Claude-Abram DuPasquier

Schweizer Industrieller und Textilunternehmer From Wikipedia, the free encyclopedia

Claude-Abram DuPasquier (* 21. Dezember 1717 (Taufdatum) in Fleurier; † 29. Dezember 1783 (Beisetzung) in Cortaillod; heimatberechtigt in Fleurier) war ein Schweizer Industrieller und Textilunternehmer.

Leben

Herkunft und Familie

Claude-Abram DuPasquier stammte aus einer Familie, die im 14. Jh. erstmals erwähnt wurde.[1]

Seine Eltern waren der Notar Pierre DuPasquier (* 1681; † 8. März 1765 in Fleurier)[2] und dessen Ehefrau Suzanne (geb. Matthey-Doret; 1688–1780); er hatte noch zehn Geschwister.

Am 21. März oder Juni 1746 heiratete er Suzanne (* 22. April 1727 in La Neuveville; † 13. September 1802 in Cortaillod), die Tochter des Notars Jean-Pierre Liengme (1672–1742)[3]. Gemeinsam hatten sie elf Kinder[4][5], von denen einige die unternehmerischen Ambitionen ihres Vaters teilten. Mehrere widmeten sich der Indiennefabrikation oder dem Indiennehandel und trugen damit zur Aufrechterhaltung und zum Ausbau des Familienerbes bei.

Sein Sohn Henri DuPasquier (1752–1811) folgte ihm als Leiter der Fabrique-Neuve nach und übernahm die Verantwortung 1783 nach dem Tod seines Vaters.

Seine Enkel waren die späteren Geistlichen James DuPasquier und Claude de Perrot sowie der Politiker Auguste Charles François de Perrot (* 4. Juni 1787 in Neuenburg; † 28. Juni 1863)[6] und sein Urenkel war der spätere Unternehmer und Politiker Henri DuPasquier (1815–1875)[7][8].

Ausbildung und frühe Karriere

DuPasquier erkannte frühzeitig die wirtschaftlichen Chancen in der Textilindustrie. Er erlernte die technischen Grundlagen der Herstellung bedruckter Stoffe (Indiennes) in Süddeutschland, wo diese Produktionsmethoden bereits etabliert waren. Mit diesem Fachwissen kehrte er in die Schweiz zurück und wurde 1742 zum Fabrikationsleiter in der Manufaktur des Unternehmers Jean-Jacques Jequier in Le Bied in der Gemeinde Colombier (Kanton Neuenburg) ernannt.

Geschäftstätigkeiten

Fabrique-Neuve in Cortaillod

Der Wendepunkt in DuPasquiers Karriere kam 1752, als er sich mit dem Kaufmann Jean-Jacques Bovet (1728–1793)[9] zusammenschloss, um die Fabrique-Neuve de Cortaillod[10] in Cortaillod, in der Nähe der Mündung der Areuse, zu gründen. Diese Manufaktur sollte zu einer der berühmtesten und erfolgreichsten Indiennefabriken der Schweiz werden. DuPasquier übernahm die technische und administrative Leitung und prägte das Unternehmen bis zu seinem Tod mit seinem Fachwissen und Geschäftssinn.

Die Fabrique-Neuve profitierte von der wachsenden europäischen Nachfrage nach bedruckten Baumwollstoffen und der strategischen Lage Cortaillods. Unter DuPasquiers Führung entwickelte sich die Manufaktur zu einem wirtschaftlichen Motor der Region und beschäftigte zahlreiche Arbeiter.

Im Jahr 1753 gründete er zusammen mit Jacques-Louis de Pourtalès und Jean-Jacques Bovet die Handelsgesellschaft Pourtalès et Cie, deren Ziel es war, die gesamte Handelskette im Indiennegeschäft zu kontrollieren – vom Einkauf der Rohware über das Bedrucken der Stoffe bis hin zum Absatz auf den europäischen Märkten.

Literatur

Einzelnachweise

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