand. Daraufhin rief sie die Kunstbewegung Write for Right ins Leben, die Protestierende dazu aufrief, Schilder zu bemalen oder zu beschriften. Sie engagierte sich anschließend in feministischen Bewegungen und verkaufte ihre Kunstwerke, um die Bewegung des zivilen Ungehorsams zu unterstützen. Die erste Folge des Putsches für Wai war die Löschung ihres Facebook-Kontos durch das Militärregime. Im April 2021 zwangen sie Drohungen ins Exil nach Frankreich, wo sie ihre Performances wieder aufnahm, ihre Gemälde ausstellte und ihr Engagement fortsetzte.[4]
Sie wurde als Rednerin zu internationalen und lokalen Kunstveranstaltungen eingeladen, darunter das Women's Forum in Singapur, die Global Entrepreneurship Week und ein Kurs der britischen Botschaft.[5]
Sie ist Mitbegründerin von Young Dream am Jefferson Center in Mandalay, einer Gruppe, die Workshops und Ausstellungen für junge Künstler organisiert. In Myanmar ist sie als Influencerin in der Kunstszene bekannt und wurde beispielsweise für den Myanmar Influencer Award nominiert. Sie teilte ihre Inspiration und Motivation in zahlreichen Fernsehsendern, Medien und Presseartikeln mit, darunter BBC News, VOA Burmese News, Polskie Radio, Trebuchet Magazine, Frontier, The Myanmar Time, MNTV, MRTV 4.[6][7]
Seit 2015 arbeitet Wai an Gemälden, die ihr Interesse an weiblicher Identität widerspiegeln. Auslöser für ihren künstlerischen Impuls war die sexuelle Belästigung durch einen Mann auf offener Straße. Diese Erfahrung lenkte ihren Fokus auf Geschlechterfragen und die Situation von Frauen im heutigen Myanmar. Ihre Gemälde thematisieren die Formen der gesellschaftlichen Kontrolle und Überwachung von Frauen, ihren Widerstand und den kulturellen Wandel. Sie verwendet für ihre Kunstwerke traditionelle Stoffe von Frauen als Leinwand.[8]
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2012: Indian Consulate painting competition, First Prize
- 2013: Indian Consulate painting competition, First Prize
- 2019: Best painting or sketch inspired by Leonardo's pictorial work Competition, First Prize
- 2025: Minority Arist Award, United Nations Human Rights
Ausstellungen (Auswahl)
Einzelausstellungen
- 2014: SPEED, Mandalay
- 2017: Verities Alternatives Exhibition Party, No.2 Art Area, Yangon
- 2017: Synonym of Self, Gallery 65, Yangon
- 2018: One Ten Hundred, Gallery 65, Yangon
- 2018: Our Turn Now, L’lsle Sur La Sorgue, Frankreich
- 2018: Liberees: Reclaim, Birmanes Identites, Paris
- 2019: Women – We Men, French Institute, Yangon
- 2019: Fabric of Change, New York City
- 2022: DYSTOPIA-Ausstellung, New Frontier Art Gallery
- 2023.: At Galerie du PCF, Paris
- 2023: We are the seeds, At DAAD Gallery and Open Society, Berlin
- 2024: Chuu Wai: Thread Under Threat: Myanmar Women Out of the 3-Year Coup Shadow, Bangkok Art and Culture Center, Bangkok[9]