Claus Cito
luxemburgischer Bildhauer
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Nicolas Joseph 'Claus' Cito (* 26. Mai 1882 in Bascharage; † 10. Oktober 1965 in Petingen) war ein luxemburgischer Bildhauer. Sein bekanntestes Werk ist das Kriegsdenkmal Gëlle Fra.

Leben
Claus Cito wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einer Schmiedefamilie auf, die italienischer Abstammung war. „Josy“ Cito, wie er in seiner Heimat gerufen wurde, hatte seine leibliche Mutter im Alter von drei Jahren verloren und wurde fortan von einer Fürsorgerin gefördert. Ab 1900 studierte er an der Kunstgewerbeschule Düsseldorf und ließ sich zum Dekorationsmaler ausbilden. Unterstützung erhielt er durch den Direktor der Schule, den Deutschen Peter Behrens. 1903 folgte ein Studium an der königlichen Kunstakademie zum Bildhauer. Parallel dazu besuchte er am Abend die Architekturklasse von Peter Behrens an der Kunstgewerbeschule sowie später einen Kurs zum Modellieren bei Rudolf Bosselt. Nebenbei führte er Reklamemalarbeiten für das Kaufhaus Tietz aus. Ab 1905 arbeitete er als Dekorations- und Kulissenmaler für das Schauspielhaus Düsseldorf.[1] Seit seiner Düsseldorfer Zeit war er mit dem Maler August Macke befreundet und teilte sich zeitweilig ein Atelier mit ihm. Im April 1907 reisten beide Künstler nach Kandern in den Schwarzwald und malten im Gasthaus Krone den Saal gemeinsam aus.[2] Eine intensive Zusammenarbeit entwickelte Cito mit dem Bildhauer Wilhelm Lehmbruck und war dessen rechte Hand.
1908 ging er zurück nach Bascharage in Luxemburg, bevor er im Dezember 1909 nach Brüssel zog. Hier bildete er sich an der Académie des Beaux-Arts weiter. 1921 kehrte Cito nach Luxemburg zurück, da er den Wettbewerb zur Errichtung eines Denkmals für die im Krieg gefallenen Soldaten gewonnen hatte. Er schuf daraufhin die Gëlle Fra, eine goldene Friedensgöttin. Nachdem er eine Marmorbüste der jungen Großherzogin Charlotte gefertigt hatte, avancierte Cito zu einem gefragten Portraitplastiker. 1926 war er ein Mitbegründer der Luxemburgischen Sezessionisten (Salon de la Sécession), die sich dem Expressionismus verschrieben hatten. In deren erster Ausstellung 1927 stellte Cito mit aus.[3]
Werke
- Monument du Souvenir (Gëlle Fra, 1923) in Luxemburg (Stadt)
- Altar an der Krypta der Kathedrale unserer lieben Frau in Luxemburg (Stadt)
- Emile-Mark-Denkmal (1936) in Differdingen
- Marmorbüste der Großherzogin Charlotte von Luxemburg (1939), heute im ehemaligen Stadthaus von Differdingen
- Statue Mère éplorée (untröstliche Mutter) auf dem Friedhof in Leudelingen
Ehrungen und Preise
- Kunstpreis Prix Grand-Duc Adolphe 1909 (zusammen mit Lucien Wercollier)
- In Bascharage ist ihm zu Ehren 2011 der kreisrunde Claus-Cito-Platz geschaffen worden. Im Zentrum des Platzes ist Citos Kniende Frau mit Blumengirlande umrahmt von einem Wasserbecken angeordnet worden. Die Gestaltung haben die Luxemburger Bruck + Weckerle Architekten übernommen.
Literatur
- Jean Reitz, Sabine Dorscheid, Catherine Lorent (Hrsg.): Claus Cito, Eine Luxemburgische Bildhauerkarriere, Werkverzeichnis, Selbstverlag, Luxembourg 2014, ISBN 978-9995991104.
- Lotty Braun-Breck: Claus Cito und seine Zeit. 1882–1965. Selbstverlag, Luxemburg 1995. Aktualisierte Neuauflage. Schortgen, Esch-sur-Alzette 2010, ISBN 978-2-87953-101-4.
Weblinks
- Biographie (PDF-Version der luxemburgischen Zeitschrift ons stad; 1,8 MB)