Chwaszczyno

Siedlung in Polen From Wikipedia, the free encyclopedia

Chwaszczyno (deutsch Quaschin; kaschubisch Chwaszczëno) ist ein Dorf und Sołectwo (Schulzenamt) der Stadt-und-Land-Gemeinde Żukowo im Powiat Kartuski der polnischen Woiwodschaft Pommern. Es war Sitz einer gleichnamigen Landgemeinde.

Schnelle Fakten Basisdaten, Wirtschaft und Verkehr ...
Chwaszczyno
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Chwaszczyno (Polen)
Chwaszczyno (Polen)
Chwaszczyno
Basisdaten
Staat: Polen Polen
Woiwodschaft: Pommern
Powiat: Kartuski
Gmina: Żukowo
Geographische Lage: 54° 27′ N, 18° 25′ O
Einwohner: 4609 (31. Dez. 2021[1])
Postleitzahl: 80-209
Telefonvorwahl: (+48) 58
Kfz-Kennzeichen: GKA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: S6 StettinDanzig
DK20 StargardSzczecinekGdynia
DW218 Krokowa–Danzig
Nächster int. Flughafen: Danzig
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Geographie

Der Ort liegt im ehemaligen Westpreußen, etwa elf Kilometer südwestlich der Stadt Gdynia, 2,5 Kilometer westnordwestlich von Danzig (Stadtbezirk Osowa) und neun Kilometer westlich des Stadtzentrums von Sopot.

Geschichte

Ansicht der alten Kirche

Ältere Ortsnamen des ehemaligen Klosterdorfs, auf das im 13. Jahrhundert sowohl das Kloster Zuckau als auch das Kloster Oliva Anspruch erhoben hatten, sind Wasino (1229) und Quassino (1283); der Streit zwischen den Klöstern wurde 1316 unter dem Hochmeister des Deutschen Ordens Karl von Trier damit beendet, dass Oliva zugunsten Zuckaus Verzicht leistete.[2]

Um 1783 war Quaschin oder Kwaschin ein königliches Dorf und Erbpachts-Vorwerk mit 21 Feuerstellen (Haushaltungen).[3]

Die Landgemeinde Quaschin wurde am 20. Oktober 1897 mit dem gleichnamigen Gutsbezirk vereinigt. Letzterer galt als Wohnplatz der Gemeinde.[4]

Bis 1919 gehörte die Landgemeinde Quaschin zum Kreis Neustadt in Westpreußen im Regierungsbezirk Danzig der Provinz Westpreußen des Deutschen Reichs.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Quaschin aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags am 10. Januar 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten,[5] wo das Dorf am 1. Januar 1927 in den Powiat morski eingegliedert wurde. Nach dem Überfall auf Polen 1939 wurde das Gebiet des Korridors völkerrechtswidrig vom Deutschen Reich annektiert, und am 26. Oktober 1939 wurde das bisher polnische Dorf Chwaszczyno wieder in Quaschin umbenannt; am 25. Juni 1942 erfolgte die erneute Umbenennung in Quassendorf.[5]

Bis 1945 bildete Quaschin dann eine Landgemeinde im Kreis Neustadt i. Westpr. im Reichsgau Danzig-Westpreußen des Deutschen Reichs.

Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs besetzte im Frühjahr 1945 die Rote Armee die Region und diese kam wieder zu Polen. Der deutsche Bevölkerungsteil wurde in der Folgezeit von der polnischen Administration aus Quaschin vertrieben.

In den Jahren von 1975 bis 1998 gehörte Chwaszczyno administrativ zur Woiwodschaft Danzig, der Powiat war in diesem Zeitraum aufgelöst.

Demographie

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1818273davon 122 im königlichen Dorf, 96 auf dem Erbpachtgut und 55 auf sieben Einödhöfen;[6] davon 122 (ein Lutheraner, 121 Katholiken) im königlichen Dorf, 96 (fünf Lutheraner, 91 Katholiken) auf dem königlichen Erbpachtgut und 55 (13 Lutheraner, 42 Katholiken) auf dem königlichen Quaschiner Einödhof-Siedlungskomplex[7]
1852532davon 287 im Dorf und 245 auf dem Vorwerk[8]
1864716am 3. Dezember, davon 296 im Gutsbezirk und 420 im Gemeindebezirk[9]
1867780am 3. Dezember, davon 457 im Dorf und 323 im Gutsbezirk[10]
1871778am 1. Dezember, davon 466 (38 Evangelische, 428 Katholiken) im Dorf und 312 (17 Evangelische, 294 Katholiken, ein sonstiger Christ) im Gutsbezirk[10]
1985789davon 474 im Dorf und 315 im Gutsbezirk[4]
1905942[4]
19101003am 1. Dezember[11]
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Von 1998 bis 2021 wuchs die Einwohnerzahl des Orts um 172,4 Prozent.[1]

Weitere Informationen Jahr ...
Einwohnerzahlen seit 1945
Jahr19982002200920112021
Einwohner16922538293733964609
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Gmina Chwaszczyno

Die Landgemeinde Chwaszczyno bestand von 1934 bis 1939 und von 1945 bis 1954. Sie umfasste die Orte Bojano, Chwaszczyno, Dobrzewino, Kielno, Koleczkowo, Kolonja, Osowa, Wiczlino und Wielki Kack.

Verkehr

In Chwaszczyno befindet sich ein bedeutender Knoten des Straßenverkehrs der Dreistadt (Trójmiasto), hier kreuzen sich die Schnellstraßen S6/S7 mit der Landesstraße DK20 und der Woiwodschaftsstraße DW218.

Fernbahnhöfe können in Gdynia, Sopot und mehreren Danziger Stadtteilen erreicht werden.

Der nächste internationale Flughafen Danzig ist nur wenige Kilometer entfernt.

Literatur

  • Quaschin, Dorf, Kreis Neustadt Westpr., Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Quaschin (meyersgaz.org)
  • Hans Prutz: Geschichte des Kreises Neustadt in Westpreussen, Danzig 1872, S. 206 (Google Books).
  • Franz Schultz: Geschichte der Kreise Neustadt und Putzig. Danzig 1907 (pbc.gda.pl).
  • Paul Niekammer: Westpreussisches Güter-Adressbuch, Niekammer, Stettin 1903, S. 52–53 (digitale-bibliothek-mv.de)
Commons: Chwaszczyno – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

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