Cilli-Maria Kroneck-Salis

deutsche Schauspielerin und Frauenrechtlerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Cilli-Maria Amalie Kroneck-Salis (geboren am 13. Juli 1923 in Berlin; gestorben am 25. Dezember 2010 in Bad Iburg) war eine deutsche Schauspielerin und Frauenrechtlerin, die sich in Osnabrück für die Gründung eines der ersten autonomen Frauenhäuser Niedersachsens engagiert hat.

Leben

Cilli-Maria Salis wurde am 13. Juli 1923 in Berlin geboren. Ihr Vater war der Jurist Rudolf Salis, ihre Mutter Cilli Salis war „Halbjüdin“ und wurde in der NS-Zeit, die sie überlebte, verfolgt.[1][2] Sie wuchs in Bad Iburg auf, besuchte dort die Schule, bis sie auf ein Gymnasium in Osnabrück wechselte. Sie verließ die Schule vorzeitig, da sie dort ständiger Diskriminierung ausgesetzt war, und begann eine Ausbildung im Bürobereich. Gleichzeitig nahm sie privat Schauspielunterricht. Die Aufnahme an einer staatlichen Schauspielschule war ihr aufgrund ihrer jüdischen Abstammung verwehrt.[3]

Bis zu seiner Schließung 1944 hatte sie ein Engagement am Theater. Danach wurde Cilli-Maria Salis im Geschlossenen Arbeitseinsatz zur Zwangsarbeit in der Rüstungsindustrie verpflichtet. Nach dem Ende des Krieges erhielt sie bis 1948 Theaterengagements in Osnabrück und Bremen. Sie kehrte 1948 nach Berlin zurück, um die Anwaltspraxis ihres Vaters nach dessen Tod aufzulösen. Für das Weltflüchtlingswerk der evangelischen Kirche arbeitete sie 1950 in Italien. Zurück in Deutschland heiratete Cilli-Maria Salis 1953 in Köln, und bekam in den Jahren 1955 und 1957 zwei Töchter, Susanne und Ulrike.[3]

Die nun einen Doppelnamen führende Kroneck-Salis kehrte 1964 nach Bad Iburg in das elterliche Haus in der Schloßstraße 17 zurück[4][5] und holte 1974 die Abiturprüfung nach. Danach studierte sie Erziehungswissenschaften an der Universität Osnabrück. Den Verein zum Schutz misshandelter Frauen gründete sie 1978 und eröffnete die Frauenberatungsstelle Osnabrück, in der sie ehrenamtlich mitarbeitete. Sie setzte sich dabei unermüdlich für die Eröffnung eines Frauenhauses ein. Dieses wurde schließlich 1980 in Osnabrück eröffnet und war eines der ersten autonomen Frauenhäuser Niedersachsens. Bis 1983 arbeitete Kroneck-Salis dort mit.[3][6]

Als während der Jugoslawienkriege 1992 Frauen aus dem Kriegsgebiet Osnabrück erreichten und Hilfe benötigten, arbeitete sie für die Gründung eines Osnabrücker Frauenflüchtlingshauses. Sie setzte sich bei Stadt, Land und Bund für die Finanzierung ein und engagierte sich dafür in ihrem Verein. Das Frauenflüchtlingshaus wurde 1993 eröffnet. Es bot bosnischen Frauen und Kindern Schutz. Kroneck-Salis war bis 2010 ehrenamtlich im Vorstand des Trägervereins des Frauenhauses tätig. Zudem nahm sie öffentliche Auftritte und Veranstaltungen wahr.[3]

Cilli-Maria Kroneck-Salis starb am 25. Dezember 2010 in Bad Iburg. Dort wurde sie auch bestattet.

Ehrungen

Die Bürgermedaille der Stadt Osnabrück wurde ihr 1989 verliehen, als Anerkennung ihrer Verdienste um den Aufbau des Osnabrücker Frauenhauses und ihrer langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeit zum Wohle vieler Osnabrücker Frauen und Kinder.[3]

Das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde ihr 2003 verliehen.[3]

Cilli-Maria Kroneck-Salis wurde in Bad Iburg mit einem frauenORT Niedersachsen geehrt.[7]

Zusätzlich zur Erinnerungstafel an ihrem Elternhaus in der Schloßstraße befindet sich eine weitere Gedenktafel am Rathaus Osnabrück.[5]

Einzelnachweise

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