Cicely Hale
englisch-britische Suffragette, Sozialarbeiterin und Autorin
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Cicely Bertha Hale (* 5. September 1884 in Paddington, London; † 28. Mai 1981 in Rustington, West Sussex) war eine englisch-britische Suffragette, Sozialarbeiterin und Autorin.[1]
Leben
Hale war das jüngste der fünf überlebenden Kinder von Charles Douglas Bowdich Hale (1850–1927), einem Allgemeinmediziner, und seiner Frau Bertha Maria, geborene Poole (1840–1937). Hale war schüchtern und fühlte sie sich als Kind unzulänglich, ungeliebt und stand nur ihrer Schwester Betsy nahe. Die Mädchen wurden zunächst zu Hause und später in der von Lilian Faithfull geleiteten Mädchenabteilung des King’s College London und an einer Privatschule unterrichtet. Der Vater zählte Mädchen zu seinen Patientinnen, deren Gesundheit angeblich unter Überarbeitung gelitten hatte, und verbot deshalb seinen Töchtern, mehr als vier Stunden Unterricht pro Tag zu nehmen. Hale betrachtete ihre formale Ausbildung zeitlebens als ungenügend.
Hale absolvierte eine Ausbildung zur Sekretärin und wurde, von den Reden von Christabel und Emmeline Pankhurst inspiriert, 1908 Assistentin von Mary Home in der Informationsabteilung in der Zentrale der Women’s Social and Political Union (WSPU).[2] Dort war sie für den Ausschnittdienst und Recherchen zuständig und übernahm 1912 die Leitung der Abteilung. Zudem übernahm sie den Satz für die Zeitschrift The Suffragette. Obwohl sie viele Polizeirazzien miterlebte, wurde sie nie verhaftet. Die Sorge um den Ruf ihres Vaters hielt sie davon ab, sich militanter zu engagieren, sodass sie sich schuldig fühlte, weniger zu leisten als ihre Kollegen.
1916 ging ihr Vater in den Ruhestand und Hale blieb ohne Zuhause und Unterhalt zurück. Sie absolvierte daraufhin eine Ausbildung zur Gesundheits- und Sozialberaterin und erwarb außerdem das Zertifikat des Central Midwives’ Board. Schließlich wurde sie Gesundheits- und Sozialberaterin der Salisbury Street Clinic und hatte diese Position sechzehn Jahre lang inne. Neun Jahre lang schrieb sie eine wöchentliche Kolumne über Babys für die Zeitschrift Woman’s Own. Außerdem verfasste sie das Buch Can I Help you with Baby?, das in drei Auflagen erschien.
1918 mietete sie Zimmer nahe Primrose Hill, wo 1920 Ann Campbell, eine Pionierin von Frauen bei der Polizei, nebenan einzog. Hale und Campbell teilten ihr Leben zwanzig Jahre lang in einer Wohnung in Marylebone und verbrachten jedes Jahr ihren Urlaub im Ausland.
1947 lernte Hale Mary Cuningham Chater kennen, die Musikberaterin der Pfadfinderinnen (Girl Guides Association) war, und wurde anschließend selbst Abteilungssekretärin der Arun Valley Guides. Außerdem half sie bei der Zusammenstellung des International Song Books, leitete eine Gruppe und war drei Sommer lang als Lagerkrankenschwester tätig.
1975 veröffentlichte sie ihre Memoiren A Good Long Time und trat danach als eine der wenigen noch lebenden Suffragetten im Radio, in Schulen und im Fernsehen auf. Der Historiker Brian Harrison führte ein Oral-History-Interview mit Hale im Rahmen des Suffrage-Interviews-Projekts Oral evidence on the suffragette and suffragist movements: the Brian Harrison interviews.[3] Es wurde im November 1974 aufgenommen. Hale spricht über ihr Engagement bei der WSPU, die Arbeit der Informationsabteilung und über ihre Kolleginnen Mary Home und Aeta Lamb.[4] Die Interviewsammlung enthält auch ein Interview mit Hales Schwester, Beatrice Ricardo.[5]
Campbell starb 1941, und Hale lebte von 1950 bis 1965 im Haus von Mary Cuningham Chater; danach legten sie sich benachbarte Häuser zu. Hale selbst starb in hohem Alter 1981 an einer Lungenentzündung und Lungenabszessen in Rustington, West Sussex.
Im Jahr 2018 wurden Hale in den Marina Gardens in Littlehampton, West Sussex, eine Gedenktafel und ein Baum gewidmet.[6]
Werk
- A good long time: the autobiography of an nonagenarian. Rose Publishing,Tyndale House Publishers, London 1975, ISBN 0-85992-028-3.