Claus Haensel
deutscher Maler, Grafiker, Bildhauer und Fotograf
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Leben und Werk
Haensel besuchte von 1959 bis 1962 die Arbeiter- und Bauernfakultät an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und studierte anschließend bis 1968 an der Hochschule Malerei und Grafik. Seine Ausbildung war stark an der Figur orientiert, und er arbeitete auch später bei aller Hinwendung zur Abstraktion meist figürlich.
Von 1968 bis 1970 hatte er eine Aspirantur am Institut für Architektur und baugebundene Kunst der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Danach arbeitete er freischaffend in Schwedt. Er erhielt u. a. Aufträge für baubezogene Arbeiten. 1973 begann er mit Fotografie in Reihungen und Sequenzen.
Haensel stand in Kontakt u. a. mit Erika Stürmer-Alex und dem Kunsthistoriker und Galeristen Klaus Werner. 1984 wurde er mit seiner Frau, der Malerin Christine Prinz (1944–2013) von der DDR ausgebürgert. Beide reisten in die Bundesrepublik aus und arbeiteten gemeinsam freischaffend in Bremen. 2019 sagte Hänsel zu seiner Lage in der DDR und zur Ausreise: „Wir konnten künstlerisch tun, was wir wollten... Wir wollten den Louvre sehen.“[1]
Von 1989 bis 1993 beschäftigte Haensel sich intensiv mit dem Werk Edvard Munchs. Ab 1993 schuf er Skulpturen aus Wellpappe und Industriekartonagen. Er war zu Arbeitsaufenthalte in Rom, Paris und New York, ab 1995 in der Bretagne und an der Côte d’Azur.
Im gemeinnützigen Bremer Kultur- und Bildungsverein KUBO leitete er einen Zeichenkurs.
Haensel hatte in der DDR, der Bundesrepublik und im Ausland eine Vielzahl von Ausstellungen. In der DDR war er u. a. 1972/1973 und 1982/1973 auf der VII. und IX. Kunstausstellung der DDR in Dresden und 1977, 1979 und 1983 auf der Ausstellung „100 ausgewählte Grafiken“ vertreten.
Arbeiten Hänsels befinden sich auch in öffentlichen Sammlungen, u. a. im Lindenau-Museum Altenburg/Thür.[2]
Mitgliedschaften
- Verband Bildender Künstler der DDR
- BBK Bremer Verband Bildender Künstlerinnen und Künstler
Rezeption
„Hänsel arbeitete häufig seriell, nutzte für seine meist figürlichen Malereien und Zeichnungen unterschiedliche Materialien und experimentierte auch mit der Fotografie.“[1]
Weitere Werkbeispiele
Baugebundene Werke
- Kinder der Welt (1968, zwei Wandbilder, Scraffito, je 5,00 × 10 m, Ausführung mit der PGH Bau Schwedt; Schwedt, heutige Berliner Straße, Kindergarten/Kinderkrippe)[3]
- Friedliche und fröhliche Jugend an der Oder-Neiße-Friedensgrenze (1970, Wandgestaltung, Capoplex-Tempera-Lasurmalerei auf Carova-Gipsgrund mit Marmorsplitt, 81 m2; Schwedt, Wohnkomplex II; Kompaktbau einer Schulspeiseeinrichtung; mit Klaus Dennhardt und Erich Hering)[4]
- Das Leben (1977/1978, Fassadengestaltung in Natursteinmosaik; mit Franz Tippel; Frankfurt/Oder, Bezirkskrankenhaus)
Zeichenkunst und Druckgrafik
- Bildnis (1974, Lithografie, 73,5 × 47,5 cm)
- Drei Figuren und blaue Wolke (1979, Aquarell, Feder, Tusche auf Japanpapier, 59,5 × 89,1 cm)[5]
Literatur
- Hänsel, Claus. In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 304
- Rose Pfister u. a. (Hrsg.): Claus Haensel. Versuche. Städtische Galerie Bremen, 2019; ISBN 978-3-00-063312-6