Claudia Coca
Peruanische Malerin, Aktivistin und Hochschullehrerin
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Claudia Coca (* 1970 in Lima) ist eine peruanische Malerin, Aktivistin und Hochschullehrerin. Von 2011 bis 2018 war sie Akademische Leiterin der Kunstschule Corriente Alterna in Peru. Sie ist Gründungsmitglied der Bürgerinitiative Colectivo Sociedad Civil.[1][2][3]

Leben und Werk


Coca schloss 1994 ihr Studium an der Escuela Nacional Superior Autónoma de Bellas Artes del Perú in Lima ab. Anschließend absolvierte sie ein ergänzendes Bachelorstudium der Kunst an der Universidad Nacional Mayor de San Marcos, das sie 2013 abschloss. Seitdem hat sich ihr künstlerisches Schaffen, das Malerei, Fotografie und Installationen umfasst, zunehmend als eines der persönlichsten und kämpferischsten künstlerischen Werke der peruanischen Szene etabliert. Mit ihrem Werk will sie zur kritischen Auseinandersetzung mit aktuellen politischen und kulturellen Fragen rund um Kolonialismus, Ethnizität, Geschlecht und Staatsbürgerschaft anregen. Cocas künstlerische Praxis reflektiert jahrhundertealte koloniale Strategien, kolonisierte Völker als Barbaren oder exotisch darzustellen.[4]
Coca war 2000 Gründungsmitglied des Civil Society Collective, einer Freiwilligengruppe, die sich mit einer Reihe von Aktionen und Interventionen gegen die Diktatur Alberto Fujimoris stellte, wobei die Aktion Lavado de bandera sehr bekannt ist. 2002 erhielt sie ein Stipendium für das Dritte Menschenrechtskolloquium in São Paulo in Brasilien und war zusammen mit ihrer Kollegin und langjährigen Mitarbeiterin Susana Torres für die künstlerische Gestaltung der symbolischen Präsentation des Abschlussberichts der peruanischen Kommission für Wahrheit und Versöhnung in Ayacucho verantwortlich.
Sie wurde 2011 Akademische Direktorin der Kunstschule Corriente Alterna und wurde im selben Jahr in den von dem chilenischen Kurator und Kunsthistoriker Edward Shaw herausgegebenen Band Contemporary Latin American Painting aufgenommen, der bedeutende Künstler aus Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Peru und Uruguay präsentiert.[5]
Seit den Jahren während der Fujimori-Diktatur in den 1990er-Jahren hat sich ihr Werk von der Malerei über Zeichnung, Stickerei und Video weiterentwickelt, ohne dabei ihren kritischen Fokus auf die Darstellung von Geschlecht, Ethnie, der Rolle der Frau in der peruanischen Gesellschaft und der sozialen Klasse, verankert im neofigurativen Neoimpressionismus, zu verlieren. Inspiriert wurde sie von historischen visuellen und textlichen Quellen, die von den Chroniken Guaman Poma de Ayalas bis hin zu westlicher Pop-Art und zeitgenössischer Werbeikonografie reichen.[6]
2025 wurde sie zur Bienal Sur in Tarija in Bolivien eingeladen und gewann den Radar-Preis auf der Kunstmesse Pinta Lima.
Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)
- 2009: zweiter Preis beim Nationalen Malwettbewerb der Zentralbank von Peru
- 2009: Chile Triennale, Museum für Zeitgenössische Kunst in Santiago
- 2014: Luces-Preis für die beste Retrospektive für ihre Gruppenausstellung Mestiza im Museum für Zeitgenössische Kunst Lima
- 2019: Teilnehmerin der BienalSur (Ausstellungstournee durch Córdoba, Buenos Aires, Lima, Potosí und La Paz, Argentinien, Peru und Bolivien)
- 2021: Mitglied des Beratenden Rates für die Zweihundertjahrfeier Perus
Ausstellungen (Auswahl)
- 2002: ¡Qué tal Raza!, Galerie Forum
- 2004: Peruvian Beauty: Center of Aesthetics, Luis Miro Quesada Garland Gallery der Gemeinde Miraflores
- 2007: CHOLO PINK, CHOLO POP, CHOLO POWER, Vertice Gallery, Lima[7]
- 2011: Revealed and Indelible Anthology 2000–2011, Kunstmuseum San Marcos
- 2014: Mestiza, Museum für zeitgenössische Kunst Lima
- 2019: Todos los espacios están contemplados en mi reino, Projekt Suero, Pamplona, Spanien
- 2021: Claudia Coca: The Landscapes of Desire and Oblivion, Ethan Cohen Gallery[8]
- 2023: Back to School Art Festival, Ethan Cohen Gallery
- 2025: La piel de mi reino, Germán Krüger Espantoso, Miraflores, Peru[9]
Sammlungen (Auswahl)
- Museum Reina Sofía, Madrid, Spanien
- MALI, Kunstmuseum Lima, Peru
- PAMM, Perez Art Museum of Miami, USA
- Museo del Barro, Paraguay
- MUNTREF, Museum der Universität Tres de Febrero, Buenos Aires, Argentinien
- MAC, Museum für zeitgenössische Kunst von Lima
- MUCEN, Museum der Zentralbank von Peru
Literatur
- Mihaela Radulescu de Barrio de Mendoza, Rosa Gonzales Mendiburu: Claudia Coca: the self-portrait of a society. Revista Estúdio, artistas sobre outras obras, 2016.[10]
- Tara Daly: Claudia Coca’s Chola Power: Pop Art as Decolonial Critique. Meridians 18 (2), 2019, S. 414–444. doi:10.1215/15366936-7775773