Claudia Nielsen

Schweizer Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Claudia Nielsen (* 1962 in Südafrika) ist eine Schweizer Politikerin (SP). Sie gehörte der neunköpfigen Exekutive von Zürich, dem Stadtrat, an.

Leben

Claudia Nielsen wurde 1962 in Südafrika geboren und ist in Thalwil, Rüschlikon und Wettswil aufgewachsen. Nach dem Erlangen der Maturität an der Kantonsschule Enge (1981) studierte sie ab 1982 an Universität Zürich Volks- und Betriebswirtschaft und Wirtschaftsgeografie und schloss 1987 mit dem Lizenziat ab. Anschliessend erwarb sie an der Universität Zürich ein Doktorat in Mikro- und Umweltökonomie (1992).

Von 1987 bis 1993 war Claudia Nielsen als Assistentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Sozialökonomie und am Geographischen Institut der Universität Zürich tätig. Ab 1993 arbeitete sie als Parteisekretärin der SP der Stadt Zürich. Von 1999 bis 2008 war sie Verwaltungsratspräsidentin der Alternativen Bank Schweiz AG. Von 2009 bis 2010 leitete sie als Geschäftsführerin Oikocredit Deutsche Schweiz. Zudem war sie von 1999 bis 2010 als selbstständige Ökonomin tätig und bot Unternehmens- und Organisationsberatung, Projektleitung und Mediation an.[1]

Seit 2021 ist sie Geschäftsführerin der Stiftung Renggergut in Zürich.

Politische Karriere

Von 1993 bis 1999 arbeitete Claudia Nielsen als Parteisekretärin der SP der Stadt Zürich und von 1994 bis 2010 sass sie im Gemeinderat der Stadt Zürich. Während dieser Zeit war sie in verschiedenen Kommissionen tätig. Sie präsidierte die Kommission für Polizei, Tiefbau und Entsorgung (1998–2000, 2008–2010) sowie die Kommission Verkehr (2004–2006).

Von 2010 bis 2018 war sie Mitglied des Zürcher Stadtrats und leitete das Gesundheits- und Umweltdepartement. Zu diesem Departement gehören die Stadtspitäler Waid und Triemli, die Pflege- und Alterszentren, die Gesundheitsdienste sowie der Umwelt- und Gesundheitsschutz. Für die Gesamterneuerungswahlen vom 9. Februar 2014 wurde sie zusammen mit Stadtpräsidentin Corine Mauch sowie André Odermatt (bisher) und Raphael Golta (neu) wieder für den Stadtrat nominiert und gewählt. Am 7. Februar 2018 gab sie bekannt, dass sie für keine weitere Amtszeit antritt.[2]

Kontroversen um die Stadtspitäler Triemli und Waid

Während ihrer Amtszeit als Vorsteherin des Gesundheits- und Umweltdepartements geriet Claudia Nielsen mehrfach in die Kritik der Presse und parlamentarischer Gremien wegen der wirtschaftlichen Lage und Restrukturierung der Zürcher Stadtspitäler Triemli und Waid. Bereits 2017 meldete das Stadtspital Triemli ein Jahresdefizit von rund 32 Millionen Franken, das Waid-Spital schloss mit einem Verlust von etwa 14 Millionen Franken ab. Eine Untersuchung der städtischen Finanzkontrolle stellte Pflicht- und Reglementsverletzungen bei der Abrechnung ärztlicher Honorare im Triemli fest, worauf Nielsen eine Administrativuntersuchung einleitete.[3][4]

Im März 2017 schlug sie vor, Triemli und Waid organisatorisch unter eine gemeinsame Leitung zu bringen, wobei beide Häuser weiterhin dem Departement als Dienstabteilung unterstellt bleiben sollten. Eine daraufhin eingesetzte Gemeinderatskommission kritisierte die Vorlage als ungenügend und empfahl Nachbesserungen.[5][6] Aufgrund der anhaltenden Debatte erweiterte der Stadtrat Ende 2017 die Projektgruppe um zusätzliche Mitglieder, wodurch Nielsen faktisch Kompetenzen bei der Spitalreform entzogen wurden. Im Sommer 2018 kündigte sie ihren Rücktritt an und übergab die Leitung des Departements an ihren Nachfolger Andreas Hauri (GLP).[7]

Einzelnachweise

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